blick.de - News, Events und Lifestyle
Videos E-Paper Spiele
    Region
    • Chemnitz
    • Erzgebirge
    • Mittelsachsen
    • Vogtland
    • Zwickau
    • Dresden
    • Leipzig
    • Sachsen
    • Bilder
  • Deutschland & Welt
  • Videos
  • Good News
  • Blaulicht
  • Sport
    • Allgemein
    • Motorsport
    • Niners Chemnitz
      Niners Chemnitz
    • Chemnitzer FC
      Chemnitzer FC
    • FC Erzgebirge Aue
      FC Erzgebirge Aue
    • FSV Zwickau
      FSV Zwickau
    • Eispiraten Crimmitschau
      Eispiraten Crimmitschau
    • EHV Aue
      EHV Aue
    • VFC Plauen
      VFC Plauen
    • BSV Sachsen Zwickau
      BSV Sachsen Zwickau
    Community
    • Tipp der Woche
    • Leserreporter
    • Mein Verein
    • Haustierliebe
    • Tattoo-Model
    • Capyversum
    • Einblick der Redakteure
    • Partypixx
    • Quizze & Spiele
    Unterhaltung
    • Promi-News
    • Event-Tipps
    • Veranstaltungskalender
    • Kino & TV
    • Horoskop
    • Gaming-News
    Verbrauchertipps
    • Ausbildung & Karriere
    • Ernährung
    • Auto & Verkehr
    • Reisen
    • Gesundheit
    • Wohnen & Garten
    • Familie
    • Digitales & Technik
    • Wirtschaft
    • Blitzer
    • Benzinpreise
  • Gewinnspiele
  • Service
    • E-Paper
    • Prospekte
    • Amtsblätter
    • Kleinanzeigen
    • Werben mit BLICK.de
    • Ansprechpartner
    • BLICK nicht erhalten?
    • Magazine
    • Stellenausschreibungen
  • Erfahrungen
    Anzeige
BLICK.de auf Instagram BLICK.de auf Facebook BLICK.de auf Youtube BLICK.de auf TikTok BLICK.de auf WhatsApp
  1. Verbrauchertipps
  2. Gesundheit & Sport in Chemnitz & Umgebung
  3. Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen

Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen

Die Midlife-Crisis ist oft ein Ende der Selbsttäuschung. Das kann hart sein - birgt aber Chancen für Neues: Wir können diese Krise nutzen, um glücklicher zu werden. So gelingt es.

Von dpa
29.07.2026, 12:57 Uhr
Auf Facebook teilen Inhalt teilen Auf WhatsApp teilen
BLICK.de bei Google bevorzugen
  • 1/6
    Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen - Voll auf Karriere gehen oder Verantwortung abgeben und mehr Freizeit haben?
    Voll auf Karriere gehen oder Verantwortung abgeben und mehr Freizeit haben? Bild: Anna Hirte/dpa-tmn
  • 2/6
    Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen - Schnell werden die Kinder älter, das Leben rast gefühlt vorbei.
    Schnell werden die Kinder älter, das Leben rast gefühlt vorbei. Bild: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn
  • 3/6
    Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen - Nachts liegt man wach und fragt sich: Was wäre nur gewesen, wenn?
    Nachts liegt man wach und fragt sich: Was wäre nur gewesen, wenn? Bild: Anna Hirte/dpa-tmn
  • 4/6
    Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen - Was bringt die Zukunft? Sie haben es selbst in der Hand.
    Was bringt die Zukunft? Sie haben es selbst in der Hand. Bild: Anna Hirte/dpa-tmn
  • 5/6
    Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen - Viele Wege führen in eine positive Zukunft – schauen Sie nicht zu oft in den Rückspiegel.
    Viele Wege führen in eine positive Zukunft – schauen Sie nicht zu oft in den Rückspiegel. Bild: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn
  • 6/6
    Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen - Der Nebel lichtet sich: Was macht Ihnen echte Freude?
    Der Nebel lichtet sich: Was macht Ihnen echte Freude? Bild: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn
Bern/Berlin

Die Midlife-Crisis ist keine Einbildung, sondern ein reales Phänomen. Sie betrifft nicht jeden, aber durchaus einige Menschen. Romane und Filme erzählen von ihr. Sie kann uns heftig treffen. Plötzlich stellen wir alles in Frage: unser Leben, bisherige Entscheidungen, uns selbst. Wir spüren eine existenzielle Verunsicherung – und neigen zu Kurzschlussreaktionen.

