Metal-Konzert: Hier gibt eine Frau den Ton an

Konzert 400 Besucher bei "Marienberg metallisch"

Eine Exotin ist die Marienbergerin Lisa Mühl auf jeden Fall. Am Freitag trat sie bei "Marienberg Metallisch" mit der Band "Obscurity Truth" auf. Foto: Dirk Trautmann

Marienberg. Einmal im Jahr verwandelt sich die Marienberger Stadthalle in einen Anziehungspunkt von Heavy-Metal-Fans aus dem Erzgebirge und darüber hinaus. Die Annaberger Band "Eminenz" spielte bis zwei Uhr in der früh.

Die 7. Ausgabe von "Marienberg metallisch" zog 400 Metalfans an. "Das sind 100 mehr als im vergangenen Jahr", sagte Jörg Zander. Der Eventmanager der Stadt Marienberg hatte die Serie "Marienberg metallisch" aus der Taufe gehoben, seit der ersten Ausgabe findet dieses Event in der Marienberger Stadthalle statt. Jörg Zander hatte mit der Kombination "Obscurity Truth", "Trynity", "Bloodstained Coffin" und "Eminenz" eine Kombination einheimischer Bands geschmiedet, der sich die Fans nicht verschließen konnten.

Ein Jubiläum gab es zu feiern

Eingebettet war darin quasi eine Geburtstagsfeier, denn die Marienberger Band "Bloodstained Coffin" trat anlässlich ihres 20. Bühnenjubiläums auf. "So alt werden heutzutage eigentlich keine Bands mehr, von einzelnen Ausnahmen abgesehen. Wir verstehen uns aber immer noch und uns macht es einfach Spaß, unsere Musik zu spielen", erzählte Bassist Ronny Schwebke aus Marienberg.

"Mich hatte ein Kumpel eingeladen und ich bin extra aus Thüringen angereist", sagte Silvio, der seit der 6. Klasse Death Metal anhört, die wohl extremste Variante des Heavy Metal. "In Thüringen haben wir nicht so eine Szene wie im Erzgebirge mit so vielen richtig guten Bands", schätzte Silvio noch ein, bevor dann das Geburtstagskind die Bühne enterte.

Frauenquote im Metal

Den Abend eröffnete eine Band, die einen echten Hingucker in ihren Reihen hat: bei "Obscurity Truth" spielt eine Frau die Gitarre, was, wie sie selbst sagt, in diesem Genre schon außergewöhnlich ist. "Stimmt, es gibt einige Sängerinnen, aber eigentlich keine Gitarristinnen", so Lisa Mühl. Doch nicht genug der Einmaligkeiten, denn in der Band gibt es noch ein zweites Mitglied mit dem Familiennamen Mühl, Ehemann David. "Durch meinen Mann bin ich zum Gitarrespielen gekommen. Ob ich besser spiele als er? Kein Kommentar!", sagte die 26-Jährige.