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Vier Welterbekandidaten aus Sachsen

UNESCO Kabinett gibt Vorschläge an die Kulturministerkonferenz weiter

Der Freistaat Sachsen wird die Göltzschtalbrücke im Vogtland sowie die Stätten des Meissener Porzellans als neue Kandidaten für das UNESCO-Welterbe an die Kulturministerkonferenz melden. Das hat heute (28. September 2021) das Kabinett entschieden. Das Kabinett folgt damit dem einvernehmlichen Votum einer Bewertungskommission, die drei für die Auswahl in Sachsen vorliegende Bewerbungen vor Ort besichtigt und bewertet hat.

Sowohl für die Göltzschtalbrücke als auch für die Stätten des Meissener Porzellans sah die Kommission das größte Potenzial für den Nachweis des außergewöhnlichen universellen Wertes. Neben ihrem Votum gab die Kommission den Bewerbern Empfehlungen, wie die eingereichten Unterlagen qualifiziert und damit für das weitere Verfahren noch aussichtsreicher gestaltet werden können.

Zwei Kandidaten versuchen es ein zweites Mal

Ebenfalls auf der Liste von Kandidaten aus Sachsen sind weiter die Gartenstadt und das Festspielhausensemble Hellerau in Dresden sowie Görlitz - ein Architekturensemble an der Via Regia. Beide hatten sich bereits für die Fortschreibung der deutschen Bewerberliste im Jahr 2014 beworben und damals die Empfehlung erhalten, ihre Anträge für eine erneute Bewerbung zu ertüchtigen.

Deutschland hat die Fortschreibung der sogenannten Tentativliste, also seiner Liste mit Vorschlägen für das UNESCO-Welterbe, für das Jahr 2024 vorgesehen. Jedes Bundesland kann dafür zwei Vorschläge einreichen. Welche der vorgeschlagenen Bewerber auf die Tentativliste gesetzt werden, entscheidet im Jahr 2023 die Kulturministerkonferenz nach der Evaluierung der Vorschläge durch ein international besetztes Expertengremium.

Daneben strebt das Land Brandenburg eine Bewerbung der Lausitzer Tagebaufolgelandschaft für die Aufnahme in die bundesweite Tentativliste an. Teile des potenziellen Antragsgebietes liegen in den sächsischen Landkreisen Bautzen und Görlitz.

Sachsen an internationalem Projekt beteiligt

Unabhängig von der Fortschreibung der deutschen Tentativliste ist die Brüdergemeine Herrnhut mit Schloss Berthelsdorf eingeladen, sich gemeinsam mit Bethlehem (Pennsylvania/USA) und Gracehill (Nordirland/Großbritannien) um die Erweiterung der bestehenden Welterbestätte "Christiansfeld, eine Siedlung der Brüdergemeine" in Dänemark zu bewerben. Für diesen Erweiterungsantrag liegt die Federführung bei den Vereinigten Staaten.

In Sachsen befinden sich mit der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří sowie dem Fürst-Pückler-Park Bad Muskau/Park Mużakowski zwei grenzübergreifende Welterbestätten.