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Schwerer Covid-Verlauf: Wie hoch ist das Risiko für Geimpfte?

Studie Acht Faktoren erhöhen die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs für Geimpfte

Trotz zahlreicher Studien und Erfahrungswerte, die den aktuell verfügbaren COVID-19-Impfstoffen eine hohe Wirksamkeit bescheinigen, gibt es immer noch zahlreiche Skeptiker, die den Impfstoffen nicht vertrauen. Sie zweifeln den Nutzen einer Impfung gegen Corona an - immerhin gebe es ja auch unter den Geimpften symptomatische Fälle mit schweren Verlauf. Richtig ist: Trotz vollständiger Impfung können sich Menschen mit dem Coronavirus infizieren und sogar erkranken. Von einem sogenannten Impfdurchbruch spricht man jedoch nur dann, wenn es sich um eine symptomatische Corona-Infektion handelt. Geimpfte Personen, die sich infizieren aber keine Symptome entwickeln (asymptomatische Infektionen) werden nicht dazugezählt. Aber: Schwere Verläufe sind bei vollständig geimpften Menschen weitaus seltener, wie Studien zeigen.

Ohne Grundimmunisierung sechs mal höheres Risiko

Schon der Blick auf die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz zeigt einen gravierenden Unterschied bei den 18- bis 59-Jährigen. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts betrug der Wert zum Höhepunkt der vierten Welle Ende November rund 13 bei umgeimpften Personen. Das heißt, pro 100.000 Einwohner mussten 13 Infizierte auf Station behandelt werden. Bei den Menschen mit vollständigem Impfschutz waren es 2 pro 100.000 Einwohner. Bei den über 60-Jährigen ging die Schere sogar noch weiter auseinander: Da betrug der Wert für Ungeimpfte 60, für Geimpfte 10. Doch geimpfte Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, erleiden in den seltensten Fällen einen schweren Verlauf. Davon ist die Rede, wenn die Lunge aufgrund einer schweren Entzündung nicht mehr richtig arbeitet. Deshalb steigt die Atemfrequenz stark an, Betroffene müssen mit Sauerstoff behandelt werden. Es können aber auch andere Organe betroffen sein, etwa das Gehirn, die Nieren oder das Herz-Kreislauf-System.

Acht Faktoren erhöhten das Risiko für Geimpfte

Doch es gibt eben auch Menschen mit vollständigem Impfschutz, die auf den Intensivstationen behandelt werden müssen oder sogar an einer COVID-19-Erkrankungen sterben. Eine Studie aus den USA hat jetzt die Gründe dafür ermittelt. Die Daten zeigen: Von 1,2 Millionen vollständig Geimpften hatten im Fall einer Ansteckung weniger als 200 Erkrankte einen schweren Corona-Verlauf mit akutem Atemversagen, nicht-invasiver Beatmung oder Aufnahme in eine Intensivstation - das sind 0,016 Prozent. Anhand ihrer Daten konnten die Wissenschaftler schließlich acht Faktoren ausmachen, die die Gefahr eines schweren Verlaufs trotz vollständigem Impfschutz steigern:

Lebensalter von über 65 Jahren (3,2-faches Risiko)

Geschwächtes Immunsystem (1,9-faches Risiko)

Chronische Lungenerkrankung (1,7-faches Risiko)

Chronische Lebererkrankung (1,7-faches Risiko)

Chronisches Nierenleiden (1,6-faches Risiko)

Neurologische Erkrankung (1,5-faches Risiko)

Diabetes (1,5-faches Risiko)

Herzerkrankung (1,4-faches Risiko)

Bei allen Personen mit einem schweren Krankheitsverlauf mit Covid-19 lag laut der Wissenschaftler mindestens einer dieser Risikofaktoren vor. Rund 80 Prozent der Patienten, die ihre Erkrankung nicht überlebten, litten an mindestens vier dieser Risiken. Weitere Informationen zur Booster-Impfung gibt es auf blick.de

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