Stärkste Influenzawelle seit 2001

Auswertung Grippesaison ist beendet - 168 Todesfälle in Sachsen

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Impfen ist die beste Prävention. Foto: Panumas Nikomkai/Getty Images/iStockphoto

Sachsen. Die Influenzawelle der Saison 2017/18 war die stärkste seit der Einführung des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2001, teilte das Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz am heutigen 9. Mai mit. Die Auswertungen der Daten ergab im Freistaat Sachsen insgesamt 47.704 Influenza-Erkrankungen, darunter 168 Todesfälle. Begonnen hatte die Welle in Kalenderwoche (KW) 2 2018 und endete in KW 15. Damit dauerte die Influenzasaison mehr als 1,5 Monate länger, als in den Vorjahren.

Gesundheitsministerin appelliert an das medizinische Personal

Anlässlich der Auswertung der Influenzasaison sagte Staatsministerin Barbara Klepsch: "Nach dieser schweren Influenzawelle ist die Impfung im Herbst bei jedem hoffentlich fest eingeplant. Besonders an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in medizinischen und pädagogischen Einrichtungen appelliere ich, sich vor der nächsten Influenzasaison impfen zu lassen."

Bundesweit dominierten die Influenza B-Viren deutlich mit 76 Prozent vor den Influenza A-Viren. Die Influenza B-Viren wiederum waren zu 99 Prozent der Yamagata-Linie zuzuordnen, einem Virusstamm, der nur im Vierfach-Influenza-Impfstoff enthalten war.

"Unter den Erkrankten, bei denen ein Impfstatus übermittelt wurde, und das erfolgte in knapp der Hälfte aller Fälle, wiesen jedoch nur 3,6 Prozent einen aktuellen Impfschutz auf. Das bedeutet, es erkrankten hauptsächlich die Sächsinnen und Sachsen, die keinen Impfschutz hatten", sagte Sachsens Gesundheitsministerin. Besonders viele 45- bis 64-Jährige zählten zu den Erkrankten.

168 Verstorbene

"In Sachsen sind in dieser Saison bisher 167 Erwachsene im Alter zwischen 37 und 97 Jahren sowie ein 1-jähriges Kind (der Altersmedian lag bei 82 Jahren) nachweislich an Influenza verstorben. Auch hier muss von einer erheblichen Untererfassung ausgegangen werden", so das Staatsministerium.

"Wir wissen, dass kein Impfstoff gegen Influenza einen hundertprozentigen Schutz bietet. Aber es ist die beste Präventionsmethode, die es derzeit gibt", appelliert Staatsministerin Klepsch.

Wie wird Influenza übertragen?

Erkranken können hauptsächlich Personen, die direkten Kontakt zu Menschen mit den Influenza-Viren haben. Außerdem ist die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs für Schwangere sowie für Menschen mit chronischen Grunderkrankungen wie Herz-, Atemwegs-, Leber-, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus oder Immundefekten deutlich größer. Vor allem sind Person, die nicht geimpft sind, gefährdet.