Abzocke bei Gewährleistungen?

Umfrage Verbraucherschützer sammeln Kundenerfahrungen

abzocke-bei-gewaehrleistungen
Heike Teubner setzt sich an vielen Fronten für die Belange der Verbraucher ein. Foto: Thomas Voigt

Auerbach. Geht ein Produkt kaputt oder hat es einen Mangel, haben Verbraucher zwei Jahre nach dem Kauf ein Recht auf Gewährleistung. Doch was tun, wenn die Waschmaschine nach fünf Jahren den Geist aufgibt? Für Verbraucher ist das ärgerlich. Meist müssen sie das Gerät auf eigene Kosten reparieren lassen oder austauschen.

Händler stehen in der Nachweispflicht

Beratungsstellen-Leiterin Heike Teubner von der Auerbacher Verbraucherzentrale kritisiert dieses Geschäftsgebaren. "Gerade bei Produkten, die eine Lebensdauer von zehn oder mehr Jahren haben, ist es oft nicht nachvollziehbar." Ein weiteres Problem seien Händler, die versuchen, die Gewährleistungsrechte der Kunden zu umgehen. Aus der Sicht der Verbraucherschützerin sind Händler generell die ersten Ansprechpartner für Reklamationen. Es komme aber immer wieder vor, dass Händler die Kunden an den Hersteller verweisen.

Gerade in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf werde seitens der Händler häufig behauptet, Verbraucher hätten kein Recht auf Gewährleistung, weil sie das Produkt selbst beschädigt hätten. Tatsächlich müsse aber der Händler beweisen, dass der Schaden wirklich vom Verbraucher verursacht wurde und nicht schon beim Kauf vorlag.

Gesetzliche Regelungen nicht verbraucherfreundlich

Rund um das Thema startete die Verbraucherzentrale eine Umfrage. Die Initiatoren wollen herausfinden, welche konkreten Probleme bei Reklamationen defekter Geräte auftreten. Verbraucher berichten immer wieder, dass die gekauften Sachen genau nach Ablauf von zwei Jahren den Geist aufgeben.

Die Verbraucherschützer wollen herauszufinden, ob etwas grundsätzlich schief läuft, oder ob es sich lediglich um Einzelfälle handelt. Nach Meinung von Experten sind die gesetzlichen Regelungen zur Gewährleistung in weiten Bereichen ohnehin nicht verbraucherfreundlich. Nun hoffen die Verbraucherschützer auf eine hohe Umfrage-Beteiligung.

Die Formulare liegen in der Auerbacher Beratungsstelle Am Graben 12 aus. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich online auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Sachsen zu beteiligen. Die Aktion läuft noch bis zum bis 31. August.