Studienabbruch als Chance verstehen

Information Neues Portal will ehemalige Studierende für Ausbildungen begeistern

Freiberg. 

Freiberg. Noch allzu sehr wird der Abbruch eines Studiums gesellschaftlich als ein Scheitern angesehen. Vor allem die Erwartungshaltungen anderer sind für diese Sichtweise verantwortlich. Die derzeitigen Zahlen sehen in Deutschland mittlerweile eine besonders hohe Zahl von Abbrüchen. Insgesamt seien es rund 29 Prozent aller Studenten, die ein angefangenes Studium nicht fortsetzten. Darüber informierte die Industrie- und Handelskammer Chemnitz, Regionalkammer Mittelsachsen, in der vergangenen Woche. Nun werde mit einer landesweiten Initiative den Abbrechern Hilfe auf dem Weg hin zu einer beruflichen Ausbildung angeboten.

Ein Abbruch kann auch nützlich sein

Mit dem Leuchtturmprojekt "Quickstart Sachsen", an dem sechs Universitäten beteiligt sind, wolle man außerdem das Thema enttabuisieren. "Studienabbruch ist doch vor allem eine Chance", meint IHK-Geschäftsführerin Annette Schwandtke. Auch Dagmar Ganz von der TU Bergakademie Freiberg, die in das Projekt involviert ist, sieht das so. "Zudem ist die Zeit, in der man studiert hat, keine verlorene", sagt sie. Unternehmen wären an solchen Mitarbeitern durchaus interessiert, brächten sie doch eine wertvolle Vorbildung mit. Im Internet wurde eine neue Website entwickelt, welche die Kontaktaufnahme und Information erleichtert. Unter www.studienabbruch-und-weiter.de ist alles Notwendige zu finden. "Ziel ist es, die Interessenten an einer geschlossenen Kette entlang bis hin zur Ausbildung zu führen", so Ganz. "Bestehende Beratungsangebote werden gebündelt und weiterentwickelt."