Alternativen zum Mais-Anbau

Nachbarn Ideen gegen wütende Wildschweine

Wildschweine mögen Mais. Sehr zum Leidwesen der oberfränkischen Bauern. Denn durch verwüstete Maisfelder sinkt nicht nur der Ertrag aus der Ernte, die Schwarzkittel vermehren sich auch rasant und werden zur Plage. In der Region Hof suchen nun Jäger und Bauern gemeinsam nach Wegen. "Wir müssen gemeinsam nach Alternativen zum Mais suchen" - das haben Vertreter der Jägerschaften im Hofer Land sowie des Bayerischen Bauernverbandes bei einem Gespräch deutlich gemacht.

"Die ständige Vermehrung der Wildschweine ist einerseits eine Folge des Klimawandels, andererseits aber auch auf das Futterangebot, zum Beispiel durch gesteigerten Maisanbau, zurückzuführen", erklärte Heinz Kammerer, Vorsitzender der Jägerschaft Münchberg. Auf der Suche nach Ideen sind die Jäger auf eine Pflanze gestoßen, die eine Alternative zum Maisanbau sein könnte - die "Durchwachsene Silphie". Ein weiterer Vorteil: Die Pflanze kann auch als Biomasse genutzt werden. Feldversuche mit dieser Pflanze gibt es bereits. Im Gegensatz zum Mais ist die "Durchwachsene Silphie" für Wildschweine als Nahrung uninteressant.

Allerdings gibt es auch Nachteile. Das Ausbringen der Silphieplanzen ist arbeitsintensiv und sie erwirtschaftet im ersten Jahr keinen Ertrag. Dies habe die Landwirte bisher abgeschreckt, schlussfolgerte Kreisbäuerin Karin Wolfrum. Einig waren sich Landwirte und Jäger in dem Punkt, dass Alternativen zum Maisanbau noch besser erforscht und getestet werden müssten. Außerdem soll der Versuchsanbau ausgeweitet und die Verwertung der Pflanze in Biogasanlagen genauer untersucht werden, mit Unterstützung des bayerischen Landwirtschaftsministeriums.