Videosprechstunden statt langer Wartezeit: Sachsen fördert Telemedizin

Digital "Sächsischer Tag der Telemedizin" in Leipzig

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Foto: Dutko/Getty Images/iStockphoto  Foto: Dutko/Getty Images/iStockphoto

Leipzig. Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch hat am Montagmorgen gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer den "Sächsischen Tag der Telemedizin" in Leipzig eröffnet. Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentieren sich über 25 Projekte aus dem Bereich der Digitalisierung im Gesundheitswesen und der Telemedizin. Es wird über den aktuellen Stand der Telemedizin in Sachsen diskutiert und die aktuellen Entwicklungen auf Bundesebene.

Die Lockerung des Fernbehandlungsverbotes erleichtert die Kommunikation

Ein wichtiger Schritt für die Entwicklung der Telemedizin wurde im Mai auf dem Deutschen Ärztetag getan mit der Lockerung des Fernbehandlungsverbotes. Dadurch konnte auch in Sachsen die Berufsordnung angepasst werden. Durch digitale und telemedizinische Dienste können Ärzte und Patienten zusammengebracht werden. Beispielsweise die Videosprechstunde erspart älteren Menschen die Busfahrt in städtische Praxen und lange Wartezeiten.

Angehörige und Pflegepersonal, aber auch Arztpraxen, Notaufnahmen und Krankenhäuser können so entlastet werden und die elektronische Patientenakte kann die sektorübergreifende Kommunikation beschleunigen und vereinfachen. Derzeit werden niedergelassene Arztpraxen an die Telematikinfrastruktur angeschlossen, weitere Akteure sollen zeitnah folgen.

Sachsen hat bisher bereits 16,7 Millionen Euro in innovative E-Health-Maßnahmen und Projekte im Bereich Ambient Assisted Living investiert und damit Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von etwa 21 Millionen Euro angeschoben.

Wichtig sind der Breitbandausbau und die Akzeptanz bei Ärzten und Patienten

Gesundheitsministerin Barbara Klepsch sieht die Telemedizin als einen bedeutenden Baustein bei der flächendeckenden Sicherstellung der medizinischen Versorgung. Allerding stünde die Entwicklung bisher erst am Anfang. "Wichtig ist mir, dass Patienten als Adressaten der Telemedizin gut in die Entwicklungen einbezogen werden. Damit Telemedizin den Bürgerinnen und Bürgern einen echten Nutzen bringt, brauchen wir aber auch die Akzeptanz bei den Ärzten und Patienten", so die Ministerin.

Auch Michael Kretschmer schätzt die Bedeutung der Telemedizin hoch ein. Um entsprechende Angebote auszubauen, sei auch der Breitbandausbau entscheidend: "Der Freistaat fördert deswegen ganz gezielt auch den Breitbandausbau als eine Grundlage für neue und leistungsstarke Anwendungen", so Kretschmer.