Wer bezahlt für deinen Zahnarzt? Was passiert, wenn du einen Unfall baust? Wer trägt die Kosten, wenn deine Waschmaschine ausläuft und die Wohnung unter dir unter Wasser steht? Oder wenn du den Haustürschlüssel verlierst? Das sind Fälle, die hoffentlich nie eintreten werden. Passiert es doch, ist es sinnvoll, richtig abgesichert zu sein und zu wissen, was die nächsten Schritte sind. Hier findest du die wichtigsten Versicherungen, die für junge Menschen eine Rolle spielen (sollten)…
Krankenversicherung
Die Krankenversicherung zählt zu den zentralen Elementen des deutschen Gesundheitssystems und ist in Deutschland gesetzliche Pflicht - niemand soll ohne ausreichenden Schutz vor Krankheit leben. Die Krankenversicherung kann durch die Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse oder aber auch eine private Krankenversicherung garantiert sein. Das Gute ist, dass du im Normalfall bis zu deinem 25. Lebensjahr automatisch über die Versicherung deiner Familie mit abgesichert bist. In wenigen Ausnahmefällen ist dies nicht der Fall, unter anderem, wenn deine Eltern verheiratet und unterschiedlich versichert sind, wenn du durch Minijobs über 538€ verdienst oder du eine Berufsausbildung startest. Dann musst du dich um eine eigene Krankenversicherung kümmern. Gut ist: Deine Beiträge werden im Regelfall vom Arbeitgeber direkt monatlich an deine Krankenkasse abgeführt - zuzüglich des sogenannten Arbeitgeberanteils. Die Kosten sind prozentual abhängig von der Höhe deines Gehalts und im Grunde bei allen Kassen gleich hoch. Ein Vergleich unterschiedlicher Krankenkassen lohnt sich trotzdem - in Bonussystemen oder Zusatzleistungen unterscheiden sich die gesetzlichen Versicherungen.
Auslandskrankenversicherung
Wer viel reist, braucht eine Auslandskrankenversicherung. Innerhalb Europas bist du zwar größtenteils über deine Krankenkasse mitversichert, behandelt die entsprechende Klinik allerdings privat, kann es sein, dass du auf den entstandenen Kosten sitzen bleibst. Die Kosten bewegen sich aber in einem niedrigen zweistelligen Bereich pro Jahr.
Haftpflichtversicherung
Vielleicht bist du damit schon einmal in Berührung gekommen, wenn zum Beispiel einer deiner Freunde oder Bekannten aus Versehen dein Handy hat fallen lassen. Die private Haftpflichtversicherung zählt in Deutschland zu den wichtigsten Versicherungen und springt ein, wenn Versicherte für Schäden oder Verletzungen aufkommen müssen. Gerade in der ersten Zeit in der eigenen Wohnung kann es schnell passieren, dass Schäden durch Flüchtigkeitsfehler entstehen und du dann eine Haftpflichtversicherung brauchen könntest, wenn du nicht selbst auf den Kosten sitzen bleiben magst. Informiere dich am besten, ob du noch über die Versicherung deiner Familie abgesichert bist oder ob du selbst eine Versicherung abschließen musst. Bei der eigenen Wohnung gilt zumeist letzteres. Automatisch musst du eine Haftpflicht abschließen, wenn du ein Auto besitzt. Hier lohnen sich Vergleiche! Sonderfälle sind eigene Haustiere, die womöglich andere Menschen schädigen könnten (beißende Hunde, ausreißende Pferde): Deren Taten sind meist nicht durch eine "normale" Haftpflicht abgedeckt, sondern sollten durch eine Haustier-Versicherung abgesichert werden. Auch die Kosten bei verlorenen Haustürschlüsseln - im schlimmsten Fall eine neue Schließanlage - sind nicht immer von der Haftpflicht versichert. Auch hier hilft eine Spezialversicherung.
Hausratsversicherung
Neben der Haftpflichtversicherung ist die Hausratsversicherung eine der wichtigsten Versicherungen. Hier geht es um die Absicherung deiner Wohnung und allem, was sich darin befindet. Sie sichert dein Inventar - sprich deinen "Hausrat" - gegen entstandene Schäden durch Feuer, Wasser, Wetter (z. B. Schäden durch Sturm, Hagel, Regen oder Hochwasser), Einbruch, Raub und Vandalismus. Abgesichert sind hierbei im Normalfall deine Einrichtungs-, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände. Die Hausratversicherung ist meist auch nicht sehr teuer. Du solltest aber gelegentlich die Versicherungssumme anpassen, wenn du dir neue Wertgegenstände (teure Laptops, neuwertiges Sofa o.ä.) zulegst. Prüfe auch, wann und wo dein Fahrrad gegen Diebstahl gesichert ist - nur, wenn's zuhause steht oder auch, wenn du damit unterwegs bist?
Finanzielle Unterstützung in der Ausbildung
Auch finanziell stellt der Start in die Ausbildung viele junge Menschen vor neue Herausforderungen. Wer während der Ausbildung auf Unterstützung angewiesen ist, kann, abhängig von der Ausbildungsform, staatliche Hilfe beantragen. Bei schulischen Ausbildungen, etwa an Berufsfachschulen oder Fachakademien, besteht oft Anspruch auf BAföG. Dieses sogenannte Schüler-BAföG ist in der Regel ein Vollzuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden. Die Höhe richtet sich nach dem eigenen Einkommen, der Wohnsituation und dem Einkommen der Eltern.
Wer hingegen eine duale Ausbildung absolviert, also im Betrieb arbeitet und die Berufsschule besucht, kann unter bestimmten Voraussetzungen die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) der Agentur für Arbeit erhalten. Sie kommt vor allem dann infrage, wenn das Azubi-Gehalt nicht ausreicht, um Miete, Fahrtkosten und Lebensunterhalt zu decken - insbesondere, wenn man nicht mehr bei den Eltern wohnt. Auch hier hängt die Förderung von Faktoren wie dem eigenen Einkommen, dem der Eltern und der Entfernung zum Ausbildungsbetrieb ab.
Sowohl BAföG als auch BAB können entscheidend dazu beitragen, finanziell selbstständig durch die Ausbildungszeit zu kommen und sollten möglichst frühzeitig beantragt werden.
Im Falle des Schüler-BAföG ist dies online oder beim zuständigen BAföG-Amt möglich. Die Berufsausbildungsbeihilfe hingegen kann bei der Bundesagentur für Arbeit oder online beantragt werden.
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