Den Job hinschmeißen, eine Affäre beginnen, ein Cabriolet kaufen? Das kann sich gut anfühlen. Aber es ist meist nicht die klügste Maßnahme gegen die Midlife-Crisis. Die Krise in der Lebensmitte lässt sich nutzen, um ruhig Bilanz zu ziehen und sich neu auszurichten.

Was ist überhaupt die Midlife-Crisis?

Gemeint ist eine Zeit im Alter zwischen 45 und 55, in der das psychische Wohlbefinden und der wahrgenommene Sinn besonders niedrig sind. Die U-Kurve der Lebenszufriedenheit ist empirisch belegt. In der Mitte des Lebens befinden wir uns am tiefsten Punkt.

Diese Phase ist oft von einer Reihe von Herausforderungen geprägt:

  • Wir sind nicht mehr so fit und belastbar wie früher.
  • Die Kinder werden älter und langsam unabhängig.
  • Die eigenen Eltern brauchen zunehmend Hilfe.
  • Die Karriere stagniert auf einem Plateau.
  • Die Beziehung zum Partner ist Routine geworden.

"Das häufigste Scheidungsalter liegt in Deutschland und in der Schweiz bei Ende 40 bis Anfang 50", sagt die Entwicklungspsychologin Pasqualina Perrig-Chiello, die lange an der Uni Bern geforscht hat.

Nicht alle Menschen seien gleichermaßen von einer Krise in der Lebensmitte betroffen, sagt die Expertin. Persönlichkeitsfaktoren spielen eine große Rolle. "Menschen, die Angst vor Neuem haben oder klare Strukturen und Kontrolle brauchen, sind anfälliger."

  • Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen - Schnell werden die Kinder älter, das Leben rast gefühlt vorbei.
    Schnell werden die Kinder älter, das Leben rast gefühlt vorbei. Bild: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Die Auslöser einer Midlife-Crisis sind unterschiedlich. Und es gibt verschiedene Ausprägungen. Fünf typische Empfindungen:

1. Endlichkeit: "Ich habe nicht mehr alle Möglichkeiten."

In der Jugend wirkt die Zukunft wie ein weites Meer, auf dem wir in jede Richtung segeln können. Spätestens in der Lebensmitte müssen wir feststellen: Viele Vorhaben, die wir uns für später aufgehoben haben und die immer auch möglich schienen, werden nicht mehr passieren. Wir haben sie endgültig verpasst. Wir haben nicht mehr ewig Zeit.

Der Philosoph Kieran Setiya, der ein Buch über die Midlife-Crisis geschrieben hat, beschreibt das Gefühl, in der Falle zu sitzen: "Die Weichen sind gestellt, die Route steht fest, alle Türen sind zu."

Das setzt einen wichtigen Prozess in Gang, sagt Perrig-Chiello: Wir bilanzieren unser Leben. Was waren meine Träume und Lebensziele? Was habe ich erreicht – und was nicht? Wofür bleibt noch Zeit?

2. Bedauern: "Was wäre, wenn ich damals..."

In der Lebensmitte fragen wir uns oft, an welcher Stelle wir anders hätten abbiegen können – und ob dieser andere Weg nicht besser gewesen wären. Ob wir dann heute glücklicher wären.

Noch schlimmer: Nicht selten sind wir uns ziemlich sicher, dass wir uns falsch entschieden und einen Fehler gemacht haben. Aber wir können nicht mehr zurück und einen anderen Weg wählen.

Jetzt sieht unser Leben anders aus als erhofft. Wir selbst sind nicht die Menschen geworden, die wir werden wollten. Daran gibt es nichts mehr zu rütteln. Kieran Setiya formuliert es so: "Wenn Sie wissen, wer Sie sind, wissen Sie auch, wer Sie nicht sind."

