Unwetter im Anmarsch: Bleiben Sachsens Schulen offen – oder dürfen Kinder zu Hause bleiben?

Der Winter zeigt sich am Freitag von seiner rauen Seite

Region

Der Winter meldet sich in den kommenden Tagen mit voller Wucht. Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) müssen sich die Menschen in Sachsen in den kommenden Tagen auf eine gefährliche Wetterlage einstellen. Erwartet werden überfrierende Nässe, kräftiger Schneefall, Schneeverwehungen und teils eisige Temperaturen. Vor allem am Freitag könnte das Wetter turbulent werden: Starker Wind, Schnee und regional auch Regen mit erheblicher Glättegefahr. Und Eltern fragen sich: Müssen Kinder unter diesen Bedingungen in die Schule?

Norden macht dicht: Schulen schließen bereits

Während Sachsen noch abwägt, haben andere Bundesländer bereits klare Entscheidungen getroffen. In Hamburg, Bremen und Teilen Niedersachsens bleiben die Schulen am Freitag geschlossen. Hintergrund sind Unwetterwarnungen des DWD, der für Norddeutschland Schneemengen von bis zu 20 Zentimetern innerhalb von zwölf Stunden prognostiziert. Hinzu kommen stürmische Böen, die Schneeverwehungen zusätzlich verschärfen.

Prüfungen abgesagt, Distanzunterricht vorgesehen

Hamburgs Schulbehörde hat die Schulleitungen angewiesen, Schülerinnen und Schüler – insbesondere bis zur sechsten Klasse – vorsorglich mit Unterrichtsmaterialien auszustatten oder auf Onlineunterricht vorzubereiten. Auch Prüfungen wurden abgesagt, für ältere Jahrgänge ist Distanzunterricht vorgesehen. Trotz Schulschließungen soll es eine Notbetreuung geben. Hunderttausende Kinder sind betroffen.

Und Sachsen?

In Sachsen gibt es bislang keine einheitliche Entscheidung zur Schließung der Schulen. Das Kultusministerium setzt auf Eigenverantwortung vor Ort. Jede Schule kann selbst entscheiden, ob der Präsenzunterricht stattfinden kann oder nicht. Maßgeblich seien die jeweiligen lokalen Wetter- und Verkehrsbedingungen. Die Schulleitungen würden die Lage verantwortungsvoll einschätzen und entsprechend handeln. Eine zentrale Vorgabe aus Dresden wird es demnach nicht geben.

Eltern haben das letzte Wort beim Schulweg

Besonders wichtig: In Sachsen liegt die Verantwortung für den Schulweg bei den Eltern. Wenn der Weg zur Schule aufgrund von Schnee, Eis oder Sturm als zu gefährlich eingeschätzt wird, dürfen Eltern ihre Kinder zu Hause behalten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Schule rechtzeitig informiert wird. Fehlzeiten gelten in diesem Fall nicht als unentschuldigt.

Wetterdienst warnt: Lieber zu Hause bleiben

Der Deutsche Wetterdienst rät, am Freitag möglichst auf unnötige Wege zu verzichten. Wer nicht zwingend unterwegs sein muss, sollte zu Hause bleiben und das Auto stehen lassen. Die Kombination aus Schnee, Glätte und starkem Wind birgt ein erhöhtes Unfallrisiko – nicht nur auf Straßen, sondern auch auf Gehwegen.

Chemnitz informiert

Die Stadt Chemnitz als Träger der Schülerbeförderung informiert darüber, dass die vertraglich gebundene Schülerbeförderung mit beauftragten Fahrunternehmen morgen regulär stattfindet. „Der Unterricht findet grundsätzlich statt. Die Entscheidungen über organisatorische Maßnahmen im Schulbetrieb obliegt der Schulleitung vor Ort“, informiert die Stadt. Die Verantwortung für den Schulweg liege gemäß geltender Rechtslage bei den Eltern.

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