Agentur für Arbeit stellt Ausbildungsbilanz im Vogtland vor

Junge Leute und Ausbildungsplätze zusammenbringen

Vogtland

Der Ausbildungsmarkt im Vogtland ist stabil, aber das verarbeitende Gewerbe seit Jahren rückläufig. „Dabei ist dieses das Herzstück der Wirtschaft“, so Andreas Fleischer von der Agentur für Arbeit in Plauen. Diese stellte jetzt die Ausbildungsmarktbilanz 2024/2025 vor.

Zahlen und aktuelle Situation

Demnach haben sich vom Herbst 2024 bis 25 im Vogtland 1.037 Mädchen und Jungen bei der Agentur für Arbeit gemeldet, um sich bei der Ausbildungsplatzsuche beraten zu lassen – dem gegenüber stehen 1.359 gemeldete Ausbildungsstellen. Aktuell suchen noch 87 Jugendliche eine Lehrstelle. Noch 235 freie Ausbildungsstellen sind gemeldet.

Schwierige Vermittlung von Bewerbern

„Die vogtländischen Unternehmen setzen auf die Ausbildung zur Sicherung des Fachkräftebedarfs“, so Fleischer weiter. Aber es sei schwieriger geworden, junge Menschen und Ausbildungsstellen zusammenzubringen. „Wir müssen Potenziale wie schulschwächere Bewerber, Studienabbrecher, junge Erwachsene und ausländische Bewerber nutzen, um dem steigenden Fachkräftebedarf entgegenzuwirken.“ Mit Nachhilfeunterricht und Coaching etwa. Den Jugendlichen rät er, sich weiter zu bewerben. „Auch wenn das Ausbildungsjahr begonnen hat, kann bis Jahresende in die Lehre gestartet werden.“

Positive Entwicklung im Handwerk

„Der positive Trend im Handwerk bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen hält weiter an – trotz wirtschaftlicher Krise“, sagt Dr. Olaf Richter von der Handwerkskammer Chemnitz. Es zeige sich, dass für die Betriebe die Investition in die eigenen Fach- und Arbeitskräfte von entscheidender Bedeutung ist.

Herausforderungen für Unternehmen

„Die duale Berufsausbildung bleibt für viele Unternehmen ein bewährtes Instrument zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses“, so Torsten Böhm, IHK-Vizepräsident in Plauen. „Allerdings nimmt die Zahl geeigneter Bewerber spürbar ab.“ Herausforderungen seien psychische Belastungen und gesundheitliche Probleme bei Auszubildenden. Dass rund ein Drittel der jungen Leute die Ausbildung abbricht, darüber informierte Tino Ulbricht von der IHK. Die Gründe seien Konflikte im Betrieb, gesundheitliche Gründe und Qualitätsmängel.

Beispiel Kobra Formen GmbH

Die Kobra Formen GmbH engagiert sich so: Seit dem Schuljahr 2024 absolvieren die achten Klassen der Oberschule Lengenfeld einen im Lehrplan verankerten Unterricht in der Produktion. Für das Pilotprojekt „Grundlagen industrieller Produktion“ (GIP) erhielt das Lengenfelder Unternehmen jetzt einen bundesweiten Schule-Wirtschaft-Preis. „Die frühzeitige Berufsorientierung spielt eine große Rolle bei uns“, sagt Holger Stichel von Kobra. „Nur wer in Ausbildung investiert, sichert langfristig Qualität, Innovation und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.“

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