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Wird die Stromversorgung trotz Kohleausstieg gesichert sein?

Energie Wirtschaftsminister warnen vor einem vorzeigigen Ausstieg

Dresden. 

Dresden. Sechs Bundesländer, die besonders von einem vorzeitigen Kohleausstieg betroffen sind, kritisieren die Arbeit der Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung". Sie fordern noch vor der Kommissions-Sitzung, die am 23. August stattfindet, eine gründliche Klärung der Fakten und der Folgen für Versorgungssicherheit und Strompreise.

Die Versorgung muss zuverlässig gesichert bleiben

Vor einer vorzeitigen Beendigung der Kohleverstromung soll demnach zunächst die energiewirtschaftliche Ausgangslage geklärt werden, um eine ausreichende Stromversorgung der Bevölkerung nicht zu gefährden. Dieser Forderung haben sich die Wirtschaftsminister von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland angeschlossen.

Gefordert wird die Entwicklung und Durchführung eines Stresstests für Versorgungssicherheit, bei dem auch die Entwicklungen in den europäischen Nachbarländern einbezogen werden.

Trotzdem wird ein innovatives, modernes und zukunftsfestes Energiesystem angestrebt

Martin Dulig sagt dazu: "Wir brauchen auch weiterhin flexible und konventionelle Kraftwerke als Ergänzung der Erneuerbaren. So lange bis Stromspeicher, Nachfrageflexibilisierung und intelligente Netze diese Rolle vollständig übernehmen können." Man sei jedoch weiterhin auf dem Weg in Richtung innovatives, modernes und zukunftsfestes Energiesystem.

Die Gefahr der Importabhängigkeit muss verhindert werden

Brandenburgs Minister Albrecht Gerber sieht außerdem die Gefahr, dass man sich durch einen frühzeitigen Ausstieg importabhängig mache: "Flexible konventionelle Kraftwerke gewährleisten, dass die Energieversorgung sicher und bezahlbar bleibt. Sie werden noch so lange gebraucht, bis die erneuerbaren Energien diese Aufgabe vollständig übernehmen können." Benötigt werde demnach ein schneller Ausbau der Stromleitungen und Speicher im industriellen Maßstab.

Es geht um über 800.000 Arbeitsplätze

Andreas Pinkwart, Wirtschafts- und Energieminister von Nordrhein-Westfalen merkt an, dass ein vorzeitiger Ausstieg zudem zu steigenden Börsenstrompreisen führen und der Industrie schaden würde. "Dabei steht viel auf dem Spiel: Die sichere Versorgung dieser Unternehmen zu international wettbewerbsfähigen Preisen entscheidet über die Zukunft von bundesweit mehr als 800.000 Arbeitsplätzen", so der Minister.



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