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Schneechaos in den Alpen: "Man steht da und kann nix machen"

Alpen Schwere Murenabgänge im Mölltal in Oberkärnten

Das Schneechaos in den Alpen ging in eine Hochwasserkatastrophe über. Nach intensiven Dauerregen sind die Folgen mittlerweile beachtlich. Der Zugverkehr Österreich-Italien steht nach wie vor still. In Sillian wird der Schnee im Akkord aus dem Ort gebracht. Weiter im Tal verursacht der Dauerregen/Starkregen und die verbundene Schneeschmelze für zahlreiche Murenabgänge, Überflutungen. Ganze Ortschaften und Täler sind von der Außenwelt abgeschnitten.

In vielen Städten herrscht Zivilschutzalarm 

In Lienz versucht die Feuerwehr mit zahlreichen Pumpen ein Hotel vor den Fluten zu schützen. Schwere Technik ist seit Sonntag 15 Uhr ununterbrochen an einer Brücke an der B 100 bei Grödnach tätig. Tonnen an Gestein holt er aus dem Fluss, welches aus den Bergen angespült wird. Die Wassermassen passen nur noch gerade so unter die Brücke durch.

Die Ortschaft Götschach steht teilweise unter Wasser. Das Wasser steht kniehoch in den Straßen. Radlader schaffen einen Wall aus Gestein und bauen damit einen Damm, damit das Wasser nicht noch mehr in den Ort fließen kann. Dramatisch war die Situation gegen Mitternacht auf der B 100 bei Greifenburg.

Gefährliche Muren seit Sonntagnacht

Ein Kameramann fuhr direkt auf eine Mure zu. Ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei warnte ihn rechtzeitig und schickte ihn zurück. Er sicherte den Bereich ab. Mit Winterdienstfahrzeugen versuchte man die Gesteinsmassen beiseite zu schieben. Das Gelang auch, doch dann wurde es dramatisch. Der komplette Hang, samt Wald drohte auf die B 100 zu stürzen. Der Reporter, sowie andere Verkehrsteilnehmer mussten die Autos und LKWs fluchtartig verlassen und knapp 500 Meter in Sicherheit rennen. Selbst die Mitarbeiter der Straßenmeisterei und die Feuerwehr rannten weg. Es folgte eine Vollsperrung der B 100. Lienz ist somit aus Spittal nicht mehr erreichbar. Zahlreiche weitere Täler sind ebenfalls nicht erreichbar, die Schule fällt am Montag im Bezirk Spittal aus.

Eine Lawine ging ebenso am Sonntagnachmittag in Bobojach in Osttirol gen Tal. Ein User dokumentierte die Lawine eindrucksvoll.

 

Schwere Murenabgänge im Mölltal in Oberkärnten

Am gestrigen Abend schossen gleich mehrere Muren durch die Ortschaft und richteten arge Schäden. Besonders dramatisch war die Situation am Ortseingang Reißeck. In Höhe des Möllstausee, direkt neben einem Kraftwerk, schoss eine 500 Meter breite Mure gen Tal. Sie riss eine Brücke mit sich und verfehlte zwei Wohnhäuser nur knapp. Ein Anwohner schildert die dramatische Situation. Er selber hatte ziemliche Angst, obwohl er einiges gewohnt ist.

Auch am Mitterberg schoss eine Mure gen Tal, verwüstete Grundstücke und Straßen. Der Schlamm spritzte einige Fenster voll und auf den Straßen lag der Schlamm kniehoch. Schwere Technik ist seit den Morgenstunden im Einsatz, um den Schlamm und Baumstämme von der Straße zu räumen.

Reißeck war mit am schlimmsten betroffen. Am Zwenberg wurden eine Bäuerin und ihr Sohn von einer Mure mitgerissen. Die Frau wurde schwer verletzt. Ein Wirtschaftsgebäude wurde regelrecht weggerissen. Ein Bundesheerhubschrauber und Polizeihubschrauber machen sich ein Bild von den Verwüstungen im Mölltal. Melanie Glanznig: "Wir haben Kaffee getrunken und dann hat es gerumpelt, wir laufen raus und sahen die Mure kommen. Die Mure ist vorbei am Haus. Man steht da und kann nix machen, ein grausiges Gefühl."



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