Rap-Musik aus dem Knast

Engagement Inhaftierte nehmen Rap-CD auf

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Corina Gutmann von der Greizer Bibliothek und Musiker David Hummel. Foto: Simone Zeh

Greiz. "Überlege, was du denkst, was du tust, was du hast, sonst landest du schneller als du gucken kannst im Knast." Worte in einem Rap von Cubastar. Ein anderer nennt sich etwa Rottweiler, es sind alles Pseudonyme und lassen doch den Menschen dahinter erahnen.

Sie alle eint, dass sie eine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Hohenleuben verbüßen müssen. Und doch haben diese Gefangenen so etwas wie Glück. Denn draußen gibt es eine, die sich für Menschen engagiert, deren Leben aus den unterschiedlichsten Gründen aus der Bahn geraten ist:

Die Greizer Bibliotheksleiterin Corina Gutmann, die das Projekt angeschoben hat. Seit fünf Jahren verbindet die Bibliothek eine Kooperation mit der JVA Hohenleuben. Dafür gab es im Jahr 2014 den Deutschen Lesepreis. "Von Anfang an ging es dabei um Slam-Poetry, so dass auch eine RAP-CD nahelag", erinnert sich Gutmann, die dabei die meiste Zeit ehrenamtlich tätig ist.

Die Rap-CD ist Wirklichkeit geworden. Ihr prägnanter Titel: "Straftat-Aufarbeitung". Corina Gutmann und ihre Musiker Christian Kießling und David Hummel gaben Workshops. "Etwa sieben mal waren wir im Gefängnis."

Etwa 15 Gefangene waren jeweils dabei. Sie haben Texte selbst geschrieben, auswendig gelernt, im RAP-Format gelernt. Und: "Sie konnten herausschreien, was sie bewegt. So ein Projekt braucht sehr viel Vertrauen, weil mit jeder Zeile öffnet man sich."

Finanzielle Unterstützung kam vom Rechtspflege,Verein Gera und Lions Club Greiz. David Hummel erinnert sich: "Es war toll zu sehen, wie sie sich entwickelt haben." Am Ende sei dann der Stolz der Gefangenen zu spüren gewesen.



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