Sicher durch die Faschingszeit!

Polizei Wenn die Partyzeit zur Gefahrenzeit wird

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Foto: Harry Härtel

Dresden. Zur Faschingszeit wird auch in Sachsen deftig gefeiert, es fließt viel Alkohol und oft lauern mehr Gefahren als sich die Partygänger bewusst sind. "Sogenannte K.O.-Tropfen, die hilf-, willenlos oder gar bewusstlos machen, werden von Straftätern besonders auf Partys oder in Diskotheken heimlich in die offenen stehenden Getränke gegeben. Manchmal zum Spaß, häufig aber, um die Opfer auszurauben oder sich an ihnen zu vergehen", so die Landeskriminalamt Sachsen.

Besonders gefährlich sind diese Tropfen, die auch "liquid ecstasy" genannt werden, weil die Aktivitäten im Gehirn und im zentralen Nervensystem verlangsamt werden. "Schon zehn bis zwanzig Minuten nach der Einnahme beginnt die Wirkung, die bis zu vier Stunden, zum Teil auch erheblich länger anhält. Nach anfänglicher Euphorie folgen Übelkeit, Schwindel und plötzliche Schläfrigkeit. Das Opfer wird willenlos, unter Umständen sogar bewusstlos", so die Beamten. Wichtig sei, falls man betroffen ist, die Tat anzuzeigen, da es sich um eine Straftat handelt. Die Polizei schätzt, dass die Dunkelziffern weitaus höher sind als vermutet.

Polizei-Tipps, wie man sich am besten verhält:

Bei Besuchen von Veranstaltungen:

- Achten Sie auf Ihre Freunde, auch auf ungewöhnliche Verhaltensänderungen.

- Informieren Sie Freunde oder Eltern, an welchem Ort Sie sich aufhalten und wann Sie diesen verlassen.

- Nehmen Sie angebotene Getränke nur originalverschlossen entgegen oder lassen Sie diese in Ihrem Beisein öffnen.

- Lassen Sie ihre Getränke nicht unbeaufsichtigt stehen, organisieren Sie z. B. beim Aufsuchen der Tanzfläche eine Getränkeaufsicht.

- Achten Sie auf Ihr Umfeld: Welche Kontaktversuche/ Kontaktaufnahmen erscheinen merkwürdig?

- Seien Sie vorsichtig bei angebotenen ("ausgegebenen") Getränken. Ist der Spender vertrauenswürdig?

- Achten Sie auf geringste Geschmacks- oder Geruchsveränderungen. Trinken Sie nie auf "Ex" - auch dann nicht, wenn der Anbieter das vorschlägt oder verlangt!

- Rufen Sie bei Gefahr über den Notruf die Polizei.

Bei Verdacht der Einnahme von K.-O.-Tropfen:

- Bei Verdacht rufen Sie sofort die Polizei oder lassen Sie sich von einer Vertrauensperson dorthin bringen! Ein schnellstmöglicher Kontakt ist notwendig, da der Nachweis von K.-O.-Tropfen nur für kurze Zeit nach der Einnahme möglich ist.

Bei sexueller Nötigung/Vergewaltigung:

- Vernichten Sie keine Beweismittel; bewahren Sie z.B. Bekleidung, Wäsche, Bettlaken oder andere Gegenstände auf, mit denen der Täter in Berührung gekommen ist oder, Ihrer Meinung nach, gekommen sein könnte.

- Wenn möglich, waschen Sie sich nicht, bevor Sie ärztlich untersucht worden sind.

- Gehen Sie möglichst schnell zur ärztlichen Untersuchung.

- Reinigen Sie nicht Ihre Kleidung, die Sie zur Tatzeit getragen haben und werfen Sie auch zerrissene Kleidungsstücke und Unterwäsche nicht weg. Diese könnten wichtige Spurenträger sein.

- Verändern Sie den Tatort nicht!

- Versuchen Sie, den Tathergang in Form eines Gedächtnisprotokolls festzuhalten. Das kann für die späteren Vernehmungen und das Verfahren sehr wichtig werden.