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Tag 2 der Streikwoche bei Lausitzer Früchte

streik Tariflöhne sind das Ziel

Bautzen. 

Bautzen. Mit einer Kundgebung auf dem Bautzner Kornmarkt startete heute für die Streikenden von Lausitzer Früchte der zweite Tag der Streikwoche. Von zahlreichen Passanten, die dort den Wochenmarkt besuchten, kam viel Zuspruch für die Beschäftigten. "Wir müssen uns stark machen, damit die Beschäftigten nicht in Altersarmut fallen", so Volkmar Heinrich, Geschäftsführer der NGG Region Dresden-Chemnitz.

Völliges Unverständnis herrscht bei den Gewerkschaftsmitgliedern über die Blockadehaltung des Arbeitgebers, der sich weiterer Gespräche noch immer verweigert. Der Geschäftsführer und Firmeneigner Werner Deharde wurde 2017 zu "Sachsens Unternehmer des Jahres" gekürt und steht bis heute dem Sächsischen Arbeitgeberverband Nahrung und Genuss (SANG) vor. Bisher bietet das Unternehmen an, die Monatslöhne in diesem und nächsten Jahr um jeweils 50 Euro zu erhöhen. Das reicht aber nicht. Hinzukommt, dass es für die Beschäftigten seit zwei Jahren keine Lohnerhöhung mehr gab.

Eine Lösung für Lausitzer Früchte wird benötigt

"So wie für andere Betriebe der Ernährungswirtschaft in Sachsen, brauchen wir auch eine Lösung für Lausitzer Früchte. Wir sind bereit, über einen Stufenplan zu verhandeln, der Armutslöhne abschafft und mindestens 12 Euro Stundenlohn garantiert. Bis dahin geht der Arbeitskampf weiter", erklärt Olaf Klenke, Verhandlungsführer der NGG Ost.

Ziel der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist es, armutsfeste Tariflöhne zu vereinbaren. Derzeit liegt bei Lausitzer der Stundenlohn in der Lohngruppe IV, in der der Großteil der Beschäftigten arbeitet, bei 11 Euro. Das entspricht bei einer 40-Stunden-Woche einem Bruttomonatslohn von 1.906 Euro.

Der morgige Streiktag führt die Streikenden durch eine Rundtour ins Oberland. In Einkaufszentren, in den Freunde und Familien der Beschäftigten einkaufen gehen und wo auch die Produkte von Lausitzer Früchte verkauft werden, wollen sie dort die Öffentlichkeit informieren.

Hintergrund:

Bei Lausitzer Früchte fand im Juni 2020 erstmals ein Warnstreik statt. Mehrere Verhandlungsrunden und Gespräche brachten seitdem keinen Erfolg. Zur Firmengruppe gehören ferner das Unternehmen Kinella im Vogtland und die in Sohland ebenfalls bestehende Lausitzer Food Ingredients GmbH. Für diese beiden Unternehmen lehnt das Unternehmen bisher Tarifverhandlungen grundsätzlich ab. Neben der eigenen Marke werden auch Marken wie Lockwitzgrund Fruchtsäfte, Kinella Kindergetränke oder Dresdner Striezel Glühwein hergestellt.