Warum die Darts-WM 2026 eine Rekord-Weltmeisterschaft wird

Ab dem 11. Dezember fliegen die Pfeile wieder durch den legendären "Ally Pally"

London

Die 33. Darts-Weltmeisterschaft der "Paddy Power World Darts Championship" (PDC), welche vom 11. Dezember 2025 bis zum 3. Januar 2026 im altehrwürdigen Londoner "Alexandra Palace" (Ally Pally) ausgetragen wird, stößt in ganz neue Sphären vor.

Im Vorfeld wurden bereits einige Rekorde - Teilnehmerfeld, deutsche Darts-Spieler, Preisgeld - gebrochen, doch: Wie viele Rekorde können während des Turniers neu aufgestellt werden? Und die wichtigste Frage: Kann Luke Littler seinen Weltmeistertitel verteidigen?

Teilnehmerfeld steigt deutlich

Konnten sich für die letzte Darts-WM insgesamt 96 Teilnehmer qualifizieren, so sind es diesmal 128 - und diese werden gleich mit einer Neuerung konfrontiert. Anders als in den Vorjahren treten alle Spieler bereits in der ersten Runde an.

Mit Fallon Sherrock, Beau Greaves, Lisa Ashton und Gemma Hayter sind vier Frauen sowie außerdem die Transfrau Noa-Lynn van Leuven qualifiziert, was gleichfalls geschichtsträchtig ist.

"Queen of the Palace" dabei

Dass diese allesamt das Dartsspiel beherrschen, haben sie in der Vergangenheit mehrfach eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Seit ihrem Erfolg über Ted Evetts bei der WM 2019 trägt Sherrock den Namen "Queen of the Palace".

2023 warf sie bei der "Modus Super Series" als erste Frau vor einer TV-Kamera einen Neun-Darter. Ein Jahr später sorgte Greaves - aktuell die beste Darts-Spielerin - bei eben diesem Turnier mit 114,56 für höchsten Turnier-Average.

Diese Länder sind dabei

Neben den 40 besten Spielern der Weltrangliste sowie weiteren 40 Spielern aus der "Pro Tour Order of Merit" hat die PDC 48 Plätze an internationale Qualifikanten vergeben. Unter anderem nehmen jeweils fünf Spieler aus den USA und Asien teil. Darunter ist auch Paul Lim.

Für den mittlerweile 71-jährigen Singapurer ist es die 14. WM-Teilnahme, womit "The Singapore Slinger" seinen eigenen Rekord als ältester Teilnehmer aus dem Jahr 2022 noch einmal bricht. Erstmals ist mit Jesus Salate ein Spieler aus Argentinien sowie mit David Munyua einer aus Kenia am Start.

Erstmals acht deutsche "Dartisten" in London dabei

Zum ersten Mal in der Dartsgeschichte nehmen acht deutsche Spieler an der Darts-WM teil. Martin Schindler und Ricardo Pietreczko haben sich über die Weltrangliste qualifiziert. Niko Springer, Lukas Wenig, Gabriel Clemens, Max Hopp und Dominik Grüllich sind über die "Pro Tour Order of Merit" spielberechtigt.

Das letzte Ticket nach London hat Arno Merk als Gewinner der "Super League Darts" gelöst. Michael Unterbuchner verpasste hauchzart über die Challenge-Tour die Teilnehme. Er musste sich letztlich dem Darts-Veteran Mervyn King geschlagen geben.

Wer stoppt Luke & Luke?!

Die PDC hat das Preisgeld für die Darts-WM im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. So werden diesmal insgesamt fünf Millionen Pfund (zirka 5,7 Millionen Euro) ausgeschüttet. Die Weltmeisterprämie hat sich auf eine Million Pfund erhöht und damit verdoppelt. Der Zweitplatzierte erhält 400.000 Pfund und die beiden Halbfinalisten jeweils 200.000 Pfund.

Bei der letzten Darts-WM 2025 wurde Luke Littler - nach einem 7:3 über Michael van Gerwen - mit 17 Jahren und 348 Tagen der jüngste Weltmeister der Geschichte. Ein Jahr zuvor stand der damals 16-Jährige als jüngster Spieler aller Zeiten im Finale, in dem er sich mit 4:7 Luke Humphries geschlagen geben musste.

Luke und Luke dominieren Weltrangliste

Luke und Luke führen aktuell die Weltrangliste mit großem Vorsprung an. Hinter Littler und Humphries folgen van Gerwen, Stephen Bunting, Jonny Clayton und Danny Noppert. Bester Deutscher ist Schindler auf dem 13. Platz - ein Rekord, denn noch nie war einer höher platziert als "The Wall".

Die "The-Power"-Dominanz

Rekordweltmeister ist und bleibt Phil Taylor mit 16 Titeln. Im zarten Alter von 52 Jahren und 141 Tagen holte "The Power" 2013 seinen letzten. 2018 schaffte es der Engländer noch einmal ins Finale, unterlag in diesem jedoch Rob Cross mit 2:7. Drei WM-Titel kann nur van Gerwen vorweisen.

Mit den Altmeistern Gary Anderson und Peter Wright nehmen zwei Spieler teil, die sich zweimal die Darts-Krone aufsetzen konnten.

Weitere Titelverteidiger

Neben Littler und Humphries sind mit Cross, Michael Smith, Raymond van Barneveld und Gerwyn Price weitere einfache Weltmeister mit am Start. Die letzte Titelverteidigung liegt bereits zehn Jahre her. 2016 war dies dem "Flying Scotsman" Anderson gelungen, sowie zuvor Adrian Lewis (2010 & 2011) und Taylor (2009 & 2010), der zudem zwischen 1995 bis 2006 - mit Ausnahme von 2003, als John Parte siegte - alle WM-Titel holen konnte und sich daraus auch die "The-Power"-Dominanz herleiten lässt.

Rekorde für die Ewigkeit?

Wie oft werden bei dieser Darts-WM die Caller - die sogenannten Schiedsrichter, welche die geworfenen Punktzahlen ansagen - die beliebte "One Hundred and Eighty!" rufen dürfen? 2024 gelangen den Spielern und Spielerinnen mit insgesamt 914 perfekte Aufnahmen die meisten, 2025 waren es "nur" 907 Top-Aufnahmen. Mit dem größeren Teilnehmerfeld dürfte es einen neuen - vielleicht sogar vierstelligen - Rekord geben.

Könige der 180er

Die meisten 180er warf Michael Smith 2022. Als er Weltmeister wurde, waren es starke 83. 24 warf der Engländer davon allein im Finale. Diesen Rekord - die meisten geworfenen 180er in einem Spiel - teilt er sich mit Wright, der im Halbfinale 2022 ebenfalls 24 jener Aufnahmen schaffte. Im WM-Finale 2017 ließen es Anderson und van Gerwen zusammen mit 42 geworfenen 180-Aufnahmen in einem Spiel ordentlich krachen.

Nach zwei perfekten Aufnahmen in Folge klopft immer der Neun-Darter an. Bei der WM 2022 gelangen derer drei im Turnierverlauf. Neben denen von Darius Labanauskas und Gerwyn Price blieb besonders der von William Borland in Erinnerung. Denn dieser warf den Neun-Darter in 40,82 Sekunden - und das noch dazu um Entscheidungs-Leg, dem Decider. Apropos schnell: Die schnellste 180 warf Ricky Evans in 2,13 Sekunden. Insgesamt wurde bei einer PDC-Weltmeisterschaft 16 Neun-Darter gespielt. Für die ersten beiden sorgte van Barneveld 2009 und 2010.

 

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