Wie geht es Studierenden in Sachsen?

Chancengleichheit Über die Hälfte der Studenten hat Beratungsbedarf

Im Auftrag des Deutschen Studentenwerks vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung wird seit 1982 eine Studie zur wirtschaftlichen und sozialen Situation von Studierenden in Sachsen erstellt.

Am heutigen Freitag stellten Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange und Anja Schönherr, Geschäftsführerin des Studentenwerks Chemnitz-Zwickau und Sprecherin der sächsischen Studentenwerke die Ergebnisse dazu vor.

Weiterer Ausbau und Förderungen stehen bevor

"Dank dieser Regionalauswertung haben wir nun ein umfassendes Bild des Sozialprofils der Studierenden an sächsischen Hochschulen. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der sozialen Rahmenbedingungen für den Hochschulzugang und den Studienerfolg. Außerdem umreißt die Studie die Notwendigkeit der umfangreichen Aufgabenpalette der Studentenwerke von der preisgünstigen Verpflegung über den Betrieb von Wohnheimen bis zu kulturellen Aktivitäten und Angeboten zur Sozial- und psychosozialen Beratung oder der Unterstützung von Studierenden mit Beeinträchtigungen. Sachsen entwickelt sich nach wie vor zu einem attraktiven Studienstandort und die Studentenwerke leisten dafür eine hervorragende Arbeit. Der Freistaat wird in den Jahren 2019 und 2020 mit jeweils elf Millionen Euro den Betrieb der Verpflegungseinrichtungen und die sozialen Beratungs- und Betreuungsangebote der Studentenwerke unterstützen. Weitere fünf Millionen Euro 2019 und sieben Millionen im Jahr 2020 sind als Zuschüsse für Investitionen für Verpflegungseinrichtungen und die Sanierung und den gezielten Neubau von Wohnheimen im Haushalt eingestellt.", so Eva-Maria Stange.

Kurzer Überblick

Durchschnittlich 798 Euro stehen Studierenden an sächsischen Hochschulen im Monat zur Verfügung, davon werden in der Regel 259 Euro für Miete und 154 Euro im Monat für Essen ausgegeben. Etwa 27 Prozent der Studierenden erhalten BaföG, jedoch nimmt die Zahl der BaföG-Empfänger stetig ab. Hingegen bestreiten etwa 60 Prozent ihren Lebensunterhalt mit einem Nebenjob, hier ist die Tendenz steigen. Weiterhin sind etwa neun Prozent Studierende und Eltern zugleich und rund zehn Prozent haben studienerschwerende gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Bei der Auswertung der Erhebung wurde besonders deutlich, dass sowohl kostengünstige Angebote der Mensa oder Wohnheimzimmer, als auch Beratungsstellen gern angenommen werden und deshalb ein Ausbau dieser nötig sind. Mehr als die Hälfte der Studenten äußert bereits Beratungsbedarf in finanziellen, studienbezogenen und persönlichen Anliegen.

Chancengleichheit als großes Ziel für die Hochschule Sachsens

"Die sächsische Auswertung der 21. Sozialerhebung verdeutlicht, dass vor allem Studierende mit geringerem Einkommen sowie mit einem geringeren Bildungshintergrund der Eltern die Leistungen der Studentenwerke in Anspruch nehmen. So essen sie häufiger in der Mensa und wohnen häufiger im Studentenwohnheim als der Durchschnitt. Dies zeigt, dass soziale Leistungen wie das BAföG und die Angebote der Studentenwerke vor allem bei den besonders unterstützungsbedürftigen Studierenden ankommen und unverzichtbar sind für die Schaffung von Chancengerechtigkeit bei Studierenden unterschiedlicher sozialer Herkunft. .." so Anja Schönherr.