Streit wegen Leipzig-Chemnitz Strecke: PRO BAHN gibt VMS Mitschuld

Mobilität Verkehrsverbund will mit einem fünften Zug den Fahrverkehr stabilisieren

Chemnitz/Leipzig. 

Chemnitz/Leipzig. Der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) hat die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) aufgefordert, mehr Züge für die Strecke zwischen Chemnitz und Leipzig bereitzustellen. Wie es in einer Pressemitteilung des VMS hieß, gäbe es bislang nur vier Zuggarnituren. Schon der Einsatz eines fünften Zuges würde nach Meinung des VMS Verbesserungen für den Fahrverkehr nach sich ziehen. Der Geschäftsführer der VMS, Harald Neuhaus, machte in diesem Zusammenhang klar: "Wir werden der MRB unmissverständlich verdeutlichen, dass wir auf mehr und besseren Zügen bestehen".

Die Reisenden zwischen Chemnitz nach Leipzig sind seit einiger Zeit auf der Strecke von Chemnitz Hauptbahnhof bis Chemnitz Küchwald auf den Ersatzverkehr angewiesen. Zusätzlich kam es in letzter Zeit vermehrt zu Zugausfällen auf der Strecke des RE6. Grund dafür war offenbar defekte Technik. Ab dem heutigen Freitag soll der Zugverkehr aber wieder planmäßig stattfinden.

Am Samstag, den 22. Juni, äußerte sich nun auch der Fahrgastverband "PRO BAHN Mitteldeutschland" zu dem Dilemma. Der bundesweit aktive gemeinnützige Verband vertritt die Interessen der Nutzer des öffentlichen Verkehrs. Er arbeitet ehrenamtlich, ist in zahlreichen Gremien aktiv und wirkt sowohl auf Politiker und Behörden als auch auf Verkehrsunternehmen ein, um einen attraktiveren und besseren öffentlichen Personenverkehr zu erreichen.

Laut Referent Markus Haubold begrüße der Fahrgastverband zwar alle Bemühungen, den Betrieb auf dem RE 6 endlich zu stabilisieren, allerdings sei er nun über die Forderungen des VMS verwundert. "Man bekommt den Eindruck, der VMS habe vergessen, dass er den Betrieb dieser Linie genau so ausgeschrieben hat, wie die MRB ihn aktuell durchführt", so Haubold. Die notwendige Reserve an Fahrzeugen war offenbar nicht eingeplant worden. 

"PRO BAHN fordert den VMS auf, bei zukünftigen Ausschreibungen, insbesondere der Wiederausschreibung des RE 6, eine höhere Wartungsreserve einzuplanen", fordert Ronny Hausdorf, Vorsitzender des Verbands in Mitteldeutschland. "Diese gewährleistet, dass auch bei einem Ausfall von zwei Fahrzeugen das volle Fahrtenangebot durchgeführt werden kann." Laut PRO BAHN trägt also auch der VMS eine gewisse Mitschuld an dem Dilemma. Das Thema scheint also noch nicht vom Tisch zu sein.