1.000 Euro für die Nächstenliebe!

Spendenaktion Autohaus Voitel sammelt für den Ambulanten Hospiz- und Beratungsdienst

Plauen/Auerbach. 

Plauen/Auerbach. Das ist kein schönes Thema. Wer spricht schon gerne über den Tod? An einem Sterbebett zu sitzen, das ist wohl die höchste Form der Nächstenliebe. 63 Ehrenamtliche aus der Region übernehmen nächtliche Sitzwachen, damit die Angehörigen wenigstens für ein paar Stunden schlafen oder sich ausruhen können. Keiner redet gerne drüber. Aber es muss sein. Und die Statistik, sie ist unerbittlich. Aktuell stehen in der Betreuungsliste des Ambulanten Hospiz- und Beratungsdienst Nächstenliebe e. V. 214 Namen. Diese Vogtländer teilen das gleiche Schicksal. Der Tod rückt näher.

Die Zahl der Hilfesuchenden steigt

Vereinskoordinatorin Jana Flöter ließ beim Fototermin ganz leise wissen, "dass wir in diesem Jahr bereits 40 Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet haben." Sie sind eingeschlafen. Der Verein betreut derzeit auch 18 trauernde Kinder, die Geschwister oder Elternteile verloren haben. Weil die Zahl der Hilfesuchenden steigt, sollte der Verein nach Möglichkeit weiter wachsen. Petra Zehe hat als geschäftsführende Koordinatorin Qualifikationen als Master Palliative Care & pädiatrische Palliative Care erworben: "Wir suchen weitere Mitstreiter. Und es wäre auch toll, wenn wir für unsere Arbeit weitere Spenden einwerben könnten", hofft Petra Zehe. Zum Beispiel betreibt der Verein eine Hotline, wo man 24 Stunden täglich unter der Rufnummer 0163-6149065 jemanden erreichen kann, der dann für Sterbende und Angehörige da ist.

Bereits 1.500 Euro sind zusammengekommen

Der im gesamten Vogtland tätige Verein betreibt zwei Beratungsstellen in Auerbach (Telefon 03744-3652577) und Klingenthal sowie fünf Trauercafés in Oelsnitz, Auerbach, Treuen, Adorf und Klingenthal. Mit diesem Tabuthema die Öffentlichkeit zu erreichen, das ist schwer. Das Autohaus Voitel versucht es trotzdem. Dabei war die jüngste Aktion "Fit mit Voitel" gar nicht so erfolgreich wie erhofft. Maria Nenner ist im Hause Voitel verantwortlich für das Marketing: "Unsere Teilnehmer haben insgesamt über 30 Kilogramm abgenommen. Wir wollten für jedes abgenommene Kilo 1 Euro spenden." Dr. Dirk Stenzel informierte nun: "Anstelle der fälligen 30 Euro haben wir 1.000 Euro überwiesen und wir bitten alle Leser darüber nachzudenken, diesen Verein vielleicht auch zu unterstützen", lässt der Kaufmännische Leiter des Autohauses Voitel in Plauen wissen. Das von Familie Voitel geführte Unternehmen hat Kunden im gesamten Vogtland. Autoverkäufer Dustin Wolf hatte im Kreis der Belegschaft in Plauen ebenfalls noch gesammelt. 350 Euro kamen hinzu. Ein weiterer Spender überweist 150 Euro. Und so hat die Sommeraktion jetzt bereits 1.500 Euro eingebracht.

Was genau macht der Hospizdienst?

Petra Zehe und Jana Flöther sind beide gelernte Krankenschwestern. Der Hospiz- und Beratungsdienst finanziert sich zu einem großen Teil aus Spendengeldern, Förderungen und Mitgliedschaften. "Nur so können wir auch in Zukunft Menschen in schwerer Krankheit und in ihrer letzten Lebensphase begleiten sowie die Angehörigen während der Zeit und danach unterstützen und entlasten", betonen Petra und Jana. Der Verein organisiert unter anderem Aktivitäten und Gespräche, aber auch gemeinsames Schweigen. Die fachkundige Beratung und Krisenintervention für Schwerstkranke und Sterbende, für Angehörige und für Trauernde wird immer häufiger in Anspruch genommen. Zum Beispiel hilft dieser Verein auch beim Erstellen einer Patienten- und Betreuungsverfügung und einer Generalvollmacht. Man berät und hilft bei der Antragstellung bezüglich Schwerbehinderung, Pflegegrad, Rente und ähnlichen Anträgen.

Spendenkonto

Ambulanter Hospiz- und Beratungsdienst Nächstenliebe e. V. | IBAN: DE50 8705 8000 0101 0284 90 | BIC: WELADED1PLX | Stichwort Internet www.hospizverein.net