Winterzeit: Viren auf dem Vormarsch

Ratgeber Wie wir uns in der kalten Jahreszeit vor Infekten schützen

In den Jahreszeiten Herbst und Winter haben akute Atemwegserkrankungen Hochsaison - nicht erst seit Corona. Ob wir uns erkälten oder mit Viren anstecken, hängt dabei von vielen Faktoren ab. Es gibt zwei Ansatzpunkte, um das Erkrankungsrisiko zu senken: Man kann versuchen, einerseits Ansteckungen zu vermeiden und das Immunsystem andererseits als natürliches Schutzschild zu stärken. Die Stiftung Gesundheitswissen gibt Tipps, wie wir uns in der kalten Jahreszeit vor Infekten schützen können.

 

Ansteckungsrisiko senken

Regelmäßiges Händewaschen mehrmals am Tag mit Seife verringert die Zahl der Krankheitserreger auf den Händen. Mit einer konsequenten Händehygiene schützen wir nicht nur uns selbst vor einer Ansteckung, sondern verhindern auch die Verbreitung der Krankheitserreger in der Umgebung. Auch das Niesen oder Husten in die Ellenbeuge verringert die Verbreitung der Viren über die Hände. Wie uns das Corona-Virus in den letzten Monaten gelehrt hat, kommen wir auch um Kontaktbeschränkungen nicht herum. Also Abstand halten!

Frische Luft

Wir verbringen in den kalten Monaten mehr Zeit in geschlossenen, geheizten Räumen. Dadurch steigt das Infektionsrisiko - vor allem, wenn nicht richtig gelüftet wird. Grund: Mangelnder Luftaustausch einerseits und die Trockenheit der Raumluft andererseits führen dazu, dass Viren in geschlossenen Innenräumen länger umherschwirren können. Forscher konnten virenbeladenen Aerosole (kleinste Wassertröpfchen) noch drei Stunden nach dem Ausatmen in der Raumluft nachweisen. Experten raten zum Stoßlüften - also mit weit geöffnetem Fenster - für mindestens zehn bis fünfzehn Minuten. Noch effektiver und schneller ist der Luftaustausch durch das so genannte Querlüften, das gleichzeitige Öffnen von zwei gegenüberliegenden Fenstern. In diesem Fall können schon wenige Minuten reichen.

Immunsystem stärken

Es gibt Maßnahmen im Alltag, die unser Immunsystem stärken. Ob dadurch die Häufigkeit von akuten Atemwegserkrankungen tatsächlich reduziert wird, ist allerdings nicht endgültig durch Studien belegt. In einer Untersuchung konnte jedoch gezeigt werden, dass Personen, die weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, fast dreimal so häufig eine Erkältung bekommen wie Personen, die acht Stunden oder länger schlafen. Studien geben außerdem Hinweise darauf, dass Personen, die regelmäßig körperlich aktiv sind, seltener Erkältungen bekommen als weniger aktive Personen. Aktive Personen, die sich regelmäßig an fünf Tagen in der Woche bewegten, waren nur an halb so vielen Tagen im Jahr erkältet wie nicht aktive Personen. In Sachen Ernährung sollte man auf eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse achten. Die darin enthaltenen Vitamine und Spurenelemente stärken die Immunabwehr. Auch Ingwer, Knoblauch, Kokosöl, Süßholz, Nüssen, Samen und Honig wird eine stärkende Wirkung nachgesagt. Saunagänge oder Wechselduschen sollen ebenfalls das Abwehrsystem stärken. Wichtig ist auch, Dauerstress zu vermeiden. Der entsteht zum Beispiel durch anhaltende Belastung im Job, aber auch durch Arbeitslosigkeit oder zwischenmenschliche Konflikte. Die Folge: Personen, die dauerhaft Stress ausgesetzt sind, erkälten sich häufiger als Personen ohne Dauerstress. In den Leitlinien verschiedener medizinischer Gesellschaften wird außerdem die Tabakentwöhnung zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten genannt.