600 Jahre: Steinsdorf feiert!

Jubiläum Der gesamte Ortskern verwandelte sich für ein Wochenende in eine Festmeile

Der Ort Steinsdorf feierte dieses Wochenende sein 600-Jähriges. Foto: Simone Zeh

Steinsdorf. "Als euer König Albert von Sachsen möchte ich meine treuergebenen Untertanen in Steinsdorf und Umgebung herzlich begrüßen", verkündete der Adelsherr, in dessen Rolle Bernd Steudel für diesen Tag geschlüpft war. Steinsdorf sei ihm an sein königlich-väterliches Herz gewachsen.

Später erzählte Bernd Steudel, der sich mit der Historie seines Ortes gut auskennt: "Im Jahr 1890 hatte König Albert Steinsdorf besucht." Er hatte wahrscheinlich eine Rundreise gemacht, kam von Plauen, wollte weiter zur Barthmühle und wurde zwischendurch nach Steinsdorf eingeladen. "Er war Ehrengast und wurde mit einem Dorffest empfangen", so Steudel, der zur 600-Jahrfeier eine königliche Uniform trug, versehen mit zahlreichen Orden.

Vereine organisieren das Fest

Kurz nachdem der König hier war, so ist überliefert, benannten die Steinsdorfer ihre 553 Meter hoch gelegene Anhöhe am Dorf als Alberthöhe. Auch der Verein, der 2004 gegründet wurde, erinnert an den König. Der Heimatverein "Alberthöhe" Steinsdorf e.V. ist es auch, der die 600-Jahrfeier in die Hand genommen hat. "Wir sind 70 Mitglieder", sagt Frank Wittig, der Vereinsvorsitzende. Eine recht stattliche Zahl, wenn man bedenkt, dass Steinsdorf gerade mal 167 Einwohner zählt.

"Zusammen mit dem Schmiedeverein haben wir das Fest organisiert. Jeder packt mit an. Sonst könnten wir solch ein Fest auch nicht stemmen." Begrüßt wurden vom Heimatverein auch anderen Orte namens Steinsdorf, denn die Vogtländer beteiligen sich regelmäßig an den Steindorftreffen. "2008 hatten wir damit angefangen, damals gründeten wir auch den Heimatverein. Alle zwei Jahre findet ein Steinsdorftreffen statt. Wir hatten auch schon eines ausgerichtet", berichtet Frank Wittig.

Es gab viel zu sehen im Ort

Strohfiguren erinnerten daran, wo einst die Schule im Ort war, an die Landwirtschaft und ans Handwerk, etwa wenn die Sense gedengelt wurde. In der alten Schmiede indes konnte man Peter Zwesper, Michael Baruske und Charlie Rube zuschauen, wie sie das glühende Eisen bearbeiteten. Die eher dunkle Werkstatt erinnerte anschaulich an das alte Handwerk, oben hingen zahlreiche Hufeisen, es sah aus, als würde hier jeden Tag der Schmied sein schweres Handwerk ausüben.

Im ehemaligen Dorfkonsum, wo die Steinsdorfer einst ihre Lebensmittel einkauften, war die historische Ausstellung eingerichtet. Bernd Steudel, der hier vor allem am Werk war, sagte: "Die Ölgemälde von Steinsdorf sind etwas Besonderes, es sind alles Leihgaben. Unser Ort war ein Platzdorf, man hatte viele Vierseitenhöfe. Hier ist das alte Wirtshaus, heute ist der Friseur drin", deutete er auf eine Ansicht.

Und: "Wir haben für die Ausstellung alte Postkarten vergrößert und laminiert." Flurkarten und andere Dokumente waren zu sehen. Erinnert wurde mittels Fotos auch an Schlachtfeste bei Familie Geipel, an die alte Schule, die Bautätigkeit im Ort und an Steinsdorftreffen. Erinnerte wurde an den Gesangsverein, des es damals gab.

Buntes Programm im Festzelt

Heute gehören einige sangesfreudige Herren aus Steinsdorf zu den Cossengrüner Freizeitsängern, die das Publikum im Festzelt erfreuten. Die Steinsdorfer Kinder tanzten fröhlich auf der Bühne, Kerstin Seifert hatte mit ihnen einen Tanz eingeübt. Der ganze Dorfkern der kleinen, aber feinen Ortschaft war zur Festmeile mit Marktständen und Kurzweil geworden, wobei die Wege für alle - ob Einwohner oder Gäste - kurz waren und alles übersichtlich machten.