Warum Mähroboter auch für Schmetterlinge und andere Insekten ein Problem sind

Insektenexperten sehen auch in Westsachsen einen Rückgang der Artenvielfalt. Ein Grund könnte die neue „Gartenkultur“ sein.

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Schmetterlinge wie Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz, Bläuling oder Zitronenfalter gefallen fast allen Menschen. Doch in diesem Sommer waren sie nur selten zu sehen. Gründe gibt es viele, unter anderem das Wetter, aber auch Veränderungen in der Landwirtschaft oder bei der Bewirtschaftung und Pflege von Grünflächen.

Experten haben große Sorgen

Wolfgang Wagner (73) ist regelmäßig bei Veranstaltungen der Kreisnaturschutzstation und des Landschaftspflegeverbandes Westsachsen als Schmetterlingsexperte dabei, zuletzt beispielsweise auf Schmetterlingswiesen in Kirchberg und Oberlungwitz.

Er beobachtet seit mehr als 50 Jahren Insekten. "Was früher Allerweltsarten waren, sind heute kaum noch zu sehen", sagt er über manche Schmetterlinge, deren Vielfalt und Individuenzahl im Sinkflug sei. Eine Verbesserung der Lage sei kaum zu erwarten, weil die Gründe dafür vielfältig sind.

Auch in den Gärten läuft etwas falsch

Die großflächige und intensive Landwirtschaft allein sei kein Grund. Auch an Straßenrändern oder an Wegen im Wald wird laut Wagner beispielsweise zu konsequent und oft zu für die Insekten ungünstigen Zeitpunkten gemäht, so dass sie keine Blüten mit Nektar oder Futterpflanzen für ihren Nachwuchs, die ganz unterschiedlichen Schmetterlingsraupen, mehr finden.

In den Privatgärten gibt es auch Probleme. Ein Grund ist laut Wagner die Begeisterung für Kurzrasen und den dafür eingesetzten Mähroboter, die bisher vor allem als Gefahr für Igel in der Kritik stehen. "Da kann gar nichts existieren", sagt der Insektenexperte über die ständig kurzen Rasenflächen.

Wie kann es besser werden ?

Schmetterlinge und andere Insekten, die wiederum Nahrungsgrundlage für Vögel, Igel und andere Tiere sind, brauchen blühende heimische Pflanzen. Doch Blüten gibt es nur, wenn zumindest stellenweise seltener gemäht wird und im Rasen auch einmal Weißklee oder Löwenzahn existieren dürfen. Statt exotischer Bäume, Sträucher und Beetpflanzen braucht die Insektenwelt laut Experten vor allem heimische Pflanzen.

Wilde Ecken sind für die Artenvielfalt wichtig

Für Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge oder den Kleinen Fuchs ist eine eher unbeliebte Pflanze existenziell wichtig: Ihre Raupen fressen die Brennnesseln. Hier und da eine wilde Ecke im Garten oder auch auf öffentlichen Grünflächen sind daher wichtig.

Diese sollten nur ein oder zweimal im Jahr gemäht werden. Gibt es auch Totholz, Steinhaufen, Sträucher wie Weißdorn, Schlehe oder Roter Hartriegel sowie vielleicht auch noch einem kleinen Teich, profitiert die Artenvielfalt erheblich. "Jeder Quadratmeter" zählt ist dabei ein oft verwendeter Slogan von Naturschützern. Hinweise zur naturnahen Gartengestaltung gibt es bei vielen Naturschutzverbänden.

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