200 Besucher feiern 20 Jahre Integratives Malteser-Kinderhaus

Geburtstag In der Schmickestraße in Plauen gab es am Wochenende ein großes Jubiläumsfest

Plauen. 

Plauen. Ponyreiten, Zuckerwatte, Kinderschminken und viele weitere Attraktionen zauberten ein Leuchten in die Gesichter der Kinderkrippen- und Kindergartenkinder, die am 17. Mai mit ihren Familien zum großen Jubiläumsfest gekommen sind, das anlässlich des 20-jährigen Bestehens ihres Integrativen Kinderhauses der Malteser in der Schminckestraße 6 in Plauen gefeiert wurde. Es ist ein Rückblick auf 20 Jahre, in denen in diesem Haus Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam aufwachsen dürfen.

"Jedes Kind ist von Gott geliebt" lautet der Grundsatz der Tageseinrichtung - und so werden alle Kinder, ob mit oder ohne Handicap, in ihrer Unterschiedlichkeit und mit all ihren Besonderheiten so angenommen und gestärkt, wie sie sind. Cornelia Horst von der Malteser-Pressestelle betont: "Dabei arbeitet das Kinderhaus eng mit den Eltern und Heilerziehungspflegern zusammen. Dieses ganzheitliche Miteinander spiegelte sich auch in der besonderen Jubiläumsveranstaltung wieder."

Ein Kinderhaus voller Liebe

Liebevoll haben Leiterin Gabriele Munser, die Mitarbeitenden und die Kinder gemeinsam mit vielen engagierten Eltern das Fest im Grünen vorbereitet. Sie hatten Wandzeitungen und Einladungskarten gebastelt, Überraschungen organisiert, gebacken, gekocht und dekoriert. Es wurde sogar eine große Hebebühne aufgestellt, von der die Kinder ihre Tagesstätte von oben bestaunen konnten.

Zum Auftakt des Festes verzauberte Geschichtenerzähler Thomas Hoffmeister-Höfener von Theomobil e.V. die Gäste mit der bildhaften Beschreibung über Jesu' erstes Wunder in Kana, als er auf einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelte. Daran anknüpfend feierte Pfarrer Heinz-Claus Bahmann der Herz-Jesu-Gemeinde mit den Gästen die Festandacht. Voller Dankbarkeit blickten die Anwesenden auf das, was in all der Zeit entstanden ist und was manchmal auch wie ein Wunder wirkt.

Eine bunte Villa mit Fahrstuhl

Das Kinderhaus ist 1999 in die Altbau-Villa gezogen, in der es heute beheimatet ist. Dieser Ort war zu DDR-Zeiten ein Pflegeheim. Es wurde als neues Zuhause für die Kinder ausgesucht, nachdem die Malteser 1998 die Trägerschaft der integrativen Kindertagesstätte in der Mommsenstraße von der Stadt Plauen übernommen hatten. Stück für Stück wurde die Villa immer weiter um- und ausgebaut.

Es kamen neue Gruppen hinzu, ein verglaster Balkon, ein Bauwagen, der als Holzwerkstatt dient, Spielburgen, ein Baumhaus - viele Orte für Begegnungen, in denen damals 56 und heute 107 Kinder ihren Platz finden. Sie werden von 18 Erzieherinnen und Erziehern sowie zwei Heilerziehungspflegern begleitet, die bei Bedarf 1:1-Betreuungen von Kindern mit besonderem Förderbedarf übernehmen. "Hier leben alle unter einem Dach, wie in einer großen Familie", berichtet Erzieherin Doreen Ehrhardt.

Im Charme der liebevoll ausgebauten Zimmer liegt dabei viel Raum für die individuelle Entfaltung eines jeden Kindes. Seit 2014 ist auch das Gartenprojekt ein zentraler Bestandteil des Kinderhauses. Zu jeder Jahreszeit dürfen die in der dort bei Wind und Wetter unter dem Motto "Gottes Schöpfung mit allen Sinnen erfahren" über die Wunder des Lebens staunen. Die Grünanlage ist barrierefrei und naturnah gestaltet. "Und ein ganz besonderer Glücksmoment", erinnert sich Leiterin Gabriele Munser, "war damals der Einbau des Fahrstuhls. Dann konnten wir endlich auch Kinder im Rollstuhl aufnehmen!"

Der Glitzerstein im Hörgerät

"Bei uns wird niemand ausgegrenzt, nur weil er besonders ist", sagt Doreen Ehrhardt, "und das ist eine Bereicherung für beide Seiten. Die Kinder ohne Handicap nehmen die Förderkinder an die Hand, und umgekehrt lernen sie, mit eingeschränkten Kindern umzugehen, achtsam zu sein und sie zu respektieren." Erzieherin Antje Pötzschner erklärt, dass diese Form der Begegnung deswegen so wichtig ist, weil Kinder am meisten voneinander lernen - manchmal viel mehr als von einem Therapeuten oder Erwachsenen.

In ihrer Natürlichkeit seien Kinder ganz unvoreingenommen. Doreen Ehrhardt berichtet zum Beispiel von einem Mädchen, das mit Hörschädigung kam: "Die anderen fragten sie ganz neugierig 'Was hast du denn da?' und entdeckten den Glitzerstein auf ihrem Hörgerät. Sofort war das Eis gebrochen. Die Rehatechnik für die Kleinen ist mittlerweile so bunt und kinderfreundlich, dass farbige Speichen in Rollstühlen und süße Motive auf Augenklappen die anderen Kinder regelrecht neidisch machen."

Hintergrund: Die Malteser

Die Malteser setzen sich für Bedürftige ein. Sie bieten Hilfe für mehr als zwölf Millionen Menschen pro Jahr weltweit. 72.000 Engagierte in Ehren- und Hauptamt an 700 Orten sind christlich aktiv. Die Malteser werden von einer Million Förderern und Mitgliedern gestärkt.