Als Plauen noch pulsierte

Kalender Der "Blickwinkel" zeigt die einstige Großstadt

Plauen. Unglaubliche 128.000 Menschen waren einst in Plauen zu Hause. "Die Stadt pulsierte. Das zeigt unser Kalender deutlich", deutet Herausgeber Joachim Ott auf den druckfrischen "Plauener Blickwinkel 2013". Nur ein Beispiel: Die Kaiserstraße wurde sozusagen vierspurig angelegt und der gut fünf Meter breite Mittelstreifen war zugleich eine Promenade. Die neueste Publikation strotzt einmal mehr vor spektakulären Aufnahmen und historischen Raritäten. Großen Anteil am wertvollen Inhalt haben die "Plauener Postkartenfreunde". Der frühere Museumsdirektor Horst Fröhlich hielt zu Ehren dieser fidelen Herrschaften eine kleine Laudatio: "In der alljährlichen Kalenderflut hat sich der Blickwinkel ein Qualitätssiegel verdient, weil er nicht inflationär, sondern einmalig ist." Das hofft nun einmal mehr auch Druckereibesitzer Joachim Ott, dessen Kalender unter anderem in der Geschäftsstelle der "Freien Presse" in Plauen zu haben ist. Der 59-Jährige hatte extra ins "Reusaer Eck" geladen, wo man gewissermaßen im Freundeskreis der ganz großen Zeiten vor 100 Jahren gedachte. Dass Plauen heute nur noch die Hälfte dieser Menschenmenge zählt, daran hat sich die Bevölkerung einfach gewöhnt. Zugleich erklärt das heute noch vorhandene "Großstadtgefühl" das fortwährende Statusdenken in der Vogtlandmetropole. Wie das Oberzentrum einst aussah, zeigt der neueste Kalender von Joachim Ott.