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Weniger Selbständige nach der Pandemie?

Umfrage Finanzielle Risiken größer geworden - wirtschaftliche Langzeitfolgen befürchtet

Deutschland droht nach der Corona-Krise ein nachhaltiger Aderlass an selbständigen Unternehmern und Freiberuflern. Diese Einschätzung der Langzeitfolgen ergibt sich aus der repräsentativen Befragung von mehr als 3.600 Berufstätigen in Deutschland, die von der HDI Lebensversicherung AG zusammen mit dem Institut YouGov durchgeführt wurde. So will mehr als ein Drittel der Angestellten, die vor Corona Pläne für eine berufliche Selbständigkeit hatten, diese jetzt nicht mehr weiterverfolgen.

Lieber angestellt als selbständig

Unter allen Angestellten in Deutschland ist zudem fast die Hälfte (47 Prozent) überzeugt, dass es nach der Corona-Zeit hierzulande weniger Selbständige als zuvor geben wird. Tatsächlich ergibt die gleichzeitige Befragung von bereits Selbständigen im Rahmen der HDI-Untersuchung auch dafür Belege: Fast jeder sechste Selbständige gibt demnach an, dass er bei passender Gelegenheit "jetzt lieber in ein Angestelltenverhältnis wechseln möchte, wenn ich die Gelegenheit hätte". Jeder siebte Selbständige sagt zudem, dass "ich meinen Kindern durch die Erfahrungen der Corona-Zeit nicht mehr zur beruflichen Selbständigkeit raten könnte".

Wirtschaftliche Entwicklung in Gefahr

"Deutschland lebt von seinem Unternehmertum. Der Mittelstand und eine hohe Zahl an Neugründungen bringen neue Ideen, Fortschritt und langfristig Arbeitsplätze. Wenn viele Menschen nun Angst vor der Selbständigkeit haben, ist das eine ernste Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands", befürchtet Patrick Dahmen, Vorstandsvorsitzender HDI Lebensversicherung. Im "New Normal" nach der Corona-Zeit sei besonders viel neuer wirtschaftlicher Schwung nötig, um die Folgen der Pandemie abzufedern. Dabei würden insbesondere der Mittelstand sowie Unternehmensgründungen wichtige Impulse senden.

Wachsendes Risiko für Selbständige

Fast zwei Drittel (71 Prozent) der Selbständigen geben in der HDI-Untersuchung an, "dass durch die Corona-Zeit die finanziellen Risiken für Selbständige in Deutschland größer geworden sind." Mehr als jeder fünfte Selbständige (21 Prozent) hat seither persönlich auch bereits finanzielle Existenzängste. Zwei von drei der befragten Selbständigen (64 Prozent) sagen daher schließlich voraus, "dass es durch die Corona-Zeit zu einer Pleitewelle in Deutschland kommen wird".

Marketing- und Medienbranche am pessimistischsten

Mit Abstand am stärksten ausgeprägt ist die Furcht bei Erwerbstätigen im Bereich Marketing, Werbung und Medien. In dieser traditionell durch viele kleine und Kleinst-Unternehmen geprägten Branche erwarten drei Viertel aller Beschäftigten eine Pleitewelle und auch 69 Prozent einen Schwund an Selbständigen nach der Corona-Zeit. "Die Ergebnisse sind leider sehr ernüchternd, bestätigen aber den Trend in Deutschland zu weniger Selbständigkeit", so Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). "Die Politik und die Gesellschaft müssen schon jetzt Anreize dafür schaffen, Selbständigkeit zu fördern - sei es durch den Abbau bürokratischer Hürden, Förderung oder einer höheren Wertschätzung von Unternehmertum in Deutschland."

Während dessen steigen die Infektionszahlen immer weiter an. Wird nun in der Landesregierung schon über eine Abriegelung von einzelnen, stark von Corona betroffenen Kommunen nachgedacht oder nicht?  

 



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