Das herauszufinden, ist nicht einfach, oft sogar schmerzhaft. "Identität muss in Übergangsphasen zwingend neu definiert werden", sagt Perrig-Chiello. Sie besteht aus Selbstbild und Fremdbild. Wie sehe ich mich – und wie blicken die anderen auf mich?

"Diese beiden Perspektiven in Einklang zu bringen, ist die zentrale Herausforderung", sagt die Entwicklungspsychologin. Vielleicht hat man sich immer für attraktiv oder erfolgreich gehalten. Doch jetzt kriegt man etwas anderes gespiegelt. "Irgendwann kann ich mich nicht mehr selber beschummeln, das Kartenhaus fällt zusammen."

3. Fremdbestimmtheit: "Ich stecke im Hamsterrad"

Es ist ein Gefühl, das Perrig-Chiello zufolge viele Menschen in der Lebensmitte schildern: Ich habe nicht selbst gelebt, ich wurde gelebt. "Gerade bei Frauen entsteht dieses Gefühl, oft nach Jahren der Kindererziehung oder familiärer Verpflichtungen."

Sinnkrisen entstünden, wenn wir zu lange in einem Modus bleiben, in dem wir immer nur geben und einem Ideal entsprechen möchten – die gute Mutter, der erfolgreiche Macher. Bis Körper und Psyche nicht mehr mitmachen und wir in eine existenzielle Krise geraten.

  • Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen - Nachts liegt man wach und fragt sich: Was wäre nur gewesen, wenn?
    Nachts liegt man wach und fragt sich: Was wäre nur gewesen, wenn? Bild: Anna Hirte/dpa-tmn

4. Leere: "Ich habe alles erreicht – war es das schon?"

Oft haben wir es geschafft, ein nach außen hin schönes Leben aufzubauen. Wir haben vielleicht alles erreicht, was wir uns immer gewünscht haben: ein erfüllender Job, ein toller Partner, Kinder. Anerkennung und Wohlstand. Doch genau das ist das Problem.

Plötzlich ist da eine große innere Leere. Kieran Setiya erklärt in seinem Buch den Grund: Wir verfolgen im Leben vor allem sogenannte telische Ziele. Das heißt, unser Tun richtet sich auf einen klaren Endpunkt. Hochzeit, Beförderung, Hauskauf. Das motiviert uns.

Doch hier liegt das Problem: Mit jedem erfolgreich abgeschlossenen Projekt streichen wir etwas Sinn aus unserem Leben. Kurz gesagt: Je besser unser Leben sich entwickelt, umso sinnloser wird es.

5. Langeweile: "Irgendwie fehlt der Glanz"

Es kann sein, dass alles so gekommen ist, wie wir uns das vorgestellt haben. Und trotzdem fehlt etwas: Staunen, Begeisterung, Euphorie. Wir laufen ohne große Gefühlsausschläge durch ein an sich gutes Leben.

Das liegt daran, dass die allermeisten elementaren Erfahrungen hinter uns liegen. Das erste Mal verliebt sein, die erste große Reise, Vater werden. Wir haben das Gefühl, das Leben auswendig zu kennen.

Kieran Setiya beschreibt "ein Gefühl von Sinnlosigkeit und Wiederholung". Über sich selbst schreibt er: "Mein Leben ist ein gläserner Tunnel: Das bunte Leben findet draußen statt."

Die Midlife-Crisis als Chance sehen

Wer sein Leben in Frage stellt, neigt zu impulsiven Entscheidungen:

  • Trennung oder Scheidung
  • Affären und Seitensprünge
  • den Job kündigen und was ganz anderes machen
  • die Wohnung kündigen und auf Weltreise gehen
  • viel Geld für ein teures Auto ausgeben

Manches ist eher Klischee, anderes kommt häufiger vor.

Doch Vorsicht. Entwicklungspsychologinnen wie Perrig-Chiello raten zur Veränderung, aber nicht als Kurzschlussreaktion. Inventur statt Flucht – den Kurs korrigieren statt alles über Bord werfen.

