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Westsachsen

Wie ansteckend ist man nach der Corona-Impfung?

Corona Studien belegen die hohe Wirksamkeit der zugelassenen Impfstoffe

Für Geimpfte und Genese sollen zentrale Corona-Beschränkungen abgeschafft werden. Der Bundestag stimmte jüngst mit großer Mehrheit einer entsprechenden Verordnung der Bundesregierung zu. Demnach sollen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen vollständig entfallen. Sie bräuchten für Geschäfte und den Friseur-Besuch keinen negativen Corona-Test. Zudem würden sie bei Treffen mit Ungeimpften aus dem Familien- oder Freundeskreis nicht mitgezählt. Schon am Wochenende könnten die Erleichterungen in Kraft treten. Doch geht von geimpften Personen wirklich kein Ansteckungsrisiko mehr aus? Alle Fragen und Antworten rund um den Schutz einer Covid-19-Impfung.

Kann es trotz Impfung zu einer COVID-19-Erkrankung kommen?

Ja, laut Robert Koch-Institut ist dies möglich, da die Impfung keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Zu einer Erkrankung kann es auch dann kommen, wenn die Infektion kurz vor der Impfung stattgefunden hat. Das heißt, wenn in der Inkubationszeit geimpft wurde. Auch kurz nach der Impfung, kann man noch schwer erkranken, weil der Impfschutz nicht vollständig ausgebildet werden konnte. Eine Wirkung der Impfung tritt in der Regel 10 bis 14 Tage nach der ersten Impfstoffdosis ein. Deshalb sollten auch nach der Impfung unbedingt die bekannten Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen eingehalten werden: Abstand halten, Hygiene beachten, Maske tragen. Eine möglichst hohe Frischluftzufuhr in geschlossenen Räumen reduziert darüber hinaus die Anreicherung von für die Infektion verantwortlichen Aerosolen.

Wie wirksam sind die bis jetzt zugelassenen Impfstoffe?

Nach derzeitigem Kenntnisstand bieten die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna eine hohe Wirksamkeit. Dafür muss der Impfstoff zweimal verabreicht werden. Die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, war 14 Tage nach der zweiten Impfung um etwa 95 Prozent geringer als bei den nicht geimpften Personen.

Der Vektor-basierte Impfstoff von AstraZeneca hat unter Einhaltung des empfohlenen Abstands von zwölf Wochen zwischen beiden Impfungen eine Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent in allen Altersgruppen. Das heißt, bei vier von fünf Personen erkranken nicht an COVID-19. Sollte es doch zu einer Erkrankung kommen, dann verläuft diese in der Regel nicht sehr schwer. Zu 95 Prozent kann ein Krankenhausaufenthalt verhindert werden.

Der Vektor-basierte Impfstoff von Johnson & Johnson bietet nach derzeitigem Kenntnisstand nach der empfohlenen einmaligen Impfdosis eine Wirksamkeit von etwa 65 Prozent in allen Altersgruppen und eine Wirksamkeit von etwa 75 Prozent gegen schwere Verläufe. Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit bei allen zugelassenen Impfstoffen noch nicht bekannt.

Können Personen, die vollständig geimpft sind, das Virus weiterhin übertragen?

Daten aus Zulassungs- und Beobachtungsstudien belegen, dass die in Deutschland zur Anwendung kommenden Impfstoffe symptomatische und asymptomatisch SARS-CoV-2-Infektionen in einem erheblichen Maße verhindern. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung PCR-positiv wird, ist bereits niedrig, aber nicht Null. Auf Basis der bisher vorliegenden Daten ist außerdem davon auszugehen, dass die Viruslast bei Personen, die trotz Impfung infiziert werden, stark reduziert und die Virusausscheidung verkürzt ist. Aus Public-Health-Sicht erscheint durch die Impfung das Risiko einer Virusübertragung in dem Maß reduziert, dass Geimpfte bei der Epidemiologie der Erkrankung keine wesentliche Rolle mehr spielen.

Sollen Personen, die eine Infektion durchgemacht haben oder von COVID-19 genesen sind, geimpft werden?

Es ist davon auszugehen, dass genesene Personen zumindest vorübergehend über einen gewissen Schutz vor einer Erkrankung verfügen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung frühestens sechs Monate nach Genesung, unter anderem zur Vermeidung überschießender Nebenwirkungen. Allerdings geben die bisher vorliegenden Daten insgesamt keine Hinweise darauf, dass die Impfung nach bereits durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion problematisch oder mit Gefahren verbunden wäre - das gilt für Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfung. In den Zulassungsstudien der beiden mRNA-Impfstoffe waren auch Teilnehmer involviert, die bereits im Vorfeld eine Infektion durchgemacht hatten. Die Impfung wurde von diesen Personen nicht schlechter vertragen.

Muss eine COVID-19-Impfung zu einem späteren Zeitpunkt aufgefrischt werden?

Für die COVID-19-Impfstoffe liegen aktuell noch keine Daten vor, ob und in welchem Zeitabstand eine Auffrischimpfung notwendig sein wird. Die Beantwortung dieser Frage hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Dauer des Impfschutzes nach primärer Impfserie, der Wirkweise des Impfstoffs, möglicher Immunitätsentwicklung gegen Impfstoffkomponenten oder der Wirksamkeit gegen neue Virusmutationen. Bei vielen Standard- oder Indikationsimpfungen ist empfohlen, nach einem bestimmten Zeitintervall eine Auffrischimpfung zum Erhalt des Impfschutzes durchzuführen.



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