Goethes Klassiker neu inszeniert

Premiere Goethes "Faust 1" feiert am Samstag Premiere in Chemnitz

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Wie hältst du's mit dem Faust? Carsten Knödler gibt seine Antwort am Samstag. Foto: D. Wuschanski/ Theater

Chemnitz. Goethes Klassiker ist ein Muss: Zu beinahe jeder Schauspieldirektion der vergangenen Jahre in Chemnitz gehörte ein "Faust". Das war unter Herbert Olschok so, der im Jahr 2000 den Polen Adam Hanuszkiewicz einen "20Faust00" dekonstruieren ließ, das galt unter Enrico Lübbe, der 2009 im "Urfaust" jede Menge barbusiger Gretchen auf die Bühne brachte und das Stück in Rekordzeit von 60 Minuten abhandelte.

Premiere ist am Samstag

Und das gilt nun auch für den aktuellen Direktor Carsten Knödler, der sich selbst "Faust 1", also der Tragödie ersten Teil vornimmt. Am Samstag wird die Premiere stattfinden. Als Parabel legt Knödler nach Auskunft der Theater Chemnitz das Stück an, "die mit Historie spielt und zugleich Analogien zur Gegenwart herstellt". So soll es darum gehen, wie man als zerstreutes und geteiltes Ich einer zersplitterten Welt entgegentritt.

Eine Frage steht im Raum:

Wie viel Einsamkeit, Anonymität und Funktionalität erträgt eine Gesellschaft, bevor sie implodiert? Dieser Frage will sich Knödlers Inszenierung nähern. Er nutzt dafür nicht nur das Schauspielensemble (unter anderem Philipp Otto als Faust, Dirk Glodde als Mephisto und Seraina Leuenberger als Gretchen), sondern kann auch auf Tänzer der Ballett-Kompanie zurückgreifen, die zur Musik von Steffan Claußner auf die Bühne treten werden.

Der Tipp für notorische Zu-Knapp-Kommer: Bereits um 19.15 Uhr beginnt trotz offiziellem Start um 19.30 Uhr das "Vorspiel auf dem Theater" im Foyer. Also besser etwas früher kommen. Aber nicht zur Premiere: Die ist bereits restlos ausverkauft, Karten gibt es aber für die Vorstellungen am Donnerstag, 11. und Donnerstag, 18. Mai.