Wie effektiv ist "moderner Vollzug"?

Jugendarrest Sachsen arbeitet an eigenem Gesetz für straffällige Teenager

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Blick in den Plenarsaal des Landtags in Dresden. Foto: Sächsischer Landtag/Steffen Giersch

Dresden. Sachsen wird den Jugendarrestvollzug künftig auf eine eigene landesgesetzliche Grundlage stellen und damit die bislang geltenden bundesrechtlichen Bestimmungen ersetzen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde letzte Woche von der Staatsregierung freigegeben. "Mit der Einführung eines eigenständigen Jugendarrestvollzugsgesetzes wird die Grundlage für einen modernen, erzieherisch ausgestalteten Vollzug des Jugendarrestes geschaffen", sagte Justizminister Sebastian Gemkow.

Einfühlungsvermögen in die Opfer wichtiges Ziel

"Durch den Ausbau bestehender Kooperationen mit externen Einrichtungen ermöglichen wir eine übergreifende Betreuung straffälliger junger Menschen." Ziel müsse es sein, dass sich straffällig gewordene Jugendliche während des kurzen Freiheitsentzugs ihrer Probleme bewusst werden. Sie sollen ihr Einfühlungsvermögen in die Situation der Opfer stärken und lernen, ihre persönlichen und sozialen Schwierigkeiten zu bewältigen und Konflikte künftig angemessen zu lösen.

Zudem sollen die rechtlichen Voraussetzungen für eine Videoüberwachung von Hafträumen geschaffen werden. Der Jugendarrest wird in Sachsen unter anderem in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz vollzogen.