Superbike: Freud und Leid in Italien

Motorsport Randy Krummenacher gewinnt Supersport-WM-Lauf - Max Kappler reist unverrichteter Dinge zurück

Imola. 

Imola. Wenngleich an diesem Wochenende die WorldSBK, die Superbike-Weltmeisterschaft, im italienischen Imola im Mittelpunkt stand, so färbte doch auch auf sie der Unfalltod des brasilianischen Formel-1-Rennfahrers Ayrton Senna da Silva am 1. Mai 1994, also vor ziemlich genau 25 Jahren, irgendwie ab. Der damalige Krösus der Szene, verlor nur einen Tag nach dem Österreicher Roland Ratzenberger am gleichen Ort sein Leben. Eigentlich ist es nicht richtig, doch vor allem sein Tod veränderte mehr als der eine oder andere tödliche Unfall vor und nach ihm, denn vor allem dieses schwarze Motorsport-Wochenende hatte ein gesteigertes Sicherheitsbewusstsein bei Rennfahrern und Verantwortlichen zur Folge.

Wettergott spielte wieder verrückt

An diesem auch aus anderen und positiveren Gründen geschichtsträgen Ort in der Emilia Romagna waren nun also die weltbesten Superbike-Piloten zu Gange, und in diesem Zusammenhang auch einige sächsische bzw. dem Sachsenring nahe stehende Rennfahrer. So sollte zum Beispiel in der WM-Klasse Supersport 300 Maximilian Kappler aus Oberlungwitz zu seinem dritten Renneinsatz 2019 kommen, doch daraus wurde nichts. Nachdem der erste Trainingstag (Freitag) bei schönstem Renn- und auch der Trainingssamstag bei angenehmem Wetter über die Bühne gegangen waren, vermiesten starke Regenfälle am heutigen Sonntag den Protagonisten nicht nur die Laune, sondern vor allem den motorsportlichen Wettstreit.

Nachdem das Rennen der Hauptdarsteller der Top-Klasse Superbike inklusive der Deutschen Markus Reiterberger und Sandro Cortese abgesagt werden musste, hatten auch die Akteure der Supersport300, die gemäß Zeitplan danach den Schlusspunkt setzen sollten, vorzeitig Feierabend. "Zuletzt hatten wir in Assen mit Schneeschauern zu kämpfen und nun das. Es ist zwar schade, dass die Veranstaltung abgebrochen werden musste, aber unter den Bedingungen ging es tatsächlich nicht zu fahren. Das größte Problem wäre sicherlich die Gischt beim Hinterherfahren gewesen, sodass die Rennleitung richtig entschieden hat", schloss sich Max Kappler der Meinung der Verantwortlichen an.

Max Kapplers Gedanken zu Ayrton Senna

Zwei Tage zuvor hatte Max Kappler noch den Ayrton-Senna-Gedenkstein besucht, wobei er ein eigenes, aber von vielen Rennfahrern geteiltes und ähnlich zitiertes Bewusstsein entwickelte. "Rennsport ist und bleibt gefährlich, nur blendet man das als Fahrer weitgehend aus. Zudem sind die Sicherheitsvorkehrungen heutzutage auf einem viel höheren Niveau", erklärte der Rennfloh vom Sachsenring am Rande des "Autodromo Enzo e Dino Ferrari" voller Demut.

Sachsenring-Fans jubeln mit "ihrem" Schweizer

Ausgetragen wurde hingegen um die Mittagszeit das Rennen der Klasse Supersport (600), doch fand dieses ohne deutsche Beteiligung statt. Der Heidenauer Christian Stange war in den Trainings vier Mal gestürzt und verzichtete schließlich auf eine Rennteilnahme. Dafür hatte in diesem Rennen Randy Krummenacher nach seinem dritten Saisonsieg allen Grund zur Freude. Auch der Schweizer ist, wie Chris Stange, langjähriges AMC-Sachsenring-Clubmitglied.