Als "Minimax" den Westen eroberte

Wende Als erste Vogtländische Band nach Grenzöffnung in Hof gepielt

Plauen/Hof. 

Plauen/Hof. "Besseres kann Hof nicht passieren". Diese Schlagzeile stand am 13. November 1989 in der Tageszeitung von Plauens Partnerstadt. Einen Tag zuvor gab es ein spontanes Fest in der Innenstadt mit verschiedenen Bands. Mittendrin die Musiker von "Minimax". "Wir waren die erste Band aus dem Vogtland, die nach der Grenzöffnung in Hof gespielt hat", erinnert sich Uwe Riedel.

Spontaner Entschluss nach Hof zu fahren

Dieser Tag hat sich fest im Gedächtnis des Musikers eingebrannt. Zusammen mit seinen Band-Kollegen Gert Heidenreich und Burkhard Laudel fuhr er damals mit einem Moskwitsch-Kombi mit Anhänger nach einer Faschings-Mucke in Thüringen bei Nacht und Nebel über den Grenzkontrollpunkt Rudolphstein. "Wir haben uns damals nach der Party spontan entschlossen, nach Hof zu fahren."

Auf direktem Weg in die Innenstadt

An der inzwischen löchrig gewordenen innerdeutschen Grenze habe es keine Probleme gegeben. Die DDR-Grenzer hätten sich nur über den Anhänger gewundert. Kurz darauf gab es gleich ein kurzes Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Danach machte sich das Trio direkt auf den Weg in Richtung Hofer Innenstadt. Am Sonnenplatz gab es erstmal einen Tipp, wo man ohne lange anzustehen, Begrüßungsgeld holen kann." Später lud der Sender Radio Euroherz spontan zu einem Straßenfest ein.

"Das war pures Adrenalin"

"Die haben uns einfach gefragt, ob wir spielen wollen." Inzwischen drängten tausende Festbesucher in die Innenstadt. An die schlaflose Nacht habe in diesem Moment niemand gedacht. "Das war pures Adrenalin. Da war niemand von uns müde". Von all dem Trubel ahnten die Familien der Musiker nichts. "Die wussten nicht, wo wir waren." Auf diesen legendären Auftritt folgten noch viele Konzerte in der fränkischen Nachbarregion. "Plötzlich haben wir im Westen gespielt."