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  3. Deutsche Stellenanzeigen sagen kaum etwas über das Gehalt

Deutsche Stellenanzeigen sagen kaum etwas über das Gehalt

In wenigen Wochen sollen auch in Deutschland Stellenanzeigen konkrete Angaben zum Verdienst enthalten. Bisher ist das hier kaum verbreitet, ganz anders als in anderen EU-Ländern.

Von dpa
14.05.2026, 04:00 Uhr
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    Deutsche Stellenanzeigen sagen kaum etwas über das Gehalt - Konkrete Angaben zur Bezahlung fehlen in vielen Stellenanzeigen. (Symbolbild)
    Konkrete Angaben zur Bezahlung fehlen in vielen Stellenanzeigen. (Symbolbild) Bild: Jens Kalaene/dpa
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    Deutsche Stellenanzeigen sagen kaum etwas über das Gehalt - Die Transparenz der Bezahlung ist in Stellenanzeigen in Deutschland wenig ausgeprägt (Symbolbild).
    Die Transparenz der Bezahlung ist in Stellenanzeigen in Deutschland wenig ausgeprägt (Symbolbild). Bild: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
Nürnberg/Düsseldorf

Kurz vor Auslaufen einer EU-Frist zur Lohntransparenz geizen deutsche Arbeitgeber weiterhin bei Stellenanzeigen mit Angaben zum Gehalt. In einem europäischen Vergleich der Jobseite Indeed schnitt Deutschland am schlechtesten unter den sieben untersuchten europäischen Ländern ab. Nur 12,5 Prozent der Stellenanzeigen hierzulande hätten konkrete Angaben zum Gehalt enthalten, so das Ergebnis der Untersuchung. 

Verhandlungsmacht wechselt wieder zu Arbeitgebern

"Statt eines präventiven Anstiegs verzeichnen wir aktuell sogar einen Rückgang der Transparenzquote in Deutschland und eine Stagnation in weiten Teilen Europas", sagte die Indeed-Ökonomin Lisa Feist. "Diese Entwicklung verläuft parallel zu einem Arbeitsmarkt, der spürbar abkühlt und auf dem sich die Verhandlungsmacht wieder zugunsten der Arbeitgeber verschiebt."

Der Druck auf die Arbeitgeber nehme ab, viele fielen in alte Muster zurück. "Eine dauerhafte und konjunkturunabhängige Offenheit bei Gehältern wird sich voraussichtlich erst dann als Standard durchsetzen, wenn gesetzliche Rahmenbedingungen vollumfänglich greifen", sagte Feist. 

In vielen Ländern mehr Transparenz

In Großbritannien (56 Prozent), den Niederlanden (48 Prozent) oder Frankreich (43 Prozent) sind die Anteile der Ausschreibungen mit Gehaltsangaben deutlich höher als in Deutschland. In Italien sei der Anteil mit Gehaltsangabe binnen eines Jahres von 22 auf 36 Prozent geklettert. 

Die EU-Lohntransparenz-Richtlinie muss bis 7. Juni in nationales Recht überführt werden. Sie hat unter anderem zum Ziel, die Einkommensunterschiede von Männern und Frauen auszugleichen und verpflichtet Arbeitgeber dazu, schon vor dem Bewerbungsgespräch Angaben zum Gehalt zu machen.

In Deutschland gilt bisher: Vor allem bei besser bezahlten Jobs herrscht öffentlich Stillschweigen. Bei Reinigungsdiensten nannten immerhin 34,8 Prozent der Stellenanzeigen eine Vergütung, in der Sicherheitsbranche waren es 23,5 Prozent, im Transportwesen 22,3 Prozent und im Kundenservice 21,3 Prozent.

Arbeitnehmer wünschen sich mehr Gehaltsangaben

Dagegen enthielten in der Architektur nur sechs Prozent der Stellenanzeigen eine Gehaltsangabe, in der wissenschaftlichen Forschung 5,3 Prozent, in der Pharmazie 5,2 Prozent. Auch in der Informationstechnologie waren es nur 5 Prozent und im Bereich Daten und Analytics 4,4 Prozent. Eine Indeed-Umfrage unter Arbeitnehmern hat hingegen ergeben, dass mehr als 60 Prozent sich nachhaltige Angaben zum Gehalt wünschen und auch eher geneigt sind, sich tatsächlich zu bewerben, wenn das Gehalt bekannt ist.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

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