Einbrüche und Diebstähle: Wie kann ich mich schützen?

Sicherheit So sehen die Tendenzen der Polizei für 2017 aus

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Ein Sicherheitsschloss kann eine Maßnahme sein. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention

Viele Menschen wurden 2017 Opfer von Einbrüchen und Diebstählen. BLICK-Reporterin Kim Hofmann hat viele Tipps und Ratschläge zusammengefasst, die zur Prävention beitragen können.

Vor allem Städte betroffen

Es ist zwar nur ein Drittel der deutschen Bevölkerung, das in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern lebt. Doch dort wird die Hälfte aller Wohnungseinbrüche verübt. Und die Gesamtzahlen sind steigend, sowohl bei Wohnungseinbrüchen als auch bei Autodiebstählen, so die Polizeidirektion Chemnitz. Rückläufig dagegen verhält es sich bei den Fahrraddiebstählen.

Doch was kann man dagegen tun?

Was man am Haus tun kann: Keine Angst: alle hier aufgelisteten Vorschläge sind von der Polizei öffentlich geprüft. Denn das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen führt sogenannte "Errichterlisten", bei denen Unternehmen und ihre angebotenen Waren sich speziellen Aufnahmeverfahren unterziehen müssen, um in dieser Liste stehen zu dürfen. Sie sind also auf jeden Fall geprüft und zertifiziert - da kann fast nichts mehr schief gehen.

Um das Gelände einbruchsicher zu machen, bieten sich die Nachrüstung von Türen und Fenstern an. Um die Hausbesitzer zu warnen, können auch verschiedene Überfall- und Einbruchmeldeanlagen sowie Videoüberwachungsanlagen installiert werden. Dabei spielt besonders die richtige und fachgerechte Montage eine Rolle.

Dazu sei außerdem gesagt: Gegensprechanlagen oder Videokameras schrecken Täter oft schon zu Beginn hab und können auch "nur" aufgrund ihrer Präsenz und Optik helfen, die Tat verhindern.

Wie man Fahrzeuge schützen kann: Auch Autos sind beliebte Diebstahl-Ziele und können mit den einfachsten Tricks geöffnet oder beschädigt werden. Der Pkw kann zusätzlich mit Diebstahlwarnanlagen oder Wegfahrsperren gesichert werden.

Fahrräder stehen ebenfalls hoch im Kurs bei Langfingern. Grundsätzlich gilt: Auch wenn ein Fahrradschloss nicht im jeden Fall vor Raub schützt, es kann zunächst abschreckend wirken. Falls es allerdings doch zu einem Diebstahl kommt, sollte man vorbereitet sein. Hier könnte man mit Fahrradpässen, Rahmennummern und Kennzeichnungen vorsorgen, damit das eigene Zweirad nicht zur Hehler-Ware wird.

Was man selbst tun kann: Trotz vieler technischer Anlagen und Gerätschaften gibt es aber auch ein paar kleine Dinge, auf die jeder Zuhause achten kann - ohne Geld auszugeben.

Tipp 1: Auch wenn man nur kurz zum Nachbar eilt um zu plaudern, sollte man Fenster und Türen (besonders Balkontüren) schließen. Garagen- und Gartentore sind ebenfalls beliebte Ziele. Das kleine Kellerfenster wird auch oft vergessen. Erfahrene Täter beobachten ihr Ziel lange genug, um bei solchen zeitlichen Lücken zugreifen zu können - auch am helllichten Tag.

Tipp 2: Der uralte "Ich verstecke den Schlüssel unter etwas was wie ein Stein aussieht, aber keiner ist"-Trick kann ebenfalls sehr gefährlich werden, denn die potenziellen Kriminellen kennen so gut wie jedes Versteck. Deswegen: Den Ersatzschlüssel lieber einer vertrauenswürdigen Person geben statt ihn am Hauseingang zu deponieren.

Tipp 3: Wenn man im Urlaub ist und gemütlich am Strand liegt, macht man sich häufig Gedanken über das eigene Heim. Steht es noch? Ob alles gut ist?

Besonders in dieser Zeit kommt es häufig zu Einbrüchen und Diebstählen, wenn das Zuhause offensichtlich verlassen aussieht. Dagegen tun lässt sich einiges, beispielsweise Zeitschaltuhren einrichten. Denn wenn ab und zu ein Licht im Haus aufflackert ist die Abwesenheit nicht so offensichtlich.

Hinzu kommt der nicht geleerte Briefkasten: Er sollte nicht erst überquellen und signalisieren, dass keiner im Haus ist. Hier könnte ein Nachbar oder Verwandter zur Hilfe kommen. Grundsätzlich unterlassen sollte man Ankündigungen des Urlaubs auf Anrufbeantwortern oder Internet-Posts, die von jeglichen Personen gesehen werden können.

Tipp 4: Es ist die ganz normale Regentonne, die einem zum Verhängnis werden kann. Denn sie kann ganz schnell zur Einstiegshilfe zum nächstgelegenen Fenster am Haus werden - und Einbruchsspuren fast ganz vermeiden. Daher gilt: jegliche Tonnen oder Geräte, die einen Einstieg ins Haus ermöglichen, sollten nicht zu nah am Gebäude stehen. Auch herumliegende Leitern oder andere Einstiegshilfen sollte man vermeiden.

Wo kann ich mich beraten lassen?

Wer lieber persönlich von Experten beraten werden möchte, kann sich beispielsweise bei der Polizeilichen Beratungsstelle in Chemnitz (Brückenstraße 12) melden. Auch unter www.k-einbruch.de werden von der Polizei viele Maßnahmen und Ratschläge angeboten.

Die Polizeidirektion Chemnitz informiert online unter https://www.polizei.sachsen.de/de/4170.htm auch über Geschäfte in der Region, die Sicherheitssysteme und Anlagen anbieten.