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  3. KI oder nicht KI: Wenn die Erinnerung trügt

KI oder nicht KI: Wenn die Erinnerung trügt

Eigene Leistung? Viele Menschen wissen nach einer Woche nicht mehr, in welchem Maße KI an einem Text beteiligt war, zeigt ein Experiment. Wie schnell uns unser Gedächtnis täuscht und was zu tun ist.

Von dpa
01.06.2026, 14:55 Uhr
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  • KI oder nicht KI: Wenn die Erinnerung trügt - Erinnerungslücken bei KI-Nutzung: Nach einer Woche können viele Menschen nicht mehr sicher sagen, ob eine Idee von ihnen selbst oder einer KI stammt.
    Erinnerungslücken bei KI-Nutzung: Nach einer Woche können viele Menschen nicht mehr sicher sagen, ob eine Idee von ihnen selbst oder einer KI stammt. Bild: Philip Dulian/dpa
Bayreuth/Aalto

Möchte man herausfinden, ob Inhalte mit oder ohne Hilfe von künstlicher Intelligenz entstanden sind, darf man nicht mit realistischen Ergebnissen rechnen, wenn Menschen zurückblicken: Schon nach einer Woche sinkt die Wahrscheinlichkeit mitunter drastisch, dass sich Menschen korrekt erinnern, wie genau ein Inhalt zustande kam. Das haben Forschende der Universität Bayreuth und der Aalto University in Helsinki in einer Studie herausgefunden.

Besonders auffällig waren in der Untersuchung demnach Workflows, in der menschliche und künstliche Intelligenz gemischt wurden. Soll heißen: Die Idee stammt von der KI und der Mensch hat sie ausformuliert oder umgekehrt.

KI-Idee ausformuliert? - Keine gute Chance auf korrektes Erinnern

Hat man selbst eine ursprünglich KI-generierte Idee ausformuliert, sinke die Wahrscheinlichkeit, sich korrekt an die Entstehung des Inhalts zu erinnern, in diesem Setting nach sieben Tagen auf 37,7 Prozent.

Umgekehrt bestehe eine Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent, eine ursprünglich eigene Idee nach einer Woche korrekt als solche zu erkennen, wenn man sie anschließend von einer KI hat ausformulieren lassen.

Zwei Gefahren im Umgang mit KI durch Erinnerungslücken

Basierend auf diesen Ergebnissen haben die Forschenden zwei Gefahren im Umgang mit KI durch Erinnerungslücken identifiziert:

  1. Man eignet sich gegebenenfalls KI-Ideen an und gibt diese als eigene Ideen aus.
  2. Umgekehrt traut man sich gegebenenfalls selbst weniger zu als gerechtfertigt, weil man eine eigene Idee fälschlicherweise als KI-generiert erinnert.

Sinnvoller als Erinnern ist Dokumentieren - von Anfang an

Es ist also unrealistisch, KI-Nutzung sowie deren Ausmaß aus der Erinnerung von Menschen zu rekonstruieren. Die Forschenden schlagen deshalb als sinnvolleren Ansatz vor, bei Bedarf die Entstehung von Inhalten von Anfang an zu dokumentieren.

Für die Studie hatten 184 Menschen an einem Experiment teilgenommen. Sie mussten Texte mit oder ohne KI-Hilfe erstellen und wurden dann nach einer Woche zur Entstehung der Idee und zur Ausformulierung des Textes befragt.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

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