Tagung von Muschel-Forschern aus aller Welt

Umwelt Mitglieder aus 18 Ländern kommen in Dresden zusammen

Dresden. 

Dresden. Die Technische Universität Dresden und die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt tagen vom 25.-27. März 2019 mit Flussmuschelexpertinnen und -experten aus 18 Ländern im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium (BMBF) und Bundesumweltministerium (BMU) gemeinsam geförderten Projektes "ArKoNaVera" in Dresden. Dabei kommt es unter anderem zur Vorstellung aktueller Methoden zur Identifizierung und Charakterisierung geeigneter Muschelhabitate.

Forschung zum Schutz der bedrohten Muschel-Arten

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit sind viele Flussmuschelarten in ihren Beständen rückläufig. Naturschützer aus Wissenschaft und Praxis versuchen, die zum Teil nur noch relikthaft vorkommenden Arten zu unterstützen, indem ihre Lebensräume wieder aufgewertet und besonders bedrohte Arten nachgezüchtet werden. So hofft man, dass die Arten langfristig wieder in vielen ihrer ursprünglichen Verbreitungsgebiete leben können. Damit das gelingen kann, sollen die Ansprüche der Muscheln an ihre Lebensräume und an ihre Nahrung noch besser erforscht werden. Nur so können die Muschelaltbestände überleben und nachgezüchtete Muscheln in geeigneten Gewässern wieder angesiedelt werden.

Doch auch die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, müssen berücksichtigt werden. Hochwasserereignisse, steigende Wassertemperaturen und im Extremfall ausgetrocknete Bäche setzen die letzten Muschelvorkommen zusätzlich unter Druck.

Untersuchungen von Fließgewässern auch im Vogtland

Die Mitarbeiter des aktuellen Bundesprojektes zum Schutz von Flussmuscheln (ArKoNaVera) untersuchen seit über drei Jahren ausgewählte vogtländische und bayerische Fließgewässer im Hinblick auf die Anforderungen und Schutzmöglichkeiten der Flussperlmuschel und Malermuschel. Ergänzend wurden genetische und weitere biologische Aspekte der beiden Muschelarten untersucht. Das Projektteam stellt die bisherigen Ergebnisse auf der Tagung zur Diskussion. Ihre Befunde werden durch zahlreiche internationale Vorträge mit neuen Erkenntnissen zum Muschelschutz ergänzt.

Zusammenstellung von allgemeinen Handlungsempfehlungen zum Artenschutz

Ziel der Veranstaltung mit dem Titel "Freshwater mussels: Search for resettlement habitats and evaluation of protection measures" ist es, aktuelle Methoden zur Identifizierung und Charakterisierung geeigneter Muschelhabitate vorzustellen und zu diskutieren sowie Indikatoren für optimale Habitate zur Auswilderung bedrohter Süßwassermuscheln zu identifizieren. Mit ihrer Hilfe sollen im Rahmen des Projektes möglichst allgemeingültige Handlungsempfehlungen zusammengestellt werden, mit denen sich aussichtsreiche Schutzbemühungen auch außerhalb der pilothaft untersuchten Gewässer planen lassen. Der Eröffnungsvortrag findet am 25.03. um 11 Uhr im Penck Hotel in Dresden statt.