Vom Hörsaal zur Ausbildung

Bildung "Quickstart" für erleichterte Neuorientierung

Kultusstaatssekretär Herbert Wolf gab heute den Startschuss für das neue Landesprojekt "Quickstart Sachsen": "Ziel ist es, Studienzweifler und Studienabbrecher für eine Berufsausbildung zu gewinnen."

"Auf der einen Seite leidet die Wirtschaft unter dem Fachkräftemangel. Auf der anderen Seite ist die Zahl der Studienabbrecher zu hoch. Beide Probleme müssen wir lindern. Wir wollen in Zukunft die Studienabbrecher mit den Unternehmen noch besser zusammen bringen.", so Wolff und betont gleichzeitig warum das Projekt so wichtig ist. Mit 1,4 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Vorhaben von 2018 bis 2020.

Neue Türen öffnen sich

Kultusstaatssekretär Wolff betonte in seiner Auftaktrede vom 19. September, dass ein gescheitertes Studium keinen Untergang bedeutet, denn Ausbildungen können neue Wege zur beruflichen Karriere aufzeigen. "Gründe für einen Studienabbruch gibt es viele und es ist sicher kein schönes Gefühl. Aber entscheidend ist, wie geht es dann weiter. Quickstart Sachsen hilft beim Umstieg vom Hörsaal in die berufliche Ausbildung. Das stärkt die Wirtschaft und die Chancen der Studienabbrecher", so Wolff. Knapp jeder vierte bricht im Bundesdurchschnitt seinen Bachelorstudiengang ab.

Neue Optionen um Talente besser zu fördern

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange mahnt: "Es ist wichtig, Studienabbruch nicht als Scheitern junger Menschen zu begreifen, sondern als Korrektur einer Weichenstellung in einem durchlässigen Bildungssystem. Im dualen System eröffnen sich Studienzweiflern und -abbrechern häufig neue Optionen, die besser zu ihren Talenten passen. Das führt letztlich auch zu höherer Lebenszufriedenheit. Ich habe dabei das mutige Korrigieren nie als Schwäche, sondern als große Stärke der Betroffenen wahrgenommen. Mein Haus unterstützt aber nicht nur das Leuchtturmprojekt Quickstart. Um Studierenden frühzeitig zu helfen, bevor sie ein Studium beginnen oder wenn sie in Schwierigkeiten kommen, fördern wir viele Maßnahmen an den Hochschulen, die den Studieneinstieg erleichtern und den Studienerfolg erhöhen sollen, damit es gar nicht zu Zweifeln oder zum Abbruch kommt."

Übergang zur Ausbildung soll erleichtert werden

Um den Übergang zwischen Studienabbruch und Ausbildungsstart zu erleichtern, werden spezielle Mitarbeiter an Hochschulen tätig, deren Aufgaben unter anderem Netzwerkarbeit, Weiterentwicklung von Werbematerialen und das Finden von passenden Ausbildungsberufen umfassen. Eine Website wurde entwickelt, auf der sich Studienzweifler-und Abbrecher sowie Unternehmen und Netzwerkpartner zu Projekten informieren und passende Beratungsstellen finden können.

Bei der beruflichen Neuorientierung helfen auf die Berufsberater der Arbeitsagenturen direkt an den sächsischen Hochschulen. Diese kennen die Berufe, deren Anforderungen und Zukunftsaussichten und wissen, welche Unternehmen freie Ausbildungsplätze anbieten. Seit Jahren gibt es unbesetzte Lehrstellen, dem soll nun mit optimierter Beratung entgegen gewirkt werden. "Studium und Ausbildung sollten mit dem Blick auf die hohen Fachkräftebedarfe zum Start eines Berufslebens als gleichrangig angesehen werden. Dann ist auch die Ausbildung nach einem Studienabbruch eine gute Wahl. Für alle, die anschließend weiterkommen wollen, gibt es heute viele Aufstiegsmöglichkeiten", sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit.

Das Projekt wird durch das Kultusministerium und die TU Bergakademie Freiberg geleitet und steht in Kooperation mit vier weiteren Ministerien und acht sächsischen Hochschulen. Ebenfalls Netzwerkpartner sind die Regionaldirektion Sachsen der Agentur für Arbeit und alle Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern und Kammern für freie Berufe des Freistaates.