"Krisen sind immer ein Zeichen, dass man etwas verändern muss", sagt Perrig-Chiello. Krisen in der Lebensmitte bieten die Chance, das eigene Leben zu überdenken und sich neue Ziele zu setzen – und manche zu verwerfen. "Das ist eine wichtige Investition in die Zukunft."

Studien zeigen: Die mittleren Jahre sind entscheidend für die späteren, für ein gutes Altern. "Es lohnt sich, aktiv etwas zu verändern, etwas zu korrigieren und anzupassen."

  • Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen - Was bringt die Zukunft? Sie haben es selbst in der Hand.
    Was bringt die Zukunft? Sie haben es selbst in der Hand. Bild: Anna Hirte/dpa-tmn

Hier sind sechs wertvolle Ratschläge:

1. Nehmen Sie sich Zeit, um Bilanz zu ziehen

Perrig-Chiello rät: Keine Entscheidungen unter Stress treffen!

"In der klinischen Praxis zeigt sich, dass Menschen, die Hals über Kopf Familie und Kinder verlassen oder den Job kündigen, danach häufig Bedauern empfinden", berichtet die Psychologin.

Besser ist es, ruhig und bewusst nachzudenken: Wo stehe ich? Und wo will ich hin? "Dieses Vorwärtsschauen verlangt ein Innehalten." Das kann eine Auszeit in den Bergen sein, eine Reise. Hauptsache, wir nehmen uns Zeit – obwohl wir in der Lebensmitte so wenig davon haben.

"Trotzdem sollte man sich diesen Luxus nehmen, um Entscheidungen zu treffen", rät Perrig-Chiello.

2. Schauen Sie nach vorn, nicht zurück

Bilanz ziehen, das heißt auch: Wir müssen uns von Lebensentwürfen verabschieden. Und wir sollten aufhören, Entscheidungen zu bedauern und Fehler zu bereuen. Das ist leicht gesagt, fällt vielen aber schwer.

Kieran Setiya rät zu drei gedanklichen Auswegen:

1. Kinder: Ohne die falsche Entscheidung wäre das eigene Kind womöglich nicht geboren worden. Zum Beispiel weil Sie in eine andere Stadt gezogen und Ihren Partner nie kennengelernt hätten. Deshalb ergibt alles so Sinn, wie es gekommen ist – auch der Fehler.

2. Risikoscheue: Sie wissen, was Sie an Ihrem Leben haben. Der nicht begangene Lebensweg ist dagegen unsicher, weil Sie ihn ja nicht realisiert haben. Es ist rational, das schon bekannte Glück zu wählen statt bessere Alternativen mit einem ungewissen Ausgang.

3. Vergrößerungsglas: Schauen Sie nicht auf "diffuse Verheißungen nicht gelebter Leben", sondern auf die Details Ihres eigenen Lebens – auf all die Dinge, die Ihr Leben schön machen: Freunde, Hobbys. Und auf alles, was Sie schon erreicht haben.

Noch eine Warnung: Beschäftigen Sie sich nicht zu sehr mit den Details verpasster alternativer Lebenswege, rät Setiya. Das kann das seelische Gleichgewicht gefährden. Hier ist Ignoranz gut.

  • Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen - Viele Wege führen in eine positive Zukunft – schauen Sie nicht zu oft in den Rückspiegel.
    Viele Wege führen in eine positive Zukunft – schauen Sie nicht zu oft in den Rückspiegel. Bild: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn

3. Setzen Sie eigene Standards für ein gutes Leben

In der Lebensmitte erkennen viele, dass sie bislang nach vorgegebenen Mustern funktioniert haben. Und begreifen: Jetzt geht es um das eigene Leben. "Own Your Age" heißt das Buch, das Perrig-Chiello über das Potenzial der zweiten Lebenshälfte geschrieben hat.

Ihr zufolge geht es darum, Verantwortung für sich selbst und das eigene Glück zu übernehmen und sich unabhängiger von den Erwartungen anderer zu machen. Was will ich wirklich? Was ist mir wichtig?

In einer Gesellschaft mit Schönheitswahn und Optimierungsdruck durch Social Media ist es wichtig, eigene Standards zu setzen. "Das ist ganz zentral in den mittleren Jahren", sagt die Psychologin.

Bilanzieren sei immer mit einer Zielperspektive verbunden: Wohin geht es jetzt? Wenn wir weitermachen wie bisher, droht die Gefahr, dass "wir uns selbst dauerhaft verpassen", wie es die Philosophin Barbara Bleisch in ihrem Buch "Mitte des Lebens" formuliert. Also: Es ist an der Zeit, das Leben zu gestalten.

Berufliche Neuorientierung? Umziehen oder bleiben? Kinder oder nicht? Wer Angst vor einer großen Entscheidung hat, sollte laut Bleisch nicht fragen: Könnte ich das bereuen? Hilfreicher ist die Frage: Will ich herausfinden, wie mich diese Entscheidung verändert?

4. Hören Sie auf, vor allem an sich zu denken

Kieran Setiya nennt es die erste Regel für die Midlife-Crisis: "Sie müssen sich um mehr kümmern als nur um sich selbst."

Das bestätigt Entwicklungspsychologin Perrig-Chiello: "Das permanente Fokussieren auf die eigenen Bedürfnisse und Selbstoptimieren führen in die Einsamkeit. Das können wir recht sicher vorhersagen."

Entscheidend sei Generativität – ein Konzept, das besonders im späteren Leben an Bedeutung gewinnt.

Es geht darum, den Fokus weg von den eigenen Bedürfnissen auf die Welt, auf andere, auf jüngere Generationen zu lenken: Was passiert um mich herum? Was brauchen Freunde und Nachbarn? Perrig-Chiello nennt das eine "zentrale Kraft- und Glücksquelle".

5. Konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Sie gerne tun

Ein Problem der Lebensmitte liegt darin, dass uns die Ziele ausgehen. Also suchen wir uns ständig neue und hetzen von Aufgabe zu Aufgabe, von Projekt zu Projekt. Dabei bleibt etwas auf der Strecke.

Setiyas zweite Regel für die Midlife-Crisis lautet: Wir müssen in unserer Arbeit, unserer Freizeit und unseren Beziehungen Platz für Dinge schaffen, die für uns einen "existenziellen" Wert haben.

Der Philosoph meint die atelischen Tätigkeiten, die im Gegensatz zu telischen Aktivitäten keinen Endpunkt haben. Wer gern spazieren geht oder Schach spielt, ist nie fertig und am Ziel.

Entscheidend sind Dinge, die nicht dazu dienen, unser Leben oder das der anderen zu verbessern. Probleme lösen, Krisen entschärfen, im Job vorankommen. Sondern Tätigkeiten, denen man auch in einer perfekten Welt ohne Not und Sorgen nachgehen würde. Dafür bleibt in der Lebensmitte wenig Zeit. Doch laut Setiya haben solche Tätigkeiten "einen eigenen Wert, der durch nichts zu ersetzen ist."

  • Midlife-Crisis: Wie Sie die Krise als Chance nutzen - Der Nebel lichtet sich: Was macht Ihnen echte Freude?
    Der Nebel lichtet sich: Was macht Ihnen echte Freude? Bild: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn

Dinge um ihrer selbst Willen zu tun, heißt allerdings nicht, sich möglichst oft dem Müßiggang hinzugeben, betont Setiya. Ziele sind gut. Im Leben gehe es darum, wichtige Dinge zu erledigen.

Setiya rät allerdings dazu, auch in Aufgaben, die wir zielorientiert tun oder tun müssen, den atelischen Teil wertzuschätzen. Ein Beispiel aus seinem Leben: Nicht nur das fertige Buch zählt, sondern auch das Schreiben und Nachdenken darüber. Freude am Tun, nicht am Abhaken.

Das Atelische finde sich auch im stressigsten Leben, sagt Setiya, zum Beispiel in der Kindererziehung. Doch wie findet man es?

Der Schlüssel ist Achtsamkeit. Der Philosoph bringt es auf eine recht einfache Formel: "Ich muss lernen, im Moment zu sein."

6. Bleiben Sie dankbar, offen und neugierig

Es gibt umfangreiche Forschung dazu, welche Charaktereigenschaften positiv mit der Lebenszufriedenheit zusammenhängen und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem guten Leben führen:

  • Dankbarkeit
  • Neugier und Offenheit für Neues
  • Freude am Lernen
  • Engagement

Nun kann man nicht mehr vollständig ändern, wer man ist. Aber man kann sich durchaus in Dankbarkeit und Offenheit üben. Ja, das Lebensglück und die Zufriedenheit sind auch Einstellungssache.

Barbara Bleisch plädiert dafür, mit der eigenen Perspektive auf die Welt spielerisch umzugehen – ein Vorzug des mittleren Alters.

Sie resümiert: "Gerade weil wir uns selbst nicht mehr so tragisch ernst nehmen müssen und etwas Distanz gewonnen haben, können wir das Spektakel des Lebens mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen und genießen."

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auch interessant für dich

  • Weiter Druck auf Infantino: Ex-Profis fordern Neuanfang - Mikael Silvestre und andere Ex-Fußballstars fordern das Aus für Infantino. (Archivbild)
    Fußball

    Weiter Druck auf Infantino: Ex-Profis fordern Neuanfang

  • Heißes Votum im Norden – Island stimmt über EU-Kurs ab - In der Frage des EU-Beitritts ist die Vulkaninsel Island gespalten. (Symbolbild)
    Referendum zu Gesprächen

    Heißes Votum im Norden – Island stimmt über EU-Kurs ab

  • Langjährige Liebe zu Frau: Priester gibt nach 37 Jahren auf - Die katholische Kirche ist zwei Jahrtausende alt. Ihr Eheverbot für Pfarrer gilt auch noch im 21. Jahrhundert. Ein Priester im Taunus zieht daher die Reißleine. (Symbolbild)
    Kirche

    Langjährige Liebe zu Frau: Priester gibt nach 37 Jahren auf

  • Politik auf der Bühne? Künstler setzen Zeichen beim Festival - Den Streit um politische Äußerungen haben viele Musiker auf der Bühne kommentiert.
    Kehrtwende und Kritik

    Politik auf der Bühne? Künstler setzen Zeichen beim Festival

  • August-Blues und Sommer-Wehmut? Mit "Glimmern" in den Herbst - Das Gefühl von Wehmut oder Melancholie am Ende des Sommers: Diesen August-Blues verspüren viele Menschen, wenn die Tage kürzer werden.
    Psychologin erklärt

    August-Blues und Sommer-Wehmut? Mit "Glimmern" in den Herbst

  • Schweiz
  • Alle Themen
Newsletter abonnieren

Meistgelesen

  • 1.Erzgebirge

    Schwerer Frontalcrash auf der B 174: Opel kracht in LKW – Fahrer schwer verletzt
  • 2.Sachsen

    Großeinsatz in Sachsen: Weitere Sprengvorrichtungen an Stromtrassen entdeckt
  • 3.Erzgebirge

    Zschorlau: Zwei Verletzte bei Zusammenstoß von Roller und Simson

Prospekte & Magazine

Auch interessant


Blick
Kooperationspartner
Online Rezept Erfahrungen Wettanbieter Vergleich einfach-sparsam.de Girokonto Vergleich Tradingerfahrungen Lotto Erfahrungen Produktvergleich
Weitere Angebote
CMD - Centrale Medien Dienste Freie Presse Buchprogramm Freie Presse Mediengruppe WVD Dialog Marketing Liebe in Sachsen Mein Gedenken erzgebirge.de Freie Presse Meine Reise Mein Ticket Mein Shop Mein Job
Themen
Kulturhauptstadt 2025 MotoGP Sachsenring Weihnachten Organisationen Schlagworte Ereignisse Personen Produkte Orte
Autorenprofile Newsletter Service Archiv Kontakt Impressum Haftungsausschluss Datenschutzerklärung Datenschutzeinstellungen
BLICK.de auf Instagram BLICK.de auf Facebook BLICK.de auf Youtube BLICK.de auf TikTok BLICK.de auf WhatsApp
© 2026 Verlag Anzeigenblätter GmbH Chemnitz
FreiePresse Mediengruppe Logo