So stark macht das Wetter unserer Umwelt zu schaffen

Temperaturen Hitzewelle verursacht geringe Wasserbestände und schwierige Ernte

Die seit April anhaltende Hitzewelle beschert uns nicht nur tropische Temperaturen und Badewetter. Durch die einhergehende Trockenheit haben sächsische Bauern auch gravierende Probleme mit Anbau und Ernte. Laut Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) seien jetzt schon deutliche Schäden sichtbar. Beim "Erntegespräch am Feldrand" Anfang Juli in Nordsachsen sprach Schmidt den von der EU-Kommission vorgelegten Entwurf zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik nach dem Jahr 2020 an.

So soll geholfen werden

"Die diesjährigen schwierigen Wetterbedingungen zeigen ganz deutlich, wie notwendig verlässliche Direktzahlungen der EU als Basisabsicherung für die Landwirte ist", sagte Staatsminister Schmidt. Denn nicht nur die Trockenheit ist ein Problem, sondern auch die Starkniederschläge und Überschwemmungen in anderen Gebieten. Besonders Regionen in Mittelgebirgslagen sind von den konträren, extremen Wettererscheinungen betroffen. "Wenn wir weiterhin eine heimische Landwirtschaft haben möchten, müssen witterungs- und markbedingte Risiken abgefangen werden. Planbare Direktzahlungen tragen dazu maßgeblich bei", so der Staatsminister weiter.

Die aktuell von der Europäischen Kommission vorgelegten Vorschläge für die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2020 sehen vor, die Direktzahlungen für Landwirte ab einer festgelegten Obergrenze zu kürzen und zu kappen. Dazu sagt Schmidt: "Eine noch stärkere Umverteilung von Mitteln darf nicht dazu führen, dass der sächsischen Landwirtschaft und damit dem ländlichen Raum dreistellige Millionenbeträge verloren gehen. Das ist nicht zu akzeptieren. Die Gelder müssen im jeweiligen Bundesland verbleiben."

Trockentolerante Sorten reichen nicht aus

Mittlerweile passen sich die Betriebe immer mehr den Witterungsbedingungen mit speziellen Anbaumethoden an, so kommen zum Beispiel trockentolerantere Sorten und Bewässerung vermehrt zum Einsatz. Jedoch reicht das laut dem Staatsminister nicht aus.

"Wir haben zudem ab 1. Juli die Nutzung brachliegender Flächen zur Futtergewinnung oder zur Beweidung mit Tieren zugelassen", sagt er. "Dazu ist lediglich eine Anzeige des Landwirts bei der zuständigen Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie nötig, die sofort genehmigt wird. Außerdem wurde das Finanzministerium um Prüfung von entlastenden Maßnahmen für unsere Landwirte gebeten."

Chemnitzer Wasserbestände gering

Auch im Chemnitzer Gebiet ist die Trockenheit deutlich zu spüren. Dort sind laut der Pressestelle der Stadt die Wasserbestände der Gewässer sehr gering, wodurch wasserabhängige Pflanzen und Tiere gefährdet sind. Hinzu kommt, dass die steigenden Wassertemperaturen den sinkenden Sauerstoffgehalt verursachen, wodurch die Selbstreinigungskraft der Gewässer gemindert wird und wiederum mehr Algen wachsen. Das könnte zu vermehrtem Sterben von Fischen und Kleinstlebewesen führen.

"In diesem Zusammenhang weist die Untere Wasserbehörde darauf hin, dass es generell untersagt ist, Wasser [ohne Erlaubnis, Anmerk.d.Red.] mittels Pumpvorrichtungen zu entnehmen", sagt ein Pressesprecher der Stadt Chemnitz. Auch der sogenannte Gemeingebrauch, das heißt das eigene Schöpfen mit Handgefäßen, ist zu unterlassen. Denn nur so lasse sich verhindern, dass regionale Gewässer austrocknen.