"Tag der alkoholgeschädigten Kindes": Jeder Schluck ist einer zu viel

Gesundheit Tag macht seit 1999 auf die Folgeschäden von Alkohol während der Schwangerschaft aufmerksam

Geschätzt kommen in Deutschland jedes Jahr ungefähr 10.000 Neugeborene mit alkoholbedingten Schädigungen zur Welt. Etwa 3.000 von ihnen leiden unter dem Fetalen Alkoholsyndrom (FAS), was bedeutet, dass Betroffene Verhaltensauffälligkeiten, Fehlbildungen und Organschäden zeigen können.

Alkohol gelangt über Plazenta direkt zum Ungeborenen

Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, wird seit 1999 jährlich am 9. September de "Tag des alkoholgeschädigten Kindes" begangen. Gesundheitsministerin Petra Köpping erklärt dazu: "Alkohol ist ein Zellgift und kann deshalb bei jedem Menschen zu körperlichen Beeinträchtigungen führen. Da es aber auch plazentagängig ist, birgt es für den Embryo bzw. Fetus ein ungleich größeres Risiko einer irreversiblen Schädigung. Jeder Tropfen Alkohol, den die werdende Mutter trinkt, gelangt über die Plazenta direkt zum Ungeborenen. Und jeder Tropfen Alkohol ist damit einer zu viel."

Auftreten von FASD in jeder Gesellschaftsschicht

Da die Leber des Ungeborenen je nach Stadium der Schwangerschaft den Alkohol noch nicht bzw. im Vergleich zur Mutter nur sehr viel langsamer abbauen kann, kann der Alkoholkonsum zu einer Beeinträchtigung der Organentwicklung sowie der Entwicklung des Gehirns führen. Auch wenn ein Kind zum Geburtszeitpunkt unauffällig erscheint, können sich zu einem späteren Zeitpunkt je nach Schweregrad der Krankheit Zeichen einer bleibenden Gehirnschädigung herausstellen, die auf den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft zurückzuführen sind. Diese pränatalen Schädigungen werden unter dem Oberbegriff FASD, was für Fetale Alkoholspektrumstörungen steht, zusammengefasst. Neben dem Vollbild des fetalen Alkoholsyndroms umfasst FASD je nach Ausprägung verschiedene Unterkategorien und tritt in allen Gesellschaftsschichten auf.

Alle sind gefordert

Um diesen Schädigungen entgegen zu wirken, bedürfe es lediglich 40 Wochen kompletten Verzicht auf Alkohol, so die Ministerin. Um die Gefahren von Alkohol während der Schwangerschaft in der Gesellschaft bekannter zu machen, sei eine frühzeitige Aufklärung in der Schule besonders wichtig. "Ich sage auch ganz klar, dass wir hier alle gefordert sind." So sei neben einer frühzeitigen Aufklärung auch die Aufmerksamkeit des Umfeldes von großer Bedeutung, so zum Beispiel die des Partners, von Freunden und Freundinnen, der Familie oder Ärzten bzw. Ärztinnen, so Köpping.

Weitere Informationen und Hilfestellungen zu Fetalen Alkoholspektrumstörungen finden sich auf der Internetseite der Bundesdrogenbeauftragten, hier oder bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.