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Finnland zu abgezockt – Eishockey-Team patzt im Powerplay

Trotz spektakulärer Rettungsaktionen reicht es nicht zur deutschen Überraschung zum Auftakt der Eishockey-WM. Finnland erteilt eine Lehrstunde in Sachen Überzahl. Der Kapitän ist frustriert.

Von dpa
15.05.2026, 19:16 Uhr
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    Finnland zu abgezockt – Eishockey-Team patzt im Powerplay - Kapitän Moritz Seider und die deutsche Mannschaft verlieren zum WM-Auftakt gegen Finnland.
    Kapitän Moritz Seider und die deutsche Mannschaft verlieren zum WM-Auftakt gegen Finnland. Bild: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa
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    Finnland zu abgezockt – Eishockey-Team patzt im Powerplay - NHL-Torhüter Phlipp Grubauer war ein überragender Rückhalt für die Eishockey-Nationalmannschaft.
    NHL-Torhüter Phlipp Grubauer war ein überragender Rückhalt für die Eishockey-Nationalmannschaft. Bild: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa
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    Finnland zu abgezockt – Eishockey-Team patzt im Powerplay - Kapitän Moritz Seider im Wortgefecht mit NHL-Kollege Jesse Puljujarvi.
    Kapitän Moritz Seider im Wortgefecht mit NHL-Kollege Jesse Puljujarvi. Bild: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa
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    Finnland zu abgezockt – Eishockey-Team patzt im Powerplay - Moritz Seider mit seiner sensationellen Rettungsaktion.
    Moritz Seider mit seiner sensationellen Rettungsaktion. Bild: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa
Zürich

In der Offensive zu harmlos, in der Überzahl glücklos: Nach der Olympia-Enttäuschung hat das deutsche Eishockey-Team zum Auftakt der Weltmeisterschaft eine Überraschung verpasst. Am Freitag sorgte das 1:3 (0:1, 0:0, 1:2) trotz eines guten Spiels gegen den Olympia-Dritten Finnland für Ernüchterung. Noch ohne NHL-Stürmer Lukas Reichel (Boston Bruins) zeigte das Team von Bundestrainer Harold Kreis zu wenig Torgefahr.

"Wir haben heute gegen eine schlagbare Mannschaft gespielt. Das ist etwas frustrierend. Denn da wären heute auf jeden Fall Punkte drin gewesen", schimpfte Kapitän Moritz Seider von den Detroit Red Wings bei MagentaSport. Der Treffer von Stefan Loibl (49. Minute) von den Straubing Tigers kam zu spät.

Kapitän Seider spricht von verpasster Chance

Während das deutsche Team in mehreren Überzahl-Situationen glücklos blieb, traf der Favorit zweimal im Powerplay: Anton Lundell (9.) von den Florida Panthers und Jesse Puljujärvi (44.) von Servette Genf trafen. "Wenn du kein Tor schießt im Powerplay und selbst zwei kriegst, wird es immer schwer", meinte der starke deutsche Keeper Philipp Grubauer (Seattle Kraken). 

Aatu Raty (56,) von den Vancouver Canucks erzielte den dritten finnischen Treffer. Am Sonntag (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaSport) steht gegen Lettland ein vermutlich vorentscheidendes Spiel um den Viertelfinal-Einzug an.

Den ersten Rückschlag gab es bereits vor dem Spielbeginn. NHL-Profi Nico Sturm wird die DEB-Auswahl in der Schweiz nicht verstärken. Der 31 Jahre alte Stanley-Cup-Sieger von 2022 (Colorado Avalanche) und 2025 (Florida Panthers) wird trotz des Playoff-Aus mit Minnesota Wild nicht nachreisen.

Laut DEB-Sportvorstand Christian Künast sei Sturm von seinem Team "nahegelegt" worden, die Sommerpause nach einer Bandscheiben-Op zu nutzen, um sich auszukurieren. Zuvor hatten bereits Superstar Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) und die Top-Stürmer Tim Stützle (Ottawa Senators) und JJ Peterka (Utah Mammoth) abgesagt.

Gegen Finnland noch ohne Reichel

Auch Reichel, der erst am Donnerstag zum Team gestoßen war, wurde noch nicht eingesetzt. Der 23-Jährige dürfte im wichtigen Spiel gegen Lettland erstmals auflaufen. "Er bekommt morgen sein drittes Training hier. Dann gehen wir mal davon aus, dass er am Sonntag dabei ist", meinte Künast.

Reichel hätte der deutschen Mannschaft besonders gutgetan. Gegen Finnland stand die DEB-Auswahl größtenteils gut, war vor dem gegnerischen Tor allerdings zu harmlos. Finnland war dagegen eiskalt. Lundell ließ Grubauer mit einem platzierten Schuss nach einer Strafe für Maximilian Kastner keine Abwehrchance. Sein NHL-Teamkollege Aleksander Barkov gab die Vorlage. Der finnische Topstar stand erstmals nach überstandenem Kreuzbandriss wieder auf dem Eis. Allerdings hätte Bundestrainer Kreis das Tor durchaus überprüfen lassen können, weil ein finnischer Spieler im deutschen Torraum stand.

  • Finnland zu abgezockt – Eishockey-Team patzt im Powerplay - Moritz Seider mit seiner sensationellen Rettungsaktion.
    Moritz Seider mit seiner sensationellen Rettungsaktion. Bild: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

Danach folgten Rettungstaten der deutschen NHL-Stars: Grubauer verhinderte mit gleich mehreren Paraden weitere Gegentreffer. Noch spektakulärer waren zwei sensationelle Abwehraktionen von Weltklasse-Verteidiger Seider. Der Abwehrspieler der Detroit Red Wings klärte nach einer Grubauer-Parade den ersten finnischen Nachschuss, und erwischte mit dem Schläger auch den zweiten Versuch kurz vor der Linie (21.).

Finnland half der deutschen Mannschaft zwar mit vielen Strafen, aber nur Samanski kam zu einer Möglichkeit (33.). "Wir können nicht zufrieden sein, wenn man sieht, wie oft wir Powerplay hatten", monierte Stürmer Dominik Kahun. Der langjährige Kapitän Moritz Müller, der als Experte bei MagentaSport im Einsatz ist, erklärte: "Das macht auch was mit den Köpfen der Jungs."

Die Finnen zeigten der deutschen Mannschaft auch im zweiten Überzahlspiel, wie Powerplay geht: Puljujärvi erhöhte mit einem Spieler mehr auf dem Eis auf 2:0. Die DEB-Auswahl steckte indes nicht auf und kam durch den Straubinger Loibl doch noch zum Tor. Mit gnadenloser Effizienz machten die Finnen jegliche deutsche Hoffnung zunichte: Raty machte alles klar.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

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