3:7 gegen Dynamo: Das größte VFC-Spiel seit zwölf Jahren

Nachbetrachtung In Plauen erlebten 3.739 Zuschauer ein Fußballfest

Plauen. 

Plauen. Der VFC hat gegen Dynamo Dresden mit 3:7 verloren. Es war das größte VFC-Fußballspiel in Plauen seit zwölf Jahren. 3.739 Zuschauer erlebten im Vogtlandstadion das Zehn-Tore-Spektakel. VFC-Historiker Volker Herold stellt dazu fest: "Die Besucherzahl toppte damit das Regionalligapunktspiel vom 8. August 2010, als der VFC Plauen gegen den Chemnitzer FC vor 2.863 Zuschauern 1:1-Unentschieden spielte."

 

Ein großes Lob an 120 Helfer!

Dass der VFC nun acht Jahre nach der Insolvenz (1. Dezember 2014) ein riesiges Event ohne Beanstandungen auf die Beine gestellt hat, darüber freuen sich besonders Geschäftsstellenleiterin Silja Schumann und Vorstandsfrau Petra Dick sowie BA-Student Louis Kehl, die sich "an dieser Stelle bei allen 60 Helfern unseres Gastro-Teams sowie den 60 Ordnern und Sicherheitskräften bedanken möchten. Wir alle haben den Fußballfans zusammen ein tolles Erlebnis geschenkt. Ihr seid spitze!"

 

Dynamo-Coach Markus Anfang bedankt sich für die Gastfreundschaft

Das fand auch Gästetrainer Markus Anfang, der in der Abschlusspressekonferenz das Wort ergriff: "Ich möchte mich im Namen von Dynamo Dresden ganz herzlich für die Gastfreundschaft bedanken. Wir haben hier für unseren Tross sogar eine kleine Gaststätte zur Verfügung gestellt bekommen. Es war toll in Plauen!" Dabei hatte Dynamo Dresden zunächst 500 Eintrittskarten zurückgeben müssen, weil die Elbflorenzer die Gästeblocktickets nur an Mitglieder abgegeben haben. Hintergrund waren die schweren Ausschreitungen von Dynamo-Fans beim Drittligaspiel in Bayreuth. Daraufhin hatten sich der VFC, Dynamo und die Polizei auf diese Maßnahme verständigt.

 

Ein friedliches Fußballfest!

"Und so habe ich eines der friedlichsten Fußballspiele dieser Größenordnung erlebt. Ich bin stolz ein Dynamo-Fan zu sein und heute hat mein Verein bewiesen, dass wir normalen Fans eben keine Randalierer sind", freute sich Sven Brock aus Freiberg. Dynamos Co-Trainer Heiko Scholz sah direkt nach dem Abpfiff dem Plauener Cheftrainer Robert Fischer die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: "Ich versteh' dich! Wenn ihr die ersten beiden Tore macht, dann sieht hier alles anders aus. Ihr habt echt eine tolle Mannschaft. In Plauen entsteht wieder was."

 

Plauener A-Junioren hatten RB Leipzig am Rand einer Niederlage

Das findet auch A-Jugendspieler Johann Kittelmann, der am Vorabend vor dem Dynamospiel mit seiner Nachwuchsmannschaft die U19-Bundesliga-Talente von RB Leipzig kurz vor dem Pokalaus erlebte. "Wir haben bis zur 70. Minute 1:0 geführt und erst am Ende noch mit 1:2 verloren. Heute sind wir als Balljungen beim Dynamospiel im Einsatz. Und bald werden einige von uns hoffentlich hier selbst die Bälle zugeworfen bekommen, wie sie dann zum Einsatz kommen", spricht der 18-Jährige für sich und seine Kameraden.

 

Gratulation!

Johann Kittelmann hat bereits vor zwei Monaten beim 7:1-Erfolg gegen Bautzen seine Premiere im Oberligatrikot gefeiert. Als Nachwuchsausbilder haben Tommy Färber und Kevin Brettfeld zusammen mit Jugendleiter Normann Zschach und vielen weiteren Jugendtrainern eine ganze "Armada" an jungen Wilden hervorgebracht. Landrat Thomas Hennig und der Plauener Sportbürgermeister Tobias Kämpf haben sich das Pokalspiel gegen Dresden angesehen. "Es tut unserer ganzen Region gut, wenn unsere eigenen Leute im Sport erfolgreich sind. Egal wie dieses Spiel heute ausgeht, wir erleben heute ein richtiges Event und das ist toll", gratulierte Landrat Thomas Hennig bereits vor dem Spiel den beiden Aufsichtsräten Wolfgang Stark und Gunter Reiher sowie Präsident Thomas Fritzlar stellvertretend für alle VFC-Mitstreiter. Gratuliert wurde auch dem ehemaligen VFC-Spieler und Trainer Ingo Walther, der an seinem Geburtstag extra aus Bayreuth gekommen war, "um seinen Ex-Verein mal wieder spielen zu sehen und viele Freunde und Bekannte zu treffen."

 

Statistik

VFC Plauen: Kuhl - Walther (77. Glaser/V), Albert, Fischer, Heinrich - Andreopolous/V (56. Grandner) - Morosow/V, Limmer/V, Kretzer/V (84. Hujdurovic), Nyber (77. Spranger) - L. Will

Dynamo Dresden: Heeger - Melichenko, Knipping, Lewald, Meier (67. Hoffmann) - P. Will, Arslan (84. Kade), Weihrauch (74. Shcherbakovski) - Batista Meier, Schäffler (67. Kulke), Borkowski

Schiedsrichter: Michael Näther (Neschwitz)

Tore: 0:1/0:2 Arslan (3./34.), 0:3 Schäffler (38.), 0:4 Borkowski (42.), 0:5 Arslan (55.), 1:5 Kretzer (56.), 1:6 Arslan (60.), 2:6 L. Will (69.), 2:7 Weihrauch (71.), 3:7 Grandner (85.)

Zuschauer: 3.739

 

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