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  1. Sport
  2. Punkte stimmen, Leistung nicht: BVB staunt über sich selbst

Punkte stimmen, Leistung nicht: BVB staunt über sich selbst

Last-Minute-Elfer, verspielte Führung und offene Kritik: Borussia Dortmund scheint selbst ein wenig ratlos. Die Punktausbeute täuscht über einiges hinweg.

18.01.2026, 09:20 Uhr
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    Punkte stimmen, Leistung nicht: BVB staunt über sich selbst - BVB-Kapitän Emre scheint sich bei höheren Mächten für die effiziente BVB-Ausbeute zu bedanken
    BVB-Kapitän Emre scheint sich bei höheren Mächten für die effiziente BVB-Ausbeute zu bedanken Foto: Bernd Thissen/dpa
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    Punkte stimmen, Leistung nicht: BVB staunt über sich selbst - BVB-Trainer Niko Kovac ist unzufrieden mit der spielerischen Leistung seines Teams.
    BVB-Trainer Niko Kovac ist unzufrieden mit der spielerischen Leistung seines Teams. Foto: Bernd Thissen/dpa
Dortmund

39 Punkte - und keiner weiß, warum. So in etwa fühlen sich die Situation und die Stimmung beim Bundesligazweiten Borussia Dortmund nach 18 Spieltagen an. "Über die Punkteausbeute kann man nichts sagen. Ich habe das jetzt auch noch nie erlebt, dass man nach 18 Spielen diese Anzahl hatte", sagte Angreifer Julian Brandt staunend nach dem mühsamen und am Ende schmeichelhaften 3:2 (1:0) gegen den Tabellenletzten FC St. Pauli. 

Sieben Jahre ist es inzwischen her, dass der BVB zu diesem Zeitpunkt mehr Punkte hatte: In der Saison 2018/2019 führten die Dortmunder mit 45 Zählern unter Trainer Lucien Favre die Tabelle an. Selbst vor drei Jahren, als die Westfalen unter Edin Terzic am 34. Spieltag die Meisterschaft verspielten, waren es nach 18 Spielen fünf Punkte weniger als jetzt.

"Es würde wahrscheinlich auch noch besser aussehen, wenn wir im Süden nicht noch eine Mannschaft hätten, die es diese Saison geisteskrank macht", merkte Brandt mit Blick auf den ungeschlagenen FC Bayern an, der bereits mit elf Zählern Vorsprung enteilt ist. 

Daran allein liegt das unausgesprochene "aber" in der Beurteilung der Dortmunder nicht. Sondern daran, dass die gezeigten Leistungen einfach nicht zur Ausbeute passen. Der BVB spielt nicht gut, auch wenn er es am Ende oft schafft, "die Ergebnisse zu holen", wie Brandt anmerkte.

Äußerst glücklicher Sieg gegen den Tabellenletzten

Gegen St. Pauli, das mit biederem Spiel ein 0:2 nach Treffern von Brandt (45.+1) und Karim Adeyemi (54.) noch egalisierte durch Tore nach Standards durch James Sands (62.) und Ricky-Jade Jones (71.), war der Sieg mehr als glücklich. Schiedsrichter Harm Osmers hatte ein Foulspiel von Jones an der Strafraumgrenze an Maximilian Beier mit Freistoß geahndet. Erst der VAR sah das Vergehen auf der Linie.

Für viele, selbst für BVB-Coach Niko Kovac, war nicht wirklich zu erkennen, ob es so war. BVB-Kapitän Emre Can verwandelte den Strafstoß in der fünften Minute der Nachspielzeit. "Da soll mir mal einer sagen, ob das jetzt auf der Linie war oder nicht. Ich habe keine Kameraeinstellung gesehen, wo man das sicher sehen kann", schimpfte St. Paulis Trainer Alexander Blessin.

Schon in der ersten Halbzeit hatte Brandts Treffer in der Nachspielzeit ein drohendes Pfeifkonzert verhindert. Auch am Spielende wandelte sich die Unruhe auf der Südtribüne schnell in kollektive Glückseligkeit - nach einem Dusel-Sieg gegen einen Abstiegskandidaten.

Kovac unzufrieden

Spieler, Trainer und Manager selbst benannten die Probleme trotz des effizienten Ertrags Woche für Woche. "Die drei Punkte wieder mitzunehmen, ist positiv. Aber es gibt schon ein paar Dinge, die wir besser machen können und auch wollen", merkte Sportdirektor Sebastian Kehl an, der noch im Wintertrainingslager als ein Ziel für die Rückrunde ausgegeben hatte, Spiele nach Führungen schneller zu entscheiden. Dies klappte schon im ersten Spiel der Rückserie nicht. 

Besonders ärgerlich war dies auch, weil die Westfalen vor dem Champions-League-Spiel am Dienstag bei Tottenham Hotspur bei konsequenterem Spiel gegen die biederen Hamburger Kräfte hätten sparen können. Was Brandt noch scherzhaft und etwas lapidar mit "das ist anscheinend unser Schicksal. Wir kriegen das schon irgendwie hin" kommentierte, ärgerte Kovac maßlos. "Die Ballzirkulation muss sehr viel schneller und sauberer werden", schimpfte er: "Zurzeit haben wir zu viele unsaubere Abspiele, die uns viele Chancen zunichtemachen." 

Würde der FC Bayern nicht alles in Grund und Boden spielen, wäre der tatsächlich bislang in dieser Saison nur vom Rekordmeister besiegte BVB wahrscheinlich ein ernsthafter Meisterkandidat. Wie Spitzenfußball wirkt es aber nicht, was die Dortmunder derzeit anbieten.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

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