Ärztemangel im Vogtland - Projekt soll helfen

Gesundheit Kooperations-Vereinbarung im Rodewischer Klinikum

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Dr. Dietrich Steiniger (l.) im Gespräch mit Uwe Drechsel und Udo Junker (r.). Foto: Thomas Voigt

Rodewisch. Ärztemangel im Vogtland ist seit Jahren ein Brennpunkt-Thema. Vor allem niedergelassene Allgemeinmediziner sind für die flächendeckende Gesundheitsversorgung von großer Bedeutung. Am Dienstag wurde im Rodewischer Klinikum Obergöltzsch eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Krankenhaus und dem Weiterbildungsverbund "Hausärzte für das Vogtland" unterzeichnet. Das Projekt wird vom Vogtlandkreis begleitet.

Im Kern geht es darum, eine effektive und familienfreundliche Facharztausbildung zu bündeln. Hintergrund der Optimierungs-Bemühungen ist der sich über viele Jahre ziehende Ausbildungsweg, den junge Mediziner absolvieren müssen. Der in Plauen praktizierende Allgemeinmediziner Dr. Udo Junker initiierte den Verbund. Dem haben sich aktuell neun Hausärzte angeschlossen.

Man muss bereits im Studium handeln

In der Vereinbarung sieht Junker ein wichtiges Instrument für die kontinuierliche Ausbildung. Man wolle die angehenden Ärzte schon während des Studiums an die Hand nehmen. "Spätestens im fünften Studienjahr müssen wir sie abholen." Das Klinikum mit seinen interdisziplinären Ausbildungs-Möglichkeiten sei ein idealer Partner. "Wir müssen es jungen Ärzten möglichst leicht machen."

Insofern könnten attraktive Standortfaktoren in Verbindung mit struktureller Weiterbildung für angehende Hausärzte ausschlaggebend sein. Dr. Dietrich Steiniger sieht's genauso. "Sie rennen offene Türen ein", sagte der ärztliche Direktor des Klinikums zur Vertragsunterzeichnung.

Durchschnittsalter von Ärzten steigt

Derweil wies Dr. Uwe Drechsel, Beigeordneter des Vogtlandkreises, auf die sich zuspitzende Situation bei den niedergelassenen Hausärzten in der Region hin. "Sie haben ein Durchschnittsalter von 57 Jahren." In überschaubarer Zeit könnte der Versorgungsgrad bei Hausärzten bei nur noch knapp über 80 Prozent liegen. "Da müssen wir unbedingt gegensteuern."