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Sprunghafter Anstieg der Inflationsrate

Inflation Preisanstieg von knapp vier Prozent

Deutschland. 

Deutschland. Die Verbraucherpreise in Deutschland schossen im Juli in die Höhe und näherten sich der Prozentmarke von vier. Grund ist der Mehrwertsteuereffekt.

Eine Reaktion der Notenbank ist unwahrscheinlich: Die Inflationsrate hat sich im Juli deutlich beschleunigt, nachdem sie sich im Juni abgeschwächt hatte. Wie das Statistische Bundesamt heute Nachmittag mitteilte, stiegen die Preise für Waren und Dienstleistungen in diesem Monat gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent, den höchsten Wert seit 13 Jahren. Gegenüber Juni sind die deutschen Verbraucherpreise um 0,9 Prozent gestiegen, ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Im Gegenteil: "Die Inflation wird in den kommenden Monaten hoch bleiben oder sogar zunehmen", sagte Holger Schmiding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Der Gouverneur der Bundesbank, Jens Weidmann, prognostiziert, dass sich die Inflationsrate bis zum Jahresende in Richtung 5 Prozent bewegen wird.

Hintergrund des Mehrwertsteuereffektes

Der Mehrwertsteuereffekt war laut Bundesamt der Hauptgrund für die hohe Inflationsrate im Juli: Die Bundesregierung senkte im zweiten Halbjahr 2020 den Steuersatz, um Wirtschaft und Verbraucher in der neuen Corona-Krise zu entlasten. Der aktuelle Preis wird nun mit dem damals niedrigeren Preis verglichen, was die Bilanz ebenfalls in die Höhe treibt.

Ökonomen vermuten zudem, dass einige Dienstleister wie Hotels die jüngste Corona-Lockerungspolitik nutzen, um bei starker Nachfrage die Preise anzuheben. Als weiterer Preistreiber erwies sich Benzin. Dies hat in den letzten Wochen stark zugenommen. In der ersten Hälfte dieses Jahres hat der Anstieg der deutschen Verbraucherpreise das Niveau von etwa einem Jahrzehnt überschritten, insbesondere wegen des starken Anstiegs von Öl und Benzin.

Eine Reaktion der Europäischen Zentralbank ist unwahrscheinlich

Ein Eingriff der Europäische Zentralbank (EZB) ist unwahrscheinlich. Ihr Ziel ist eine Inflationsrate von 2 Prozent, aber nach den jüngsten Änderungen ihrer Geldpolitik ist sie bereit, Höhen und Tiefen über einen längeren Zeitraum zu tolerieren. Auch die Notenbankgouverneure gehen davon aus, dass die aktuellen Preiserhöhungen nur vorübergehend sind und sich die Verbraucherpreise Anfang nächsten Jahres wieder beruhigen, sodass ein Anstieg der rekordtiefen Leitzinsen weiterhin unwahrscheinlich ist. Diese werden nun auf dem aktuellen Niveau oder darunter bleiben, bis die langfristige Inflationsrate 2 Prozent erreicht.

Laut Fabio Panetta, Direktor der Europäischen Zentralbank, wird dies nicht passieren. Panetta plädiert , die Wirtschaft heiß laufen zu lassen, um die Teuerungsrate auf zwei Prozent zu drücken. Es sei eventuell erforderlich, die Wirtschaft ein wenig auf Touren zu bringen, sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Notenbank in einem am Morgen veröffentlichten Interview. "In der Vergangenheit hat Ungeduld die EZB dazu gebracht, die Zinsen zu früh anzuheben, was übermäßigen Abwärtsdruck auf die Inflation aufrechterhielt und das Wachstum bremste."



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