Biologie und Chemie
Als naturwissenschaftlich interessierter Mensch hast du eine große Auswahl, denn viele Berufe im medizinischen und Lebensmittelbereich, im Naturschutz und der Produktherstellung bauen auf Kenntnisse in Biologie und Chemie auf. Je nach Ausbildung und Prioritäten kannst du Obduktionen in der Pathologie durchführen, im Labor Zellen untersuchen, um Mittel gegen Krankheiten zu finden oder als Weintechnolog*in die Traubenqualität von der Lese bis hin zur Gärung zu untersuchen. Mehr Kontakt zu lebenden Menschen hast du zum Beispiel als Chemiker*in in der Apotheke, wo du Kundinnen professionell beraten und Patienten individuelle Medikamente mischen musst. Als eingefleischter Evolutionsbiologie oder Ökologin hingegen steht dir der gesamte Bereich von Berufen in der Natur offen, von Landschaftsgartenbau über Tierverhaltensforschung bis hin zur Botanik.
Kunst
Kunst ist ein breites Feld und nicht jede*r kann malen, zeichnen oder kalligraphieren. Die Freigeister unter uns empfinden Kunst sicher nicht als ihr Lieblingsfach, sondern viel mehr als Einschränkung. Für sie ist das Studium der freien Kunst eine Option. Falls du auf Detail und Technik achtest, genau beobachtest und filigran zeichnest, dann könnten Berufe wie Architekt, Technische Zeichnerin oder das Studium der Typographie etwas für dich sein. Oder entwirfst du lieber selbst Figuren mit all ihren Launen und Gesichtsausdrücken, setzt sie in selbstgestaltete Räume und Landschaften, überlegst dir vielleicht sogar Storylines für deine Charaktere? Wer so kreativ ist, könnte als Comiczeichnerin bei der Zeitung, in der Filmbranche bei Disney oder als selbstständiger Illustrator arbeiten. Wer das malen liebt, aber der Zweidimensionalität entwachsen ist, kann sich beispielsweise im Theater austoben, um dort Menschen, Möbelstücke und große Leinwände zu gestalten: als Maskenbildnerin, Kostümdesigner oder Kulissenmaler.
Englisch, Französisch, Türkisch, Japanisch…
Sprachen sind voll dein Ding? Irgendwie bekommst du schnell ein Gefühl dafür, wie man was sagt, und selbst das Vokabellernen ist für dich keine Foltermethode, sondern eigentlich ganz interessant? Sprachbegabte und gesellige Menschen können sich als Dolmetscher oder Logopädin vertun, sprachbegabte und weniger gesellige Menschen eher als Übersetzer*in. Übrigens musst du auch als Diplomat*in mindestens drei Sprachen sehr gut beherrschen. Wer Sprachen lieber erforscht und auseinander nimmt statt sie aktiv zu sprechen oder zu schreiben, der sollte sich mal über das Fach Linguistik informieren. Dieses vielfältige Studium bietet Berufsmöglichkeiten in der Werbe- und Medienbranche (wie sind die Zusammenhänge zwischen Sprache und Kognition?), in der Psychologie und Soziologie (was drücken Patient*innen aus, indem sie sprechen? wie kommen Dialekte zustande?) und der Literaturwissenschaft (wie wird Figurensprache ästhetisch eingesetzt?).
Politik, Soziologie und Geschichte
Die Sozialwissenschaften beschäftigen sich damit, wie die Gesellschaft, soziale Systeme und Wirtschaft funktionieren. Wenn genau das dein Interessengebiet ist, kannst du dich auch hier eher praktisch oder eher theoretisch orientieren. Während Politiker*innen Entscheidungen treffen müssen, Wirtschaftsunternehmen produzieren und Archäolog*innen Ausgrabungen durchführen, nehmen Sozialwissenschaftler*innen das Verhalten ihrer Mitmenschen unter die Lupe. Vielleicht ist auch die Archivarbeit oder Wirtschaftspsychologie was für dich.
Sport
Na gut, wer mag den Sportunterricht denn bitte nicht? In gemütlichen Klamotten und mit Minimalaufwand gute Noten bekommen, kein Vokabellernen, keine Klausuren und viel Zeit zum Quatschen. Eine Karriere als Sportler*in kommt natürlich nur in Frage, wenn du tatsächlich für deine Sportart brennst und auch für die naheliegende Berufswahl des bzw. der Sportwissenschaftler*in musst du wirklich fit sein und bleiben. Dennoch bieten Sport- und Ernährungswissenschaften ein breites Feld: Ökotrophologen beraten dich zum Beispiel in deinen Essgewohnheiten, Physiotherapeutinnen heilen durch breites anatomisches Wissen und Bewegungstherapie deine Rückenschmerzen und wer ganz entspannt sein Leben zur Sportstunde machen möchte, kann den Weg zum Fitnesskaufmann einschlagen und im Sportstudio um die Ecke Trainer werden.
Mathematik und Physik
Geld regiert die Welt und wer gut mit Zahlen umgehen kann, dem steht diese Welt in den Bereichen Wirtschaft, IT und Ingenieurswesen offen, ob als Softwareentwickler, Bankangestellte oder Finanzanalystin. Sind Matrizen und Vektoren eher nicht so dein Ding, aber dafür faszinieren dich Mechanik und Hydraulik? Vielleicht ist die Ausbildung zum bzw. zur Fahrradmonteur*in oder Zweiradmechatroniker*in was für dich. Entweder gestaltest du selbst Fahr- und Motorräder oder du arbeitest in der Werkstatt, wo du zunächst mal den Fehler im System erkennen musst, um das Rad wieder funktionstüchtig zu machen. Als Elektroniker*in hingegen spezialisierst du dich zum Beispiel auf die Einrichtung von Netzwerken, auf Maschinenelektrik oder machst dich selbstständig und bist Ersthelfer für alles Elektronische in Privathaushalten.
Deutsch und Philosophie
Wer den Grammatikunterricht in der Schule besonders toll fand, ist sicherlich für ein Germanistikstudium geeignet; wer die Schullektüren verschlungen und als Hausaufgabe gern lange Textinterpretationen geschrieben hat, ist in der Literaturwissenschaft gut aufgehoben. Die Artikulation komplexer Gedankengänge und die korrekte Argumentation erlernst du in der Philosophie. Für die Geistwissenschaftler*innen unter uns bieten die großen Bereiche Medien, Wissenschaft und Kultur vielfältige berufliche Möglichkeiten. Entweder du bleibst als Mitarbeiter oder Dozentin an der Universität, du schreibst selbst als Journalist*in, organisierst Lesungen und Literaturfestivals oder du arbeitest im Museum.
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