Wenig Anreize für die Selbständigkeit

Gründerreport 2016 erneut weniger Existenzgründungen im Freistaat

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Foto: Shironosov/Getty Images/iStockphoto

Das Gründungsgeschehen in Sachsen folgt dem bundesweiten Trend: Im vergangenen Jahr waren erneut sinkende Gründungszahlen sowohl im Haupt- als auch im Nebenerwerb zu verzeichnen. Insgesamt gibt es derzeit nur etwa halb so viele Gründungen wie noch vor zehn Jahren.

Das geht aus dem aktuellen Sächsischen Gründerreport hervor, den das Sächsische ExistenzgründerNetzwerk (SEN) bereits zum sechsten Mal veröffentlicht. Demnach gingen 2016 insgesamt 10.328 Gründer den Weg in die hauptberufliche Selbstständigkeit - rund 800 weniger als 2015. Die Zahl der Neugründungen im Nebenerwerb lag im Vorjahr bei 10.187. Damit wurde ein Rückgang um zehn Prozent gegenüber 2015 verzeichnet.

Auch der sogenannte Gründungssaldo - die Differenz aus Existenzgründungen und Liquidationen - bleibt weiter negativ und lag bei rund 2.880 Unternehmen. Dies sei vor allem deshalb bemerkenswert, weil die Entwicklung bei den gewerblichen Firmenschließungen rückläufig ist. Der negative Gründungssaldo hält dennoch bereits seit dem Jahr 2007 an und pegelt sich seit 2012 in etwa auf dem gleichen Niveau ein.

Gute Arbeitsmarktbedingungen? Kein Grund für Risiken

Als Gründe für die niedrige Gründungsbereitschaft nennt das Netzwerk vor allem die günstige Konjunktur und die daraus resultierenden guten Arbeitsmarktbedingungen. So sehen viele Arbeitnehmer wenige Anreize, das vermeintliche Risiko einer Gründung einzugehen. "Würdigung und Wertschätzung der Unternehmensgründung und der dahinter stehenden Personen", fordert daher Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, die aktuell den Ratsvorsitz im SEN innehat.

Das Netzwerk veröffentlichte mit dem Gründerreport auch klare Handlungsempfehlungen, um mehr Gründungsdynamik in Sachsen zu erzielen: Bürokratieabbau bei der Umsatzsteuervoranmeldung, stärkere Anreize für Nebenerwerbsgründungen setzen, eine Weiterentwicklung der Beratungsinfrastruktur.