Als der VFC Plauen noch für Furore sorgt

Fussball Zehn Jahre lang spielten Vogtländer in Deutschland eine große Rolle

Plauen. 

Plauen. Schalke, 1860 München, Dynamo und die Wismut. Der VFC Plauen hat sie alle geschlagen. Was man heute kaum noch glauben kann; es war vor 20 Jahren Realität. Der Vogtländische Fußballclub spielte in jener Zeit in der 3. Liga Deutschlands. Bereits 1991/92 schnupperten die Plauener Höhenluft in Liga drei. Man stieg jedoch sofort wieder ab. Dann gelang dem VFC 1996 erneut der Aufstieg in die Regionalliga Nordost (3. Liga). Nach anfänglichen Problemen steigerte sich das Team von Trainer Frank Papritz und man wurde zweimal Zehnter (1997, 1998). Unvergessen bleiben in jenen Jahren die Freundschaftsspiele gegen Mannschaften der 1. Bundesliga. Es wurden der FC Schalke 04 (1997, 3:1), Arminia Bielefeld (1998, 3:0) und der TSV 1860 München (1998, 3:0) besiegt. Nach einer glänzenden Saison erreichte der VFC 1999 einen sensationellen fünften Platz.

Der Höhepunkt dieser Spielzeit war jedoch der Erfolg im Sachsenpokal. Im Endspiel verwandelte Jens Starke vor 8.000 Zuschauern im Vogtlandstadion den entscheidenden Elfmeter zum 4:3-Sieg gegen den FC Erzgebirge Aue und im DFB-Pokal sorgten die Plauener in der 1. Runde gleich für die nächste Sensation. Nach dem 1:0 gegen Alemannia Aachen hieß es dann in der zweiten Runde 1:2 gegen die Stuttgarter Kickers. Seinerzeit gelangen dem VFC aus heutiger Sicht vollkommen verrückte Dinge. So wurde Ex-Nationaltorhüter René Müller als Trainer verpflichtet. Später holte VFC-Trainer Tino Vogel mit seinen Jungs gegen Dynamo Dresden (2004, 1:0) den Sachsenpokal. Und sogar der bulgarische Nationalspieler und Weltklassekicker Krassimir Balakov (berühmt geworden beim VfB Stuttgart) trug in einem Punktspiel gegen den 1. FC Magdeburg (2005, 2:4) das Plauener Trikot. Über 10.000 Zuschauer waren mitunter bei den Spielen im Vogtlandstadion dabei. Der Auswärtsrekord datiert vom 18. April 2004: Den 1:0-Sieg des VFC erlebten beim FC Carl Zeiss Jena 900 mitgereiste Plauener Fans. Verrückt, oder?