Familie Winter ist erwachsen geworden

Musiker-Serie Ehemalige Schülerband aus Burgstädt mit neuen Klängen

Foto: Foto-Loebel Penig

Burgstädt. Sie sind seit Jahren der Inbegriff einer Schülerband. Sie haben mittlerweile auf sämtlichen kleinen und mittelgroßen Bühnen der Region gespielt, an allen Bandwettbewerben teilgenommen, die es in den letzten Jahren gab, in kleinen Studios immer mal wieder ein paar Songs aufgenommen und allen schwierigen Entwicklungen in der regionalen Musikszene zum Trotz schlichtweg ihr Ding gemacht: Familie Winter aus Burgstädt.

Im Februar veröffentlicht das sympathische und bodenständige Quintett mit dem breitgefächerten Rocksound nun ein paar neue Songs - und wir stellen fest: Familie Winter ist erwachsen geworden.

Angefangen hat alles als Schülerband

"Angefangen haben wir 2010 als Schülerband. Wahrscheinlich wollten wir alle nur Musik machen, um Ärzte-Songs nachzuspielen", erzählt Matthias (24), Gitarrist, über die Anfänge. "Dass wir nach so langer Zeit noch in Originalbesetzung sind, liegt auch daran, dass uns nicht nur die Musik verbindet. Wir unternehmen sehr viel in unserer Freizeit miteinander", verrät Drummer Felix (24) über ihre Verbundenheit, und Frontfrau Jessica (23) ergänzt: "Es gibt auch manche Anekdoten über gemeinsame Familienfeiern, aber die behalten wir lieber für uns."

Verwandt sind die fünf Musiker dabei übrigens nicht, wie der Bandnamen vielleicht vermuten lassen würde. Der Hintergrund des Namens ist recht banal: Der Proberaum der Band ist in einem Haus, das mal einer Familie Winter gehörte.

Musikalisch bewegt sich die Band seit Anfang an im Bereich Alternative Rock, wobei in der letzten Zeit auch leichte Einflüsse aus Hardrock und Metal erkennbar sind. Woran man Familie Winter seit jeher erkennt, sind die eingängigen und auf Melodie fokussierten Arrangements, womit die Songs in der Regel einen hohen Wiedererkennungswert haben.

"Ocean Below" und "In Heaven"

Das trifft auch auf die beiden neuen Songs zu, "Ocean Below" und "In Heaven". Überraschend ist das nicht, wenn man sich anschaut, was die fünf Musiker privat anhören. Die Palette geht von sämtlichen gängigen und exotischen Rock- und Metalspielarten über Punk und Underground bis hin zu Clubsounds, Ska und Hip-Hop.

"Mein Musikgeschmack ist recht breit gefächert. Ich höre mitunter auch Musik, die mir nicht gefällt, einfach nur um mich vom Facettenreichtum von Rhythmik und Harmonien inspirieren zu lassen", erklärt Gitarrist Jonas (20) seinen persönlichen Grund für die musikalische Aufgeschlossenheit. Bassist Sascha (24) fasst es währenddessen augenzwinkernd etwas knapper zusammen: "Wenn es nicht rockt, ist es für den Arsch!"

Die aktuellen Texte stammen dabei alle aus der Feder von Matthias, ebenso wie die Grundstruktur oder -idee der Songs. "Wir als Band kümmern uns dann zusammen um die konkrete Ausgestaltung der einzelnen Songparts und bringen unsere individuell doch recht unterschiedlichen Einflüsse und Ideen ein", so Felix. "

Zukunft und Beziehungen beschäftigen die Musiker

Bei uns dreht es sich inhaltlich meistens um zwei Themen: Zum einen Beziehungen wie Freundschaft, Liebe und bestimmte Verhaltensweisen von Menschen. Zum Anderen schreibe ich auch über die ferne Zukunft", erklärt Matthias. "Da denkt man dann darüber nach, wo es in vielen Jahren einmal hingehen kann und was einem vielleicht Halt im Leben gibt." Das ist auch Thema der beiden Neuerscheinungen Ocean below und In Heaven.

"Es gibt eigentlich ganz unterschiedliche Dinge, die mich inspirieren können. Ganz wichtig ist mir aber das bewusste Hören von Musik. Viele Lieder sind tiefgreifender und spannender, als man beim Nebenbei-Hören erkennt. Sucht man dann manchmal noch nach Hintergrundinformationen, eröffnet sich einem noch ein ganz anderes Bild zum Künstler. Da gibt es oft tolle Erlebnisse, über die erzählt wird."

Jessica hat dazu noch eine ganz eigene Meinung. "Musik ist wie ein Schlüssel. Manchmal öffnet er neue Türen zu den unterschiedlichsten Menschen, an anderen Tagen schließt sie einen ganz ein und hilft bestimmte Erlebnisse zu verarbeiten. Ohne Musik wäre das Leben nicht halb so schön - viele Möglichkeiten und Erfahrungen würden mir fehlen.

Eine dieser Erfahrungen, zumindest im Zusammenhang mit der Band, war sicherlich auch der Moment während einer Abiturprüfung, von der Matthias berichtet: "Unseren Song Shadows of the Future hat mal jemand in einer Prüfung gesungen. Das ist eine tolle Bestätigung für das, was man macht".

Aktuell wird es ruhiger um die Band

In den nächsten Monaten wird es dabei jedoch etwas ruhiger um die Band werden. Die verschiedenen Lebenssituationen an verschiedenen Orten machen es der Band nicht leicht, Zeit für die gemeinsame Band zu finden. Ab Mitte des Jahres sollen dann jedoch wieder Auftritte und neue Songs folgen. Denn eins steht fest: Familie Winter besteht aus Jessica, Felix, Jonas, Sascha und Matthias. "Ich bin der Ansicht, dass wir auch nur in gerade dieser einzigartigen Konstellation funktionieren", so Jessica.

"Sobald ein Teil von uns fehlt, ist die Band nicht mehr zusammenzuhalten. Ich könnte mir nie vorstellen, einen der Jungs zu ersetzen, so wie es andere Gruppen tun." Und so sind die fünf Musiker am Ende vielleicht zwar noch immer nicht miteinander verwandt. Aber sie halten zusammen. Eben wie eine Familie.