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  3. Heilsame Auszeit? Probieren Sie Fastenwandern!

Heilsame Auszeit? Probieren Sie Fastenwandern!

Beim Fasten nur auf der Couch rumhängen? Nicht beim Fastenwandern. Hier wird bewusst auf Bewegung gesetzt. Wir erklären, wie das Ganze abläuft und was es bringt.

Von dpa
10.11.2025, 13:31 Uhr
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    Heilsame Auszeit? Probieren Sie Fastenwandern! - Ruhe und Bewegung: Wandern unterstützt den erholsamen Effekt einer Fastenkur.
    Ruhe und Bewegung: Wandern unterstützt den erholsamen Effekt einer Fastenkur. Bild: Christin Klose/dpa-tmn
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    Heilsame Auszeit? Probieren Sie Fastenwandern! - Massagen unterstützen das Fastenerlebnis.
    Massagen unterstützen das Fastenerlebnis. Bild: Christin Klose/dpa-tmn
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    Heilsame Auszeit? Probieren Sie Fastenwandern! - Äpfel eignen sich hervorragend zum Fastenbrechen, weil ihre Säure die Magensaftbildung.
    Äpfel eignen sich hervorragend zum Fastenbrechen, weil ihre Säure die Magensaftbildung. Bild: Christin Klose/dpa-tmn
Berlin

Beim Fasten sitzt man antriebslos zu Hause? Das stimmt nicht, im Gegenteil. Viele Menschen fühlen sich voller Energie. Zwar sollte man sich keine sportlichen Höchstleistungen abverlangen. Leichte Aktivitäten sind aber förderlich.

Ein populäres Beispiel: das Fastenwandern.

Was ist Fastenwandern?

Zwei wesentliche Komponenten machen das Fastenwandern aus:

1. eine mehrtägige Fastenkur

2. moderate Bewegung an frischer Luft

Die Bewegung soll den Stoffwechsel anregen und die positiven Auswirkungen der Fastentherapie auf die Gesundheit noch verstärken, sagt Ernährungsberaterin und Fastenbegleiterin Angela Lill.

Wer bietet das Fastenwandern an?

Üblicherweise schließen sich Fastenwanderer einer Gruppe an, die von fachkundigen Fastenleitern betreut wird. So müssen sie sich keine Gedanken um das Programm machen, das arbeiten die Fastenleiter aus.

Für den Zeitraum des Fastenwanderns kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem zentralen Ort zusammen - zum Beispiel in einem Hotel. Dort starten die Wandertouren und führen in der Regel auch wieder dorthin zurück. Dass man wie bei Mehrtageswanderungen von Unterkunft zu Unterkunft läuft, ist eher die Ausnahme.

Welche Fastenmethode wird beim Fastenwandern angewendet?

Bei vielen der Anbieter wird das Fastenwandern mit der traditionellen Heilfastenmethode nach Otto Buchinger verbunden. Dabei darf keinerlei feste Nahrung aufgenommen werden.

Laut dem Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung können so die besten Fastenergebnisse erzielt werden.

Wie funktioniert das Heilfasten nach Buchinger?

Dabei sollte man zwischen 6 und 8 Tagen keine feste Nahrung zu sich nehmen. Das empfehlen die Leitlinien zur Fastentherapie der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE).

Stattdessen müssen Fastende ihrem Körper ausreichend Flüssigkeit zuführen - allerdings ausschließlich kalorienarme oder kalorienfreie. Zu diesen Flüssigkeiten gehören:

  • Obst- oder Gemüsesäfte (0,25 Liter pro Tag, am besten frisch gepresst)
  • Gemüsebrühe (0,25 Liter pro Tag)
  • Kräutertee (mit etwas Honig) und Wasser (2 bis 3 Liter)

Über Wasser, Säfte und Brühe sollten insgesamt nicht mehr als 250 bis 300 Kalorien pro Tag aufgenommen werden.

Eva Lischka, Ärztin bei der ÄGHE, rät Fastenden deshalb vor allem zu Kräutertee und Wasser. Das spart Kalorien und soll die Ausscheidungsvorgänge über die Niere ankurbeln. Die empfohlene Aufnahmemenge liegt hier bei rund 3 Litern pro Tag.

Die Säfte und Gemüsebrühe liefern laut Lischka wertvolle Mineralien und Vitamine. Bewährt hätten sich auch Basenpräparate und Magnesium, um Muskelkrämpfe zu vermeiden.

Wie könnte eine Fastenwoche nach Buchinger aussehen?

1. Die Vorbereitung

Das Heilfasten nach Buchinger startet schon einen Tag vor der eigentlichen Fastenkur. Fastende sollten dann höchstens noch 1000 Kilokalorien zu sich nehmen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Den Vorbereitungstag nutzen Fastende, um sich geistig auf die bevorstehenden Tage einzustellen - am besten mit viel Ruhe.

Stress, Koffein, Alkohol und Nikotin sollten unbedingt vermieden werden. Stattdessen empfehlen sich mäßige körperliche Aktivitäten wie Radfahren oder Spazierengehen.

2. Die Fastentage

Zu Beginn der Fastenkur folgt eine Darmreinigung. Die gängigste Methode zum Abführen: Glaubersalz. Zu kaufen gibt es das Salz in Apotheken und Drogeriemärkten.

So geht's: 3 bis 4 Teelöffel (etwa 30 bis 40 Gramm) in einem Liter Wasser lösen und innerhalb von 20 Minuten austrinken. Gut 30 Minuten später wird mit einem halben Liter Wasser oder Tee nachgespült.

Wer die bitter schmeckende Lösung nicht herunterbekommt, kann den Geschmack mit Zugabe von Zitronensaft verbessern, rät die DGE.

Bei den Gruppen von Angela Lill sieht das Programm anschließend einen Vortrag zum Thema "Gesund werden und bleiben" vor. Dann wird gemeinsam gewandert - rund eineinhalb Stunden lang.

"Danach gestalten die Teilnehmer ihren weiteren Fastentag alleine", sagt die Fastenbegleiterin. Sie rät zu:

  • einer Ruhepause
  • einem Leberwickel
  • einer salzfreien Gemüsebrühe
  • möglichst einer weiteren Runde an der frischen Luft

Die Länge der Wanderrouten variiert je nach Gruppe und Anbieter. Manche Fastenleiterinnen und Fastenleiter wandern auch mehrere Stunden täglich mit ihren Gruppen.

Fester Bestandteil des Fastenwanderns sind außerdem oft Yoga-, Gymnastik-, Dehn- und Entspannungsübungen. Auch Massagen und Wannenbäder sind häufig vorgesehen.

Mit Ausnahme der Darmreinigung und des Vortrags sieht das Programm an Lills anderen Fastenwandertagen ähnlich aus.

  • Heilsame Auszeit? Probieren Sie Fastenwandern! - Massagen unterstützen das Fastenerlebnis.
    Massagen unterstützen das Fastenerlebnis. Bild: Christin Klose/dpa-tmn

3. Das Fastenbrechen

Ist die Fastenzeit vorüber, muss sich der Körper erst einmal wieder an die Aufnahme fester Nahrung gewöhnen. Kostaufbau nennt sich das. Dabei wichtig: Kleine Portionen wählen und gut kauen. So werden Eva Lischka zufolge die Verdauungssäfte wieder angeregt.

Angela Lill bricht das Fasten mit ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit folgenden Nahrungsmitteln:

  • einem Apfel
  • einigen Karottensticks
  • etwas Rettich
  • einem Stückchen getrocknetem Vollkornbrot

Das getrocknete Brot soll nach einer Woche ohne feste Nahrung dem Kautraining dienen.

"Nach dem Fasten sind die Aufbautage entscheidend und sehr wichtig", sagt die Ernährungsberaterin. Sie empfiehlt, in der Woche nach dem Fasten mit einer veganen Vollwertkost wieder einzusteigen - am besten mit basischen Lebensmitteln. Dazu gehören:

  • Obst: Pflaumen, Erdbeeren, Ananas
  • Gemüse: Karotten, Blumenkohl, Süßkartoffeln, Kopfsalat
  • Kräuter: Basilikum, Oregano, Petersilie
  • Nüsse: Mandeln, Walnüsse
  • Sprossen und Keimlinge
  • Heilsame Auszeit? Probieren Sie Fastenwandern! - Äpfel eignen sich hervorragend zum Fastenbrechen, weil ihre Säure die Magensaftbildung.
    Äpfel eignen sich hervorragend zum Fastenbrechen, weil ihre Säure die Magensaftbildung. Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Was bringt das Fastenwandern?

Einer Studie zufolge steigt die Leistungsfähigkeit der Muskulatur durch die Bewegung während der Heilfastenkur an.

Die unzureichende Energieversorgung von außen sorgt zudem dafür, dass der Körper zur Energiegewinnung das innere Bauchfett verbrennt.

Eva Lischka nennt folgende körperliche Vorteile:

  • bessere Regulierung des Blutdrucks
  • Verbesserung des Blutzucker- und Blutfettstoffwechsels
  • Verminderung von Entzündungen
  • Verbrauch von überschüssigem Leberfett
  • Schonung und Erholung des Verdauungstrakts
  • Verminderung von Stimmungstiefs

Bei vielen Menschen wirkt sich eine Fastenkur und damit das Fastenwandern psychisch positiv aus. Die Stimmung wird besser, und Fastende sind resistenter gegen Stress, hat Lischka beobachtet.

Bezahlt die Krankenkasse das Fastenwandern?

Gesetzliche Krankenversicherung

Welche präventiven Maßnahmen für gesetzlich Krankenversicherte förderfähig sind und welche nicht, regelt ein Leitfaden, den der GKV-Spitzenverband für die Krankenkassen erlässt.

"Nach den Vorgaben des Präventionsleitfadens gehört das Fastenwandern nicht zu den von Kassen förderfähigen Präventionsmaßnahmen", sagt Claudia Widmaier vom GKV-Spitzenverband.

Die Kasse übernimmt die Kosten also nicht.

Private Krankenversicherung

Auch bei der privaten Krankenversicherung sieht es mit der Kostenübernahme eher schlecht aus. Lediglich besonders leistungsstarke Tarife könnten solche Präventionsbausteine beinhalten, sagt Stephan Caspary vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Caspary rät privat Versicherten daher dazu, sich vor dem Fastenwandern mit einem Blick in die Versicherungsunterlagen oder einer Rücksprache mit dem Versicherer schlau zu machen, ob eine Erstattung der Kosten oder eine Bezuschussung möglich ist.

Welche Regionen in Deutschland sind beliebt fürs Fastenwandern?

Fastenwandern lässt sich überall, wo es schön ist, sagt Angela Lill.

Besonders beliebt sind:

  • Allgäu
  • Schwarzwald
  • Eifel
  • Harz
  • Bergisches Land
  • Uckermark
  • Nord- und Ostseeküste

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

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