…Astronom*in?
Das Universum, scheinbar unendliche Weiten - doch zumindest das beobachtbare Universum wird schon seit Menschengedenken bestaunt und seit Jahrhunderten (mehr oder weniger) systematisch erforscht. Unterteilt in die Bereiche Kosmologie, Astrophysik und -dynamik, Extraplanetologie und Beobachtende Astronomie, untersuchen Astronom*innen Objekte und Strahlungen im All, beobachten Phänomene, um Naturgesetzte abzuleiten, und berechnen Bewegungen. Zum Teil passiert diese Arbeit am Teleskop, zum Teil am Schreibtisch. Die klassische Ausbildung ist ein Physikstudium im Bachelor mit einer anschließenden Spezialisierung auf Astronomie oder Astrophysik im Masterstudium. Wenn du Astronom*in werden möchtest, dann musst du auf jeden Fall neugierig sein, Dinge entdecken wollen, die ganz großen Fragen über das Universum stellen. Da die Ergebnisse häufig lange auf sich warten lassen, sollten sich aber auch Geduld, Ausdauer und Frustrationstoleranz auf der Liste deiner Eigenschaften finden.
…Profiler*in?
Krimis, Thriller und Polizeiserien haben diesen Beruf bekannt gemacht: Profiler*innen, auch polizeiliche*r Fallanalytiker*innen genannt, helfen durch die Erstellung eines Täterprofils, die Rekonstruktion der Tat und mit einer Fallanalyse dabei, Verbrechen aufzuklären. Indem du dich in die Perspektive des Täters oder der Täterin versetzt, versuchst du überwiegend Tötungs- und sexuelle Gewaltdelikte zu verstehen. Daher sind analytisches Denken und Belastbarkeit Voraussetzungen für diese Berufslaufbahn, ebenso wie soziale Kompetenz, um im Team, mit Zeug*innen und mit Angehörigen arbeiten zu können. Zusätzlich musst du die Bedingungen der Polizeilichen Eignungsprüfung erfüllen, denn darüber führt dich dein Weg zur oder zum Profiler*in: Nach der Ausbildung zum Polizeibeamten kannst du nach ausreichender Berufserfahrung eine Weiterbildung zum Kriminalisten machen oder ein mehrstufiges praxisbegleitendes Lehrgangskonzept des Bundeskriminalamts (BKA) zum polizeilichen Fallanalytiker. Doch bedenke: So reizvoll dieser Beruf auch scheint, man sollte ihn nicht romantisieren. Die Realität sieht nämlich ganz anders aus als in den zahlreichen Serien. Tatorte schwerster Verbrechen werden zu deinem Arbeitsplatz und du beschäftigst dich tagtäglich mit ihren Opfern.
…Schornsteinfeger*in?
Als Handwerker*in mit Frack und Zylinder bist du für alle Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanlagen zuständig. Das bedeutet sowohl eine regelmäßige Reinigung von Kaminschächten in Privathaushalten und im Fall der Fälle Instandsetzung dieser Anlagen, als auch die Überwachung von Neubauten nach entsprechenden Vorgaben. Außerdem gehören Beratungsgespräche zu Energieverbrauch und Brandschutz zu deinen Aufgaben. Die Ausbildung zum beruflichen Glücksbringer ist eine klassische dreijährige Ausbildung. Im Anschluss arbeitest du in einem Betrieb, kannst die Meisterschule besuchen und dich nach bestandener Prüfung selbstständig machen. Alternativ kannst du dich zum Beispiel zum Energieberater oder zur Energieberaterin weiterbilden oder ein duales Studium anfangen. Dieser Berufsweg könnte für dich in Frage kommen, wenn du keine Angst vor Schmutz hast, handwerklich begabt bist und du häufige Ortswechsel und Arbeit im Freien dem Schreibtisch vorziehst. Wusstest du eigentlich, dass Schornsteinfeger*innen zu den klimarelevanten Berufen gehören? Sie sorgen dafür, dass umweltschutzrechtliche Vorgaben eingehalten werden und beraten dich, wie du effizient Energie verbrauchst.
…Dozent*in an der Uni?
Dozierende sind Lehrkräfte, allerdings nicht an Grund- oder weiterführenden Schulen, sondern an Universitäten, Fachhochschulen und anderen akademischen Einrichtungen. Neben der Lehre gibt es einen zweiten wichtigen Bereich: die Forschung. Während du in der Lehre Seminare gibst, diese vorbereitest, für die Studierenden ansprechbar bist und ihre Studienleistungen, Klausuren und Hausarbeiten korrigierst, bildest du dich in deiner zweiten Haupttätigkeit ständig fort und produzierst selbst neues Wissen, indem du wissenschaftliche Artikel schreibst, Konferenzen besuchst und dich auf Fachtagungen mit deinen Kolleg*innen austauschst. Voraussetzung für den Beruf ist eigentlich nur ein Bachelor-Abschluss in dem Fach, für das du brennst. Tatsache! Nicht alle Dozent*innen sind Professor*innen. Für die meisten ist aber auch der Master-Abschluss sowie die Promotion Teil ihrer Karriere; einige von ihnen habilitieren und hoffen auf eine Professur. Denn genau das ist der schwierige Teil dieses Berufsfeldes: Es gibt viel mehr Bewerber*innen als Stellen und der akademische Werdegang ist leider ein sehr undankbarer Weg. Neben deinem Fachwissen brauchst du also auch einen langen Atem.
…Food-Stylist*in?
Hast du dich schon mal gefragt, warum der gekaufte Eistee, der Burger vom Lieferservice oder die Pizza im Restaurant um die Ecke nicht so lecker aussehen wie in der Werbung? Die Antwort ist: Weil es Food-Stylist*innen gibt! Die Gerichte und Getränke auf TikTok, Speisekarten, in Kochbüchern und der Fernsehwerbung oder auf Plakaten sollen Hunger machen und werden deshalb etwas aufgehübscht. Dein Job als Food-Stylist*in ist es also, Lebensmittel so anzurichten, dass sie schön und schmackhaft wirken. Um das zu gewährleisten, müssen die Speisen etwas modifiziert und in Szene gesetzt werden: Die einzelnen Zutaten müssen sichtbar, die Farben knallig und das Drumherum ordentlich sein. Wie bei allen Models muss auch hier durch Ankleben, Geraderücken und Verzerren etwas nachgeholfen werden, damit ein Foto entsteht, das leckerer aussieht als das, was der Kunde am Ende vor sich auf dem Teller hat. Food-Stylist*in ist keine anerkannte Ausbildung, doch es gibt naheliegende Berufsfelder wie die der Köchin und des Konditors. Im Anschluss kannst du an Workshops und Weiterbildungen teilnehmen, um dein eigenes Portfolio zu erstellen, und dich bei potentiellen Kundinnen bewerben. Neben den in der Ausbildung erlernten Fähigkeiten solltest du Kreativität mitbringen (du erschaffst schließlich essbare Kunstwerke!), ein Auge fürs Detail und ein großes Wissen zu Fotografie und Bildbearbeitung haben.
…Industriekletter*in?
Du hast sicher schon mal an einer spiegelglatten Hochhausfassade ein paar Personen hängen sehen, die entweder Fenster geputzt oder andere Arbeiten durchgeführt haben. Das ist die Höhenlage, in der du dich bewegst, wenn du Industriekletter*in werden möchtest. Du wirst immer dann benötigt, wenn Höhenarbeiten ohne Gerüstaufbau notwendig sind: Dazu gehören die Montage von Windkraftanlagen, Reparaturen, Baumbeschnitt und Fassadenreinigung. Voraussetzungen für diesen Beruf sind Schwindelfreiheit und Geschick. Da es keine Ausbildung zum oder zur Industriekletter*in gibt, empfiehlt sich zunächst eine handwerkliche Ausbildung, beispielsweise als Anlagenmechaniker oder Dachdeckerin, um dann eine (kostenpflichtige!) Weiterbildung anzuschließen. Spaß am Klettern ist außerdem hilfreich